Dank Semi-Truck

Tesla plant Super-Charger: Akku voll in fünf Minuten

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Lange Standzeiten an Ladesäulen gehören zu den größten Bremsern beim Wechsel auf Elektromobilität. Tesla will sie bald kräftig verkürzen.

Über Tesla-Chef Elon Musk kann man durchaus geteilter Meinung sein. Seit er Twitter gekapert hat, verbreitet er dort seine erzkonservative Weltsicht, fordert grenzenlose Meinungsfreiheit für seine politischen Artgenossen, verweigert sie aber seinen Kritikern. Die Polarisierung färbt bereits auf das Markenimage von Tesla ab, mancher bisherige Fan schaut sich nach Alternativen um.

Tesla plant Megacharger: Akku voll in fünf Minuten

Eines aber kann man Elon Musk nicht absprechen: Eine visionäre Vorstellung davon, wie Elektromobilität funktionieren könnte. Während die traditionellen Autohersteller sich anfangs vor allem auf den Bau schicke Stromer konzentrierten, plante der gebürtige Südafrikaner ein dichtes Netz an Ladestationen gleich mit – wohl wissend, dass die Reichweiten-Problematik und der befürchtete Mangel an Stromsäulen der größte Bremser beim Umstieg auf Elektro ist.

Tesla-Pläne: Gibt es bald Mega- statt Superchargern? (Symbolbild)

Die Supercharger sind für viele E-Fahrer ein Argument, einen Tesla zu kaufen, auch wenn mittlerweile andere Marken dort laden dürfen (was zu ungewohnten Problemen führt) und die Preise dort, zumindest in der Rush Hour, mittlerweile recht hoch sind.

Tesla plant Megacharger: Vierfache Lade-Leistung

Bald soll es weiteres Argument für die Tesla-Säulen geben: Extrem schnelles Laden. Während einer Präsentation zum Sattelschlepper Semi wurde bekannt, dass die Texaner an einem System arbeiten, das bis zu einem Megawatt Leistung in die Akkus pressen kann. Bislang laden Supercharger theoretisch mit bis zu 250 Kilowatt, also einem Viertel davon. Konkurrierende Ladesäulen-Betreiber versprechen bis zu 350 Kilowatt, wobei selbst mit 800-Volt-Technik an Bord, wie sie etwa der Audi e-tron GT oder der Genesis GV60 bieten, derzeit kaum über 240 kW erreicht werden.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Die geplanten Megacharger könnten den riesigen Akku des Semi-Trucks innerhalb einer halben Stunde auf 70 Prozent laden. Ein leer gefahrenes Model Y hätte nach gut fünf Minuten wieder volle Reichweite – der Unterschied zu der Betankung eines Verbrenners wäre damit fast verschwunden.

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Möglich wird die Power-Ladung durch ein spezielles Kühlsystem für die Kabel. Die halten damit einer Stromstärke standhalten, bei denen sie sonst in Flammen aufgehen würden.

Rubriklistenbild: © Joerg Boethling/Imago

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