Wildobsthecke anlegen

Öko, naturbelassen, köstlich: Eine Vogelschutzhecke mit Beeren und Nüssen zum Schlemmen anlegen

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Sie beabsichtigen, schmackhafte Beeren zu ernten und gleichzeitig der Natur einen Gefallen zu tun? Dann sind Vogelschutzhecken genau das, was Sie brauchen!

Thuja, Buchsbaum oder Scheinzypresse: Um viele deutsche Gärten winden sich die immergleichen, immergrünen Hecken. Die haben natürlich ihre Vorteile: Sie wachsen dicht und sind einfach zu pflegen. Aber auf der anderen Seite sind sie auch etwas langweilig. Sie sind eintönig, sie blühen nicht und geben keine Früchte – mit Ausnahme der Eibe, die ist allerdings hochgiftig. Wer aus dem allgegenwärtigen Hecken-Einerlei ausbrechen will, liegt mit einer Wildobsthecke genau richtig. Die ist ökologisch wertvoll und dazu noch nützlich.

Was ist das Besondere an einer Wildobsthecke?

Viele Beeren-, Nüsse- und sogar kleine Obstsorten eignen sich wunderbar als Hecke. Sie wachsen zwar vielleicht nicht so dicht wie die klassischen Koniferen, bieten aber dennoch ausreichend Sichtschutz. Sie liefern Früchte zum Naschen oder Einkochen. Und sie verändern sich im Laufe des Jahres, entwickeln wunderschöne Blüten und manche, wie die Felsenbirne, tragen im Herbst hübsche bunte Blätter. 

Beerenhecken schützen zudem die heimische Tierwelt: Bienen laben sich am Nektar der Blüten, Vögel wie Amsel, Rotkehlchen oder die Heckenbraunelle erfreuen sich an den Beeren, Eichhörnchen bunkern Haselnüsse. Außerdem bietet eine dichte, dornige Hecke den Tieren Schutz und Unterschlupf. Sie sind also ein doppelter Gewinn für Sie und die Natur.

Beeren wie die Berberitze eignen sich wunderbar als Hecke – und bieten gleichzeitig Nahrung für Vögel.

Vogelschutzhecke anlegen und pflegen

Eine Vogelschutzhecke ist anspruchslos in der Pflege. Wählen Sie die Gehölze Ihrer Wahl – Sie können eine Hecke aus der gleichen Sorte machen, Sie können verschiedene Pflanzen der gleichen Blütenfarbe kombinieren oder die Beeren so auswählen, dass sie von Juli bis Dezember immer frische Ernte haben. Idealerweise pflanzen Sie die Jungpflanzen im Herbst ein, wenn der Boden noch warm ist. Doch auch das Frühjahr ist es möglich – achten Sie nur darauf, die jungen Pflanzen über den Sommer ausreichend zu bewässern. Lassen Sie etwa einen Meter Platz zwischen den Pflanzen, nach ein paar Jahren werden sie dicht zusammenwachsen. Die Kornelkirsche braucht hingegen etwa zwei bis drei Meter Abstand zu anderen Gewächsen. Pflanzen Sie möglichst nicht in einer geraden Linie, sondern versetzt, damit sie mehr Platz haben.  Anschließend braucht Ihre Hecke nur einen gelegentlichen Nachschub an frischen Nährstoffen in Form eines organischen Düngers, zum Beispiel einem Beerendünger (werblicher Link). Alle paar Jahre sollten Sie Ihre Hecke zudem in Form schneiden – beachten Sie dabei die gesetzlichen Vogelschutzzeiten.

Kostenlose Vitamine: Zehn Wildfrüchte, die Sie für den Vorrat haltbar machen können

Geerntete Holunderbeeren in einem Korb
Ab August ist sind Holunderbeeren erntereif. Roh sind giftig, als Saft oder Sirup jedoch toll in der Erkältungszeit.  © blickwinkel/Imago
Kornelkirschen in Salzlake eingelegt
Kornelkirschen enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und schmecken als Konfitüre, süßsauer oder in Salzlake eingelegt.  © blickwinkel/Imago
Gemeine Berberitze, Zweig mit reifen Früchten
Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, reift ab August. Die Früchte eigenen sich sehr gut zum Einkochen und zum Trocknen. © blickwinkel/Imago
Reife Preiselbeeren am Strauch
Von August bis Oktober findet man im Wald Preiselbeeren. Sie schmecken klassisch als Kompott. Eingefroren halten sie rund sechs Monate. © imagebroker/Imago
Mann pflückt Brombeeren
Wer hat Angst vor wilden Beeren? Brombeeren verarbeitet man im Herbst zu Konfitüre und Kompott. © Westend61/Imago
Zweigriffeliger Weißdorn, reife Früchte in einer Schale
Im September trägt der Weißdorn Früchte, die ihr Aroma am besten als Gelee, Kompott, Saft oder Sirup entfalten. © Westend61/Imago
Sanddornbeeren, Sanddornblätter und selbstgemachter Saft aus Sanddornbeeren
Viel mehr Vitamin C geht nicht: Sanddorn lässt sich als Saft, Mus oder Sirup haltbar machen. © blickwinkel/Imago
Amsel frisst Voegelbeeren
Die sauren Vogelbeeren der Ebereschen macht der Frost bekömmlicher – eingelegt, kandiert oder als Konfitüre.  © blickwinkel/Imago
Hagebuttenzweige in der Hand eines Kindes
Hagebutten werden bei Minustemperaturen aromatischer. Man kann sie zu Mus verarbeiten oder auch trocknen. © photothek/Imago
Schlehenfrüchte im Schnee
Schlehen müssen Frost bekommen, bevor sie pur genießbar sind. Ideal für Gelee oder Likör.  © Reiner Bernhardt/Imago

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Mit Wildbeeren und Nüssen durch Sommer und Herbst

Felsenbirne

Erntezeit: Mitte Juni

Blütenfarbe: weiß

Die Felsenbirne ist besonders im Herbst ein wahrer Hingucker, wenn sich ihre Blätter kupferrot verfärben. Das macht sie zu einem beliebten Bewohner des Indian-Summer-Gartens. Doch auch wer Beeren ernten möchte, liegt mit ihr richtig: Die dunkelblauen Beeren erinnern an Korinthen. Sie können sie direkt roh essen, getrocknet wie Rosinen verwenden oder weiterverarbeiten.

Brombeere

Erntezeit: Juli–Oktober

Blütenfarbe: weiß

Brombeeren wachsen wie Unkraut? Gut für Sie!

Brombeeren sind ein Klassiker in deutschen Gärten. Mit ihrem wilden Wuchs sind sie so manchem Gärtner ein Dorn im Auge. Doch sehen Sie ihre Vorteile: Am Spalier wächst sie schnell und dicht und Sie können Ihre Früchte direkt vom Strauch naschen. Die dornigen Äste bieten außerdem Vögeln Schutz.

Himbeere

Erntezeit: je nach Sorte Juli–Oktober

Blütenfarbe: weiß

Himbeeren aus dem Supermarkt sind teuer und oft schneller schimmelig, als dass sie gegessen werden. Ernten Sie sie stattdessen frisch vom Strauch! Wie die Brombeere wächst auch die Himbeere am besten am Spalier. Nutzen Sie Metall, damit das Material möglichst lange hält.

Kornelkirsche

Erntezeit: Ende August

Blütenfarbe: zartgelb

Eine unterschätzte Hecke: die Kornelkirsche

Die Kornelkirsche ist ein Deutschland wenig bekannt – dabei gibt es diesen Hartriegelstrauch schon seit Jahrtausenden in unseren Breitengraden! Die Kornelkirsche ist ein wahrer Riese – sie kann acht Meter hoch und breit werden. Ihre Beeren enthalten viel Vitamin C und schmecken leicht säuerlich. Am besten eignen sie sich zum Einkochen.

Schwarzer Holunder

Erntezeit: August/September

Blütenfarbe: weiß bis rosa

Eine Hecke aus Schwarzem Holunder blüht wunderschön und bietet Ihnen und der Tierwelt Nahrung.

Holunder ist genügsam: Er ist frostbeständig und kommt mit verschiedenen Böden zurecht. Das macht ihn zu einem beliebten Großstrauch an vielen Standorten. Holunderbeeren sind roh leicht giftig, eingekocht wird aus ihnen jedoch leckerer Saft. Aus den Blüten machen Sie Sirup. 

Sanddorn

Erntezeit: August–Oktober

Blütenfarbe: weiß

Wer nicht gerade in der Nähe von Dünen wohnt, denkt bei Sanddorn gleich an Urlaub.

Sanddorn kommt vor allem in nordischen Regionen vor. Das hat seinen Grund: Er braucht extrem viel Licht und hält keinen Schatten aus. Auch schwere Böden bekommen ihm nicht. Daher gedeiht er vorzüglich auf Sanddünen. In Ihrem Garten sollten Sie ihm also Platz gönnen. Lehmigen Boden lockern Sie mit Sand auf. Dafür beschenkt der Sanddorn Sie mit seinen speziellen Beeren, die allerdings sehr sauer sind. Dafür ist Sanddorn-Saft eine wahre Vitamin-C-Bombe.

Wildrose/Hagebutte

Erntezeit: Ende September

Blütenfarbe: rosa

Hagebutten kennt man hierzulande vor allem als Tee, der gerne im Krankenhaus serviert wird. Wussten Sie aber, dass die Frucht auch als Mousse schmeckt? In Schweden wiederum isst man Nyponsoppa – süße Hagebuttensuppe. Davon abgesehen besticht die Heckenrose mit ihren hübschen Blüten.

Haselnuss

Erntezeit: September/Oktober

Nüsse im eigenen Garten ernten – das geht mit einem Haselnussstrauch. Dieses üppige Gewächs ist anspruchslos, was den Boden betrifft, winterhart und gut schnittverträglich. Es ist also ein absoluter Gewinn für Ihren Garten!

Berberitze

Erntezeit: September/Oktober

Blütenfarbe: gelb

Die Berberitze schmückt viele Vorgärten – aber recht selten werden ihre Beeren geerntet. Schade eigentlich, denn sie sind voller Vitamin C. Zum Naschen ist die Frucht zu sauer und die Kerne zu bitter – aber abgekocht und gesiebt sind sie eine ideale Ergänzung für eine Vielzahl an Gerichten.

Schlehdorn

Erntezeit: November/Dezember

Blütenfarbe: weiß

Schlehdorn ist in der Blüte ein wunderschöner Anblick.

Schlehen sehen aus wie Heidelbeeren und sind sehr beliebt bei Vögeln. Doch Vorsicht: Roh sind sie giftig. Abgekocht wird Marmelade oder Likör daraus. Ihre Schlehen schmecken nicht? Dann haben Sie sie wahrscheinlich zu früh geerntet! Ihre Süße erhalten sie erst nach dem ersten Frost.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/photohomepage/IMAGO

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