VonMoritz Bletzingerschließen
Sieht eigentlich ganz nett aus, ist aber brandgefährlich: Leuchtend pinke Bällchen am Gartenteich. Dahinter stecken Eier der invasiven Apfelschnecke.
Kassel – Hier besteht Meldepflicht: Wenn im Garten pinke Eier auftauchen, gilt Alarmstufe Rosa. Gelegt werden sie nämlich von der Apfelschnecke (Pomacea), einem hungrigen Schädling.
Pinke Eier im Garten sind Warnsignal: Dahinter steckt invasive Apfelschnecke
„Die invasiven Schnecken verursachen massive Schäden an vielen Pflanzenarten“, sagt Dr. Gitta Schrader vom Julius-Kühn-Institut. Seit Jahren warnt die Einrichtung vor der Apfelschnecke. Die Tiere sind gefräßig, fressen an allen oberirdischen Pflanzenteilen, die sie vor die kleinen Mäuler bekommen.
Urpsünglich stammt die Art aus Südamerika, wurde von dort bereits nach Nordamerika, Asien und Spanien verschleppt. „Ohne natürliche Feinde vermehren sich die Schnecken bei günstigen Bedingungen schnell“, schreibt das Julis-Kühn-Institut. Und in Deutschland wird es immer gemütlicher. „Je wärmer es wird – insbesondere auch im Winter – umso besser werden die Überlebensbedingungen der Schnecken im Freiland“, schreibt Dr. Schrader in einer aktuellen Presseaussendung. Klar ist: Die Temperaturen in Deutschland sind auf Rekord-Niveau. Wobei die Expertin zu Bedenken gibt, dass sich die Apfelschnecke durchaus auch an kältere Temperaturen anpassen könnte.
Pinke Eier unbedingt melden: „Jeder einzelne in der Bevölkerung kann mithelfen“
Was also tun, wenn die pinken Eier im Garten aufblitzen? Unbedingt melden, betont das Julius-Kühn-Institut auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. Noch hat sich die Apfelschnecke nicht in Deutschland eingenistet – und dabei sollte es auch bleiben. „Jeder einzelne in der Bevölkerung kann mithelfen“, sagt eine Sprecherin. Und dabei sollten sich Privatbürger auch nicht aus Sorge vor einer Falschmeldung zurückhalten – „das macht nichts.“
Während die Eier gut zu erkennen sind, ist es beim Tier nicht ganz so einfach. Die Apfelschnecke ist leicht mit der ähnlich aussehenden Süßwasserschnecke (Viviparus spp.) zu verwechseln, diese ist in Europa heimisch.
Einfuhr von Apfelschnecke verboten: Warnung vor invasiver Art – Aquarium-Halter sollen vorsichtig sein
Für die Apfelschnecke gilt in Deutschland eine Meldepflicht. Wer die Tiere oder ihre Eier sieht, sollte das beim zuständigen Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslands anzeigen. Das gilt übrigens für alle invasiven Arten.
Besondere Vorsicht gilt für Aquarium-Besitzer. Wer Pflanzen aus dem Ausland kauft, könnte die Tiere unbemerkt ins Haus bestellen. Deshalb rät das Julius-Kühn-Institut: Möglichst nur zertifizierte Pflanzen im Fachhandel anschaffen. Gerade Tauschbörsen sind gefährlich. Seit 2023 gilt ein Einfuhrverbot der EU für die Apfelschnecke.
Apfelschnecke aus Versehen eingeschleppt? Julius-Kühn-Insitut beruhigt: „Privatbürger hat nie den Schaden“
Wenn es doch passieren sollte, keine Sorge. „Ich hafte nicht, wenn ich eine Art aus Versehen einschleppe. Der Privatbürger hat nie den Schaden“, erklärt die Einrichtung. Melden sollten Betroffene es aber auf jeden Fall, wenn sie es denn bemerken. Wer unbewusst gegen die Meldepflicht verstößt, kann dafür natürlich auch nicht bestraft werden.
Das Julius-Kühn-Institut bittet Aquarium-Halter außerdem darum, das Aquarium richtig zu entsorgen, wenn sie es auflösen. So kann einer versehentliche Ausbreitung (auch anderer Arten) vorgesorgt werden. Das heißt: Aquarium nicht in der Toilette runterspülen oder in den Garten kippen, sondern in den Restmüll. Die Schnecke wird dann mit dem Abfall verbrannt und nichts passiert. In der Kanalisation könnten die Plagegeister hingegen überleben. (moe)
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