Verkehrsminister im Interview

Einzelne werden „zum Objekt gemacht“: Wissing-Klartext zu umstrittenen Führerschein-Pläne der EU für Rentner

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„Ich will keine verpflichtenden Tauglichkeitsprüfungen für Autofahrer über 70“, das erklärte Verkehrsminister Volker Wissing nun in einem Interview.

Kassel – Die neuen Führerschein-Pläne der EU haben es in sich, besonders für Rentnerinnen und Rentner ab 70 Jahren. Im Fokus: Senioren ab dem 70. Lebensjahr sollten künftig in einem bestimmten Zeitraum, genannt war unter anderem alle fünf Jahre, ihren Führerschein auffrischen müssen. Das sorgte für Empörung unter vielen Rentnern und Senioren. Folgende Vorschläge enthält der Entwurf unter anderem:

  • Befristung von Führerscheinen für Menschen ab 60 auf sieben Jahre
  • Befristung von Führerscheinen für Menschen ab 70 auf fünf Jahre
  • Befristung von Führerscheinen für Menschen ab 80 auf zwei Jahre
  • Einführung einer neuen Führerscheinklasse – der Klasse B+ für Autos über 1800 Kilo

Auch der Gesundheitszustand dieser Personengruppen soll durch eine verpflichtende ärztliche Untersuchung oder durch eine Selbsteinschätzung abgefragt werden. Was davon der Fall sein wird, das sollen die EU-Mitgliedsstaaten selbst entscheiden können. Nun hat sich auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zum Thema geäußert. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe wurde er besonders deutlich.

Führerschein-Pläne für Rentner ab 70: Das sagt Volker Wissing

„Ich will keine verpflichtenden Tauglichkeitsprüfungen für Autofahrer über 70, und ich bin zuversichtlich, dass sich dafür in der EU auch keine Mehrheit finden wird“, erklärt Wissing. Er setze sich entschieden dagegen zur Wehr, „dass der Einzelne immer mehr zum Objekt gemacht wird, sich Zwangsuntersuchungen unterziehen und nach Vorschriftskatalog seinen Alltag gestalten muss“.

Auch auf den Gesundheitsaspekt geht der Verkehrsminister ein. „Ich traue den Senioren schon zu, dass sie sich ohne staatliche Vorgaben und bürokratische Kontrolle mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen.“

Die EU-Kommission entscheidet im Dezember über die Einführung einer Fahrtauglichkeitsprüfung ab 70 Jahren. (Symbolbild)

Rentner von Führerschein-Plänen der EU besonders betroffen: Wissing äußert sich zur Unfallstatistik

Die Unfallstatistik verzeichne in der Altersgruppe über 70 keine signifikanten Zahlen bei schweren Unfällen, erklärt Wissing im Interview. Er geht auch auf die Ängste ein, die einige bereits geäußert hatten, nämlich die Angst vor der Ausgrenzung von Rentnern beim Verlust des Führerscheins. Viele ältere Menschen lebten auf dem Land. Deshalb sei ein selbstbestimmtes Leben ohne Auto für sie schwer möglich.

Er kritisiert damit auch einen weiteren Punkt der EU-Pläne. „Prüfungen auf Fahrtauglichkeit enthalten Aufgaben wie eine Fahrt von Berlin nach Hamburg. Das ist der objektive Maßstab.“ Senioren würden in der Regel aber eben nicht hunderte Kilometer über die Autobahn fahren. Viele nutzten das Auto, um den Supermarkt oder den Arzt im Nachbarort zu besuchen. Deswegen hält der Verkehrsminister die von der EU geplante Tauglichkeitsprüfung auch nicht für verhältnismäßig.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Kolumbien hat es auf Platz 10 geschafft – das Land bietet nämlich nicht nur ein tropisches Klima mit Traumstränden und Sonne das ganze Jahr über. Laut „Retirement Index“ hat Kolumbien auch gutes Gesundheitssystem. Für rund 1.000 US-Dollar im Monat kann man in Kolumbien außerdem ein gutbürgerliches Leben in kleineren Städten leben, für 2.000 Dollar in der Hauptstadt Bogota.  © Imago
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Dass Thailand für europäische Auswanderer ein Paradies ist, ist schon lange bekannt. Für Rentner lohnt es sich aber ganz besonders, weil es für Menschen ab 50 Jahren Sonderkonditionen für Langzeitvisen gibt. Zudem sind die Immobilienpreise hier besonders attraktiv: Eine Zweizimmerwohnung kann in Thailand für unter 30.000 Dollar erworben werden.  © IMAGO/Fokke Baarssen
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Wer lieber in Europa bleiben will, sollte sich Italien für die Rente genauer ansehen. Im Süden bleibt das Wetter auch im Winter warm mit Temperaturen um die 20 Grad. Laut „Retirement Index“ liegt Italien außerdem auf Platz 2 der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Lebenshaltungskosten liegen zwar höher als im Rentnerparadies Thailand. Aber für rund 2.500 Euro im Monat halten sich die Kosten auch hier in Grenzen.  © Imago
Étretat in der Normandie (Frankreich)
Solange man sich nicht gerade Paris aussucht, kann man sich als Rentner in Frankreich ein sehr schönes Leben machen. An der Côte d‘Azur ist es auch im Winter warm und sonnig, und für rund 200.000 Euro kann man sich schon ein Häuschen leisten. Das Gesundheitssystem ist ebenfalls sehr gut und günstig - ein normaler Arztbesuch kostet unter 10 Euro.  © Pixabay
Die Insel Santorin in Griechenland
An 250 Tagen im Jahr scheint in Griechenland die Sonne. Kein Wunder also, dass es im „Retirement Index“ auf Platz 7 liegt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, da die Griechen durchschnittlich mit unter 20.000 Euro im Jahr auskommen muss.  © Pixabay
Die kleine Stadt Nerja im Süden von Spanien
In Spanien können Rentner für weniger als 2.500 Dollar im Monat ein gutes Leben führen. Vor allem außerhalb der größeren Städte sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland. Die Essenskultur der Spanier ist ein echtes Highlight - und ein 3-Gänge-Menü kann in der Regel für weniger als 20 Euro geschossen werden. Außerdem ist Spanien eines der sichersten Länder Europas. © IMAGO/Martin Silva Cosentino
Regenwald und Sandstrand in Costa Rica
Wer den Lebensabend in den Tropen verbringen will, könnte sich Costa Rica aussuchen. Im „Retirement Index“ liegt das Land auf Platz 5. Für 3.000 US-Dollar im Monat kann ein Rentner-Paar ein schönes Leben führen, inklusive Wohnung. Wer über mehr Geld verfügt, kann schon fast im Luxus leben. Zudem gibt es wunderschöne Strände und Sonne das ganze Jahr über.  © Victor Bordera/Imago
Der Kratersee Quilotoa in den Anden von Ecuador
Es gibt nur wenige Länder, in denen die Lebenshaltungskosten so niedrig sind wie in Ecuador. Ein Rentner-Paar kann hier für 1.800 Dollar im Monat alles bekommen, was es zum Leben braucht. Kleine Wohnungen an der Pazifikküste gibt es für unter 150.000 Dollar zu kaufen. Neben den Stränden gibt es die Bergkulisse der Anden - es ist also für jeden was dabei.  © Imago
Die Stadt Bocas del Toro in Panama
Auch Panama kann mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem gehobenen Lifestyle bei Rentnern punkten. Für 150.000 Dollar können hier schöne Wohnungen gekauft werden. Zum Leben braucht man rund 1.000 Dollar Rente im Monat - in Deutschland gilt man mit dem Einkommen als armutsgefährdet, in Panama lebt man im Luxus. Es gibt auch ein Rentner-Visum, das relativ problemlos zu bekommen ist.  © Imago
Die Stadt Puerto Escondido an der Küste von Mexiko
Auf Platz 2 im „Retirement Index“ steht Mexiko. Rentner können hier für rund 800 US-Dollar im Monat ein entspanntes Leben führen, mehr braucht es nicht. Das Land hat außerdem ein modernes Gesundheitssystem, Arztbesuche kosten zwischen 300 und 800 Dollar im Jahr. Mit einem Kurzzeitvisum kann man vier Jahre lang in dem Land leben - muss das Visum aber jährlich aktualisieren.  © Imago
Spätsommer an der portugiesischen Algarve zwischen Portimao und dem Cabo de Sao Vicente / Die herrliche Badebucht Praia
Das beste Land für Rentner im Jahr 2023 ist Portugal. Warum? Weil es alle Wünsche erfüllt: Das Klima ist immer genau richtig, die Landschaft atemberaubend schön und es ist eines der sichersten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem wird von der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 12 der besten der Welt gesehen. Ein Ehepaar kommt mit 2.500 Dollar im Monat leicht über die Runden. © IMAGO/Rex Schober

Umfrage zu Führerscheinplänen der EU für Rentner und Senioren ab 70

In einer Umfrage des Onlineportals autoscout24.de wurden 1000 Autofahrer zwischen 18 und 65 Jahren nach ihrer Meinung zu den möglichen Führerschein-Änderungen für Rentner und Senioren befragt. Das Ergebnis: 86 Prozent der Teilnehmer halten regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfungen im Alter für sinnvoll. Auch die Altersgrenze von 70 Jahren wurde von einem großen Teil der Befragten befürwortet. (slo)

Rubriklistenbild: © Ok Shu/Imago

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