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Für sechs Tage sollen die Züge der Deutschen Bahn größtenteils still stehen. Besonders Pendler müssen sich auf zahlreiche Zugausfälle und Verzögerungen einstellen.
München – Nach dem Streik ist vor dem Streik. Im anhaltenden Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL erneut dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Bereits zum zweiten Mal im Januar 2024. Schon zuvor hatte sich Gewerkschaftsführer Claus Weselsky unerbittlich gezeigt – und mit einem „längeren und härteren Streik“ gedroht.
Den Worten lässt er nun Taten folgen: satte sechs Tage soll der Ausstand andauern. Und damit deutlich länger als alle anderen Warnstreiks zuvor. Was Bahn-Reisende jetzt wissen müssen – ein Überblick.
Diese Strecken sind vom Mega-Streik der GDL betroffen
Als Startschuss für den Arbeitskampf hat die GDL Mittwoch (24. Januar) ausgemacht. Ab 2 Uhr soll es ruhig werden auf den Schienen, das vorgesehene Ende des Streiks ist Montag (29. Januar) um 18 Uhr. Direkt vom Streik betroffen ist derzeit lediglich die Deutsche Bahn, allerdings könnten auch regionale Bahnbetreiber wie Agilis, Go-Ahead und Länderbahn beeinträchtigt werden.
In einigen Städten kann das auch den S-Bahn-Verkehr mit einschließen, wie beispielsweise in München. In der bayerischen Landeshauptstadt ist schon ab Dienstagabend mit ersten Auswirkungen zu rechnen, heißt es vonseiten der Verkehrsgesellschaften. Auch in Frankfurt und Rhein-Main gibt es wohl einige Besonderheiten, wie fr.de schreibt: Während die U-Bahn und Tram regulär fahren sollen, gilt das auch hier nicht für Regional- und S-Bahnen. In Nordhessen sollen dagegen vereinzelte Regionalbahnlinien fahren. Auch einige Verbindungen in Norddeutschland bleiben wohl unberührt.
Genereller Start des Mega-Streiks ist bereits am Dienstag (23. Januar): ab 2 Uhr ist bundesweit der Güterverkehr betroffen. Tags darauf wird dann wie beschrieben der Personenverkehr bestreikt.
Deutsche Bahn reagiert auf Mega-Streik der Lokführer mit Notfall-Fahrplan
Wie bereits an Weihnachten soll auch dieses Mal ein Notfahrplan während des mehrtägigen Streiks greifen. Allerdings mit deutlich reduzierten Fahrten. Dafür wird es laut DB längere Züge und somit mehr Sitzplätze geben. Die Deutsche Bahn empfiehlt in einer Mitteilung, die Online-Fahrpläne regelmäßig einzusehen, um Änderungen nicht zu verpassen und bei Fernverkehrsreisen rechtzeitig eine Sitzplatzreservierung zu tätigen.
„Im Regionalverkehr ist es das Ziel, ein stark reduziertes Angebot zu fahren. In welchem Umfang dies möglich ist, unterscheidet sich regional stark“, so die Bahn im offiziellen Statement. Auf der Homepage werden die aktuellen Verkehrsmeldungen regelmäßig upgedatet.
Was Zuggäste, die im Streikzeitraum gebucht haben, jetzt tun können
Kommt es zum Streik oder Zugausfällen, haben Reisende gesicherte Ticket-Rechte. Laut der Deutschen Bahn können alle Fahrgäste, die eine Fahrt zwischen dem 24. bis 29. Januar geplant haben, das Ticket auch zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. „Die Fahrkarte gilt für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort – auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden“, so die Deutsche Bahn.
Der GDL-Streik verursacht vom 24.01. (Mittwoch) bis 29.01.24 (Montag) bundesweit massive Beeinträchtigungen des Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehrs der DB. Aktuelle Informationen auf https://t.co/rnaSSELCgU
— Deutsche Bahn Personenverkehr (@DB_Bahn) January 22, 2024
Deutsche Bahn vs. GDL: Warum beim Mega-Streik derzeit eine Pattsituation besteht
Seit November 2023 führt der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der GDL zu zahlreichen Warnstreiks, die auch den S-Bahn-Betrieb sowie den Regional- und Fernverkehr stark belasten. Der nun angekündigte Bahn-Streik ist der bisher längste im Tarifstreit. Bei einer Urabstimmung unter den Mitgliedern der GDL wurden unbefristete Streiks bei der Bahn beschlossen.
Die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn und der GDL befinden sich derzeit in einer Pattsituation. Die GDL fordert unter anderem eine Senkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich und 555 Euro mehr pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Das Gegenangebot der Deutschen Bahn lehnt die Gewerkschaft strikt ab, bezeichnet es als Scheinangebot. „Mit dem dritten und angeblich verbesserten Angebot hat die Deutsche Bahn AG erneut gezeigt, dass sie ihren bisherige Verweigerungs- und Konfrontationskurs unverdrossen weiter verfolgt – von Einigungswillen keine Spur“, hieß es in der GDL Mitteilung.
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