VonKarolin Schaeferschließen
Ein Grundnahrungsmittel soll künftig deutlich werden – auch in Deutschland. Was sagen Supermärkte und Discounter zur der Preiserhöhung?
Kassel – Mit Beginn des Ukraine-Krieges stieg auch die Inflation. Im August betrug die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt 6,1 Prozent. Vor allem die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat überdurchschnittlich. Nun soll ein weiteres Grundnahrungsmittel teurer werden. Und das, obwohl zuletzt von sinkenden Supermarkt-Preisen die Rede war.
Wird Grundnahrungsmittel bei Aldi, Lidl und Co. teurer? Preis steigt in Europa
Konkret soll es sich um Hartweizen (Durum) handeln, aus dem üblicherweise Nudeln bestehen. Experten sagten kürzlich einen deutlichen Preisanstieg bei Nudeln voraus. Die Kosten im Einzelhandel für Nudeln seien in diesem Jahr in Europa um rund zwölf Prozent gestiegen, berichtete das Branchenportal Agrarheute unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmens Nielsen.
Zudem sei Hartweizen bereits um 20 Prozent gestiegen. Dieser koste in Italien derzeit 412 Euro pro Tonne. Das seien dem Magazin zufolge 20 Prozent mehr als noch im Juli. Auch in Frankreich seien die Preise gestiegen. Fraglich ist, ob sich das auch auf den Nudelpreis im Supermarkt auswirkt.
Grund für die Preisexplosion seien unter anderem Dürre und damit verbundene Ernteausfälle in Kanada, wo zuletzt verheerende Waldbrände wüteten. Ein Großteil der Produktion kommt aus dem nordamerikanischen Land. Auch in Europa habe sich das Klima auf den Hartweizen-Anbau ausgewirkt. Dem Portal zufolge hätten Unwetter in Italien und Frankreich zu schlechterer Qualität geführt, die Dürre in Spanien hingegen habe nicht den gewünschten Ertrag gebracht.
Preisexplosion bei Aldi, Lidl und Co: Das sagen Supermärkte und Discounter
Doch wie sieht es hierzulande in Supermärkten und Discountern aus? Den Prognosen zufolge ist damit zu rechnen, dass die Preise auch für Nudeln künftig in die Höhe schießen. Das dürften dann Verbraucher im Geldbeutel spüren.
Discounter-Riese Aldi wollte sich zur aktuellen Preisentwicklungen nicht äußern, hieß es auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. Der Einzelhändler versuche „wo immer möglich“ vergünstigte Preise an die Kundschaft weiterzugeben. Das sei aber nicht immer machbar, räumte der Discounter ein. Es ließe sich nicht vermeiden, „Produktpreise nach oben anzupassen, wenn sich die Einkaufspreise ändern“, hieß es weiter. Auch Lidl wollte keine Angaben zur Preisgestaltung machen, teilte der Discounter auf Nachfrage mit.
Nudeln bald deutlich teurer? Lidl, Rewe und Edeka lassen Anfrage unbeantwortet
Rewe und Edeka hingegen ließen Anfragen unserer Redaktion zu den möglichen Preiserhöhungen bei Nudeln in den ersten Tagen bis zur Veröffentlichung unbeantwortet. Ob die Preise für Nudeln künftig steigen, werden Verbraucher also erst beim Einkaufen erfahren.
Penny erhöhte eine Woche lang seine Preise, um auf ein Problem hinzuweisen. Die Aktion erntete jedoch viel Kritik. Wer noch mehr aus den Nudeln herausholen möchte, sollte das Nudelwasser nicht wegschütten. Es eignet sich nämlich auch für den Garten. (kas)
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