VonLarissa Strohbuschschließen
Gemüse auf der Fensterbank vorziehen? Mit einem Mini-Gewächshaus klappt es schneller. Sie können es ganz einfach selbst herstellen.
Noch ist Winter. Aber mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres bekommen Sie schon ein Gefühl vom Frühling. Und Frühling heißt: Die Gartensaison startet! Ganz so weit ist es noch nicht, aber Sie können sich jetzt schon darauf vorbereiten. Viele Gemüsesorten wie Tomaten, Kräuter und Sommerblumen keimen ab Februar auf der Fensterbank vor. Im Grunde brauchen Sie dafür nur kleine Töpfchen und Anzuchterde. In einem kleinen Gewächshaus wachsen die Jungpflänzchen jedoch zuverlässiger und schneller. Und dafür müssen Sie gar nicht viel Geld investieren: Wir präsentieren Ihnen fünf einfach DIY-Upcycling-Projekte – und eine Idee für passionierte Heimwerker.
Mini-Gewächshaus selber bauen – welche Materialien sind am besten geeignet?
Für selbstgebaute Mini-Gewächshäuser eignen sich verschiedene kostengünstige Materialien: Klarsichtfolie als einfachste Lösung für eine schnelle Abdeckung, Plastikobstschalen mit Deckel (z.B. ehemalige Weintrauben-Behältnisse) für perfekte Upcycling-Projekte, alte CD-Hüllen, die Sie zusammenkleben oder PET-Flaschen horizontal oder vertikal geschnitten als Schutzhauben oder Folientunnel. Alte Aquarien bieten stabile Lösungen für die Fensterbank. Ambitionierte Heimwerker konstruieren mit Holz und Acrylglas dauerhafte Mini-Gewächshäuser.
Vorteile von Mini-Gewächshäusern
In einem Gewächshaus entsteht ein Treibhauseffekt. Das bedeutet:
- Ihre Pflanzen haben es hier schön warm. Gerade Paprika-Pflänzchen, die eine hohe Temperatur zum Keimen brauchen, können so gut wachsen.
- Sie müssen nicht viel gießen: Das Wasser kondensiert, bleibt an der Kuppel hängen und tropft anschließend zurück.
Aber Achtung! Sie müssen Ihr Anzucht-Gewächshaus ab und zu lüften, sonst entsteht Schimmel. Lassen Sie auch Luft herein, wenn die Sonne sehr stark ins Fenster scheint. Sonst wird den Keimlingen zu heiß.
1. DIY ohne Aufwand: Folien-Gewächshaus in der Küche
Für dieses Mini-Projekt müssen Sie fast nichts machen. Der Nachteil ist jedoch, dass hier der meiste Müll anfällt. Decken Sie Ihre Anzuchttöpfchen einfach mit Klarsichtfolie ab. Bis die Keimlinge diese erreichen, erfüllt dieses simple Küchenutensil seine Arbeit. Idealerweise verwenden Sie es nach jedem Lüften wieder. Wahrscheinlich müssen Sie es aber ab und an austauschen, um die Spannkraft der Folie zu erhalten.
2. Upcycling: vom Müll zum Gewächshaus
Kaufen Sie manchmal Obst in Plastikschalen? Diese eignen sich ideal als kleine Gewächshäuser! Dunkeln Sie dafür eine Schale ab, beispielsweise indem Sie sie mit Zeitungspapier umwickeln – auf diese Weise bilden sich keine Moose. Dann füllen Sie Anzuchterde (werblicher Link) hinein. Eine zweite Schale stellen Sie umgedreht als Gewächshaus darauf. Noch einfacher ist es, wenn die Schale bereits einen Deckel mit Scharnier hat, wie man es bei Trauben zum Beispiel oft sieht.
3. Neues Leben in alten Plastikflaschen
Auch alte PET-Flaschen können zum Gewächshaus umgewandelt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
- Sie schneiden die Flasche horizontal mittig auseinander und stellen sie mit dem Boden nach oben auf Ihr Pflänzchen.
- Sie schneiden die Flasche vertikal in zwei Hälften. Den Flaschenhals schneiden Sie ebenfalls großzügig ab. Nun können Sie die Flaschenteile mit dem Boden nach außen ineinanderschieben – fertig ist Ihr selbst gebauter Folientunnel!
Noch besser als übliche Ein-Liter-Flaschen sind übrigens große Ölflaschen, wie Imbissbuden und Restaurants sie benutzen. Vielleicht können Sie dort nach leeren Behältern fragen?
4. Gewächshaus aus CD-Hüllen
Sie wollen Ihre CD-Sammlung auflösen und bringen etwas Bastel-Zeit mit? Bevor all die Hüllen im Müll landen, verwenden Sie sie zum Gewächshaus-Upcycling! Dafür kleben Sie zwei (oder mehr) aufgeklappte Klarsicht-CD-Hüllen mit Klebeband zu einem Quadrat oder Häuschen zusammen und stellen es auf einen Untersetzer oder in eine Schale. Obendrauf kommt noch ein CD-Hüllen-Deckel. Und hinein das Anzuchttöpfchen.
5. Aquarium mal anders
Nicht unbedingt ein Alltags-DIY, aber vielleicht haben Sie ja ein altes Aquarium im Keller stehen, das keine Verwendung mehr hat? Oder jemand in Ihrem Umfeld will seines verschenken? Dann bekommen Sie damit ein stabiles Gewächshaus für Ihre Fensterbank. Sie können es entweder mit einem Foliendach abdecken. Oder Sie stellen ein kleines Aquarium umgedreht über Ihre Töpfe.
Extra-Tipp für Heimwerker: Gewächshaus selber bauen
Sie wollen mehr? Sie können auch ein stabiles DIY-Gewächshaus aus Holz und Acrylglas bauen. Dafür zimmern Sie sich einen Holzkasten zusammen – auf diesen setzen Sie eine passende Abdeckung mit Glasfront. Noch besser: Unter einem Spitzdach haben Ihre Pflanzen länger Platz und können in Ruhe wachsen, bevor sie umziehen müssen.
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FAQ: Häufige Fragen zum Thema
Worauf muss ich bei der Nutzung eines Mini-Gewächshauses achten? Es ist entscheidend, das Gewächshaus regelmäßig zu lüften. Ohne ausreichende Luftzirkulation kann sich schnell Schimmel bilden. Außerdem sollten die Keimlinge bei starker, direkter Sonneneinstrahlung nicht überhitzen. Ein kurzes Öffnen der Abdeckung sorgt für den notwendigen Luftaustausch und schützt die jungen Pflanzen vor Hitzestress und Pilzbefall.
Wie baue ich ein Gewächshaus aus einer PET-Flasche? Es gibt zwei simple Methoden: Entweder schneiden Sie die Flasche horizontal in der Mitte durch und stülpen nur den oberen Teil als Haube über die Pflanze in den Anzuchttopf. Oder Sie halbieren die Flasche der Länge nach, entfernen den Flaschenhals und schieben die beiden Teile leicht ineinander. So entsteht ein kleiner, praktischer Folientunnel.
