Heizung, Miete, Lebensmittel 

Kostenexplosion im Herbst? Darauf müssen Verbraucher bereits jetzt achten

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Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage fragen sich viele: Wie soll ich das bezahlen? Wo Sie mit steigenden Kosten rechnen müssen und wie Sie vorsorgen können, lesen Sie hier.

München – In etwa 2.500 Euro bleiben dem Arbeitnehmer hierzulande durchschnittlich von seinem Monatslohn. Von dieser Summe sind eine Reihe Fixkosten zu bestreiten, der Rest sollte eigentlich der Lebensqualität zugutekommen. Doch während das Gehalt meist relativ gleich bleibt, steigen seit Monaten die Preise für Lebensmittel, Energie und Sprit. Wie sich in dieser Situation geschickt kalkulieren lässt, hat Merkur.de für Sie zusammengestellt.

Die steigenden Kosten lassen den Alltag zur Kalkulationssache werden. (Symbolbild)

Steigende Kosten: Diese Posten belasten im Herbst den Geldbeutel

Zunächst ist ein Überblick von Nöten, welche Fixkosten sich ab Herbst erhöhen. Folgende Liste hilft Ihnen, künftige, finanzielle Mehrbelastungen individuell einzuschätzen:

  • Miete: Sowohl die Index-, als auch die Vergleichsmiete orientieren sich letztlich an den momentanen Preisen. Während die Indexmiete direkt auf die Verbraucherpreise abstellt, bestimmt sich die Vergleichsmiete anhand anderer Mieten für vergleichbare Wohnobjekte; meist lässt sich die ortsübliche Miete dem Mietspiegel entnehmen. Ist die nächste Erhöhung der Indexmiete fällig oder ein neuer Mietspiegel in ihrer Stadt in Sicht, müssen sie mit Steigerungen rechnen.
  • Energie: Umso kälter es wird, desto mehr wird geheizt. Sollte kein russisches Gas zur Verfügung stehen, droht Deutschland im Winter eine eklatante Energiekrise. Ausfälle anderweitig auszugleichen, könnte extrem teuer werden, weshalb Sie vorsichtshalber von stark anziehenden Gaspreisen ausgehen sollten. Wer mit Öl heizt, muss jahreszeitlich bedingt ebenfalls mit Kostensteigerungen rechnen.
  • Tanken: Die aktuellen Schwankungen an den Zapfsäulen und die, trotz Tankrabatts weiterhin hohen Literpreise lassen vermuten, dass auch Benzin und Diesel eher teurer als günstiger werden. Gerade weil, in der kalten Jahreszeit wieder mehr Autofahrer unterwegs sein und damit die Nachfrage deutlich erhöhen werden.
  • Lebensmittel: Im Herbst finden die Preisverhandlungen der Hersteller mit den Lebensmittelhändlern statt. Wie focus.de berichtet, könnte es insbesondere „bei Softgetränken, Bier, Säften, Ketchup und Schokolade“ deutliche Preissprünge geben. Allerdings lässt sich auch insgesamt ein Trend zur Teuerung erkennen.
  • Kredite: Im Juli hat die Europäische Zentralbank den Leitzins deutlich erhöht. Dieser ist maßgebend für Kredite. Sollten Sie also ein Darlehen ohne Zinsbindung bedienen müssen, werden die zu zahlenden Zinsen voraussichtlich um einiges höher sein. Das gilt auch für die Dispositionszinsen bei der Kontoüberziehung.

Preise im Herbst: Mit diesen Tipps können Sie vorsorgen, um den Geldbeutel zu schonen

An manchen dieser Preisschrauben lässt es sich eher schwer drehen. Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie im Vorfeld tun können, um die Auswirkungen der steigenden Kosten abzuschwächen.

Wer zur Miete wohnt und einen Staffelmietvertrag hat, muss sich keine Sorgen machen. Die Mieterhöhungen sind wirtschaftsunabhängig nach den, im Vertrag vereinbarten Statuten vorzunehmen. Von Index- oder Vergleichsmiete Betroffene können ihren Vermieter um Stundung ersuchen oder eine schonendere Zahlungsvereinbarung anregen. Zudem plant die SPD, das Wohngeld zu reformieren; der Entwurf sieht eine Kündigungssperre für zahlungsunfähige Mieter vor.

Ebenso können auch Gaskunden versuchen, sich mit ihrem Anbieter auf ein milderes Zahlungsmodell zu einigen. Eine weitere Option wäre es, in strombetriebene Heizgeräte zu investieren. Hierbei müssen Sie jedoch abwägen, ob diese Variante Ihnen Vorteile bei den Energiekosten liefert. Heizölbezieher sollten, wenn möglich, frühzeitig ihren Bedarf decken, um steigenden Kosten zu entfliehen.

Lebensmittel und Benzin: So können Sie trotz Preissteigerungen sparen

An der Spritpreis-Schraube zu drehen, wird schwerlich möglich sein. Allerdings kann intelligentes Tanken beim Sparen helfen. Ansonsten sollten Sie eine treibstoffschonende Fahrweise an den Tag legen und überflüssige Fahrten vermeiden. Wer den öffentlichen Nahverkehr nutzt, kann sich vielleicht über ein Folgeangebot zum, im August auslaufenden 9-Euro-Ticket freuen.

Beim Lebensmitteleinkauf empfiehlt es sich, auf althergebrachte Regeln zurückzugreifen. Kaufen Sie Eigenmarken und achten Sie auf Angebote und Rabatte. Des Weiteren ist es sinnvoll, den Bedarf an haltbaren Waren, wie Ketchup oder Schokolade, noch vor dem nächsten Preissprung zu decken. Wenn möglich sollten Sie einen Speiseschrank einrichten, sodass Sie bei Schnäppchen zugreifen und diese einlagern können. Auch Gemüse verdirbt bei richtiger Aufbewahrung oft nicht schnell; Kartoffeln oder Zwiebeln lassen sich gut auf Vorrat kaufen.

Im September wird eine Energiepauschale von 300 Euro brutto dem Gehalt automatisch hinzugefügt. Haushalten Sie intelligent mit diesem Geld, nicht zuletzt, um nicht in die roten Zahlen zu rutschen. Wer Kredite bedienen muss, sollte über eine Umschuldung nachdenken. Außerdem lässt der neue Leitzins auch das Tagesgeld wieder lukrativer werden – ein Wechsel kann sich lohnen. (askl)

Rubriklistenbild: © IMAGO / McPHOTO

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