VonNatalie Hull-Deichselschließen
Ein Tumor im Mund oder Rachen kann lange unentdeckt bleiben. Um so wichtiger ist es, erste Hinweise wie geschwollene Lymphknoten am Hals ernst zu nehmen.
Mundhöhlen- und Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) zählt zu den Kopf-Hals-Tumoren und kann in drei Bereichen des Rachens (Pharynx) entstehen: in der Nasenhöhle bis zum Gaumen (Nasopharynx), im Mundinneren bis zu den Mandeln (Oropharynx) sowie im untersten Teil des Schlundes bis zur Luft und Speiseröhre (Hypopharynx). Am häufigsten tritt eine bösartige Rachenkrebserkrankung in der Mundhöhle im Oropharynx-Bereich auf. Die Symptome können lange unspezifisch sein, sodass gerade Menschen, die rauchen und regelmäßig Alkohol konsumieren, auf mögliche Veränderungen der Schleimhaut achten sollten.
An bösartigen Tumoren der Mundhöhle und des Rachens erkranken nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) jährlich in Deutschland häufiger Männer mit rund 9.350 Betroffenen, im Vergleich zu Frauen mit etwa 3.740 Krankheitsfällen. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind Männer durchschnittlich 63 Jahre alt, Frauen 66 Jahre.
Inhalt
- Mund- und Rachenkrebs – erste Anzeichen und Symptome
- Diagnose von Mundhöhlen- und Rachenkrebs
- Behandlungsmöglichkeiten bei Mund- und Rachenkrebs
- Prognose und Verlauf einer Rachenkrebs-Erkrankung
- Mund- und Rachenkrebs – Ursachen und Risikofaktoren
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Mundhöhlen- und Rachenkrebs
Mund- und Rachenkrebs – erste Anzeichen und Symptome
Eine Krebserkrankung des Schlundes (Pharynx) kann lange Zeit unentdeckt bleiben. Erste Anzeichen sind häufig geschwollene Lymphknoten – insbesondere einseitig am Hals. Tumore im Bereich der Nasenhöhle können sich durch anhaltenden Schnupfen bemerkbar machen oder führen häufig auch zu Nasenbluten. Einen Hinweis auf Mundhöhlenkrebs (Mundhöhlenkarzinom) im Oropharynx und Hypopharynx können Schluckbeschwerden und Halsschmerzen geben. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Grundsätzlich gilt: je früher eine mögliche Tumorerkrankung entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Dennoch bedeuten genannte Beschwerden nicht in jedem Fall eine ernstzunehmende Krankheit.
Weitere Symptome eines Rachentumors können sein:
- Schwellungen, Geschwüre oder Verfärbungen in der Mundhöhle oder Rachen (weiß oder rot), die schmerzhaft sind oder auch keine Beschwerden verursachen
- Vermehrter Speichelfluss
- Blutungen im Mund
- Beschwerden beim Kauen
- Brennen an der Zunge
- Das Gefühl von „Kloß“ im Hals, das auch das Sprechen erschwert
- Kratzen im Hals
- Heiserkeit
- Ohrenschmerzen
- Mundgeruch
- Taubheitsgefühl im Mund, beispielsweise an der Zunge oder am Gaumen
- Gewichtsverlust
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Diagnose von Mundhöhlen- und Rachenkrebs
Bei anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) aufzusuchen. Dieser wird bei Auffälligkeiten und einem möglichen Verdacht bestimmte Untersuchungen in die Wege leiten. Wichtiger Teil der Untersuchung sollte zunächst ein ausführliches Vorgespräch (Anamnese) sein, durch das Lebensweise, Risikofaktoren und mögliche familiäre Veranlagung abgefragt werden können. Anschließend wird der Arzt die Mundhöhle, Nasenhöhle oder Rachen mit entsprechenden Hilfsmitteln untersuchen. Dadurch können auch Auffälligkeiten in tieferen Bereichen des Naseninneren oder Rachens überprüft werden.
Was charakterisiert die Mehrheit der Rachenkrebstumore?
Die Mehrheit der bösartigen Tumore (über 90 Prozent) im Kopf- und Halsbereich gehen von den Schleimhautzellen aus und sind sogenannte Plattenepithelkarzinome.
Ist der Tumor bereits fortgeschritten und hat sich möglicherweise schon ausgebreitet, kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Halses mit vergrößerten Lymphknoten Aufschluss darüber geben. Aus den geschwollenen Lymphknoten können über eine dünne Nadel (Feinnadelpunktion) Zellen entnommen und mikroskopisch untersucht werden.
Ob tatsächlich ein Tumor vorliegt, kann letztlich durch eine Spiegelung (Endoskopie) mit Gewebeentnahme (Biopsie) unter Narkose festgestellt werden. Dadurch können auch die biologischen Eigenschaften des Tumors ermittelt werden, was für die Wahl der Therapie von Bedeutung ist. Bestätigt sich der Verdacht und liegt eine Krebserkrankung vor, wird mithilfe von Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) das Ausmaß des Tumors sowie mögliche Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen, beispielsweise der Lunge, bestimmt.
Behandlungsmöglichkeiten bei Mund- und Rachenkrebs
Der Therapieplan ist vor allem vom Stadium und der Art des Tumors abhängig. Fachärzte der verschiedenen Behandlungsformen werden gemeinsam ein Therapiekonzept entwickeln, das die Ergebnisse der feingeweblichen Diagnose, die Größe, den Ort und die Ausbreitung des Tumors (TNM) sowie Alter und Gesundheitszustand des Patienten berücksichtigt. Die Therapieverfahren der ersten Wahl sind bei Rachenkrebs – wie auch bei anderen Krebsarten, beispielsweise Magenkrebs und Darmkrebs – eine Operation, Bestrahlung (Radiotherapie) und die Chemotherapie. Im besten Fall kann ein Tumor im Mund- oder Rachenbereich komplett operativ, mit dem Ziel auf Heilung, entfernt werden (Resektion).
Je nach Stadium der Krebserkrankung kann es nötig sein, die Operation durch eine Strahlen- oder Chemotherapie zu ergänzen. Bei einer Strahlentherapie (Radiotherapie) zerstören ionisierende Strahlen, die von außen zugeführt werden, den Kern der Krebszellen.
Zunehmend werden zielgerichtete Therapien und neue Behandlungsverfahren wie die Immuntherapie (targeted therapy) mit beispielsweise wachstumshemmenden Antikörpern in das bisherige Behandlungskonzept eingebunden. Der Vorteil dieser Therapieformen ist, dass es sich nicht um Zellgifte wie bei Chemotherapeutika handelt. Zur Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren ist ein zielgerichtetes Medikament, mit dem sogenannten monoklonaren Antikörper Cetuximab, als mögliche Ergänzung zur Strahlentherapie oder Chemotherapie zugelassen.
Prognose und Verlauf einer Rachenkrebs-Erkrankung
Die Heilungschancen und mögliche Lebenserwartung bei Patienten mit Mund- und Rachenkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe des Tumors und ob dieser bereits Tochtermetastasen in umliegende Gewebe oder Organe gebildet hat. Zudem muss der allgemeine Gesundheitszustand des Einzelnen betrachtet werden – dieser beeinflusst den Therapieerfolg ebenfalls. Welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen, sollten Patienten ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprechen. Wie bei den meisten Krebserkrankungen, beispielsweise Lungenkrebs, erhöht sich auch beim Rachenkrebs die Chance auf eine erfolgreiche Therapie und mögliche Heilung, je früher der Tumor entdeckt wird. Der Erfolg einer Krebsbehandlung wird auch von regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen und der Risikosenkung eines Rückfalls (Rezidiv) bestimmt.
Mund- und Rachenkrebs – Ursachen und Risikofaktoren
Starker Alkoholkonsum, insbesondere Getränke mit hochprozentigem Anteil, und regelmäßiges Rauchen zählen zu den wichtigsten Auslösern und Risikofaktoren. Etwa vier von fünf Patienten mit Mundhöhlenkrebs sind Raucher.
Ähnlich wie im Fall von Gebärmutterhalskrebs steigt auch bei Rachenkrebs das Risiko einer Erkrankung durch eine Infektion mit dem humanen Papillom-Virus.
Zudem kann ein regelmäßiger Kontakt mit bestimmten Schadstoffen wie Asbest oder chrom- sowie nickelhaltigen Farben und Lacken die Entstehung von Mund- und Rachenkarzinomen begünstigen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Rachenkrebs
Wie sieht Rachenkrebs aus?
Rachenkrebs kann sich durch Schwellungen, Geschwüre sowie weißliche bis rötliche Verfärbungen in der Mundhöhle oder Rachen bemerkbar machen.
Ist Rachenkrebs heilbar?
Je nachdem, wie weit die Tumorerkrankung fortgeschritten ist, ob sich bereits Metastasen gebildet haben und welche Erfolgsaussichten durch eine Behandlung bestehen, kann Rachenkrebs heilbar sein.
Wie wird Rachenkrebs diagnostiziert?
In der Regel kann ein Hals-Nasen-Ohrenarzt durch bestimmte Untersuchungen wie Abtasten, Ultraschall und Spiegelung bereits Auffälligkeiten entdecken. Eine Gewebeentnahme (Biopsie) unter Narkose sowie eine Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) bestätigen das Wachstum und Ausmaß eines bösartigen Tumors.
Quellen
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/definition-und-haeufigkeit.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/therapie.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/symptome.html
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Mundhoehle_Rachenkrebs/mundhoehle_rachen_node.html
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/krebs/pharynxkarzinom-rachenkrebs-741793.html
https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/wissen/krankheiten-a-z/mund-und-rachenkrebs-1058276
https://www.dzi.uk-erlangen.de/patienten/krebserkrankungen/kopf-hals-tumoren/
https://www.kopf-hals-mund-krebs.de/
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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