VonAnna Katharina Küstersschließen
Zwei Gemeinden setzen Grenzen: Bei ihnen dürfen nachts keine Mähroboter mehr durch die Gärten fahren. Zu groß ist die Gefahr für Igel.
Für Naturschützende kann das nur eine gute Nachricht sein: Die ersten Gemeinden entscheiden sich dazu, Mähroboter nachts in ihren Ladestationen zu parken. Die Gemeinden Borkheide und Nuthetal in Brandenburg haben festgelegt, dass sie zum Schutz der Igel das automatische Rasenmähen in der Nacht verbieten. Die Zahl der verletzten und verendeten Igel sei in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen, so die Wildtierhilfe Potsdam laut der Berliner Zeitung. Grund dafür waren häufig Kollisionen zwischen Igeln und Mährobotern.
Igel verenden kläglich
Mähroboter und Igel haben ein schwieriges bis tödliches Verhältnis zueinander. Igel rollen sich bei nahender Gefahr zusammen und bewegen sich nicht mehr. Die Mähroboter fahren dann in vielen Fällen laut dem Naturschutzbund Deutschland einfach über die Igel hinweg und lassen sie schwer verletzt im Rasen zurück. Ihre Stacheln bringen den Tieren als Schutzschild nichts.
In manchen Fällen skalpieren die Mähroboter die Igel direkt. In anderen Fällen schneiden die rotierenden Schnittmesser des Geräts den Tieren allerdings auch die Schnauze ab, sodass sich die Igel völlig machtlos in ein Versteck zurückziehen und dort unter starken Schmerzen verhungern. Da Igel in der Regel in der Abenddämmerung unterwegs sind, sind vor allem nachts herumfahrende Mähroboter ein Problem für sie.
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Zwei Gemeinden setzen dem ein Ende
In Brandenburg können Igel nun entspannter leben als im Rest von Deutschland. Das schon lange von Naturschutzverbänden geforderte Nachtfahrverbot für Mähroboter ist hier jetzt Wirklichkeit geworden. Die Gemeinden Borkheide und Nuthetal in Brandenburg haben beschlossen, dass bei ihnen zwischen 20 Uhr abends und sieben Uhr morgens die Roboter in ihren Stationen bleiben müssen.
Borkheide hatte sich laut der Berliner Zeitung schon im Dezember dazu entschieden, Nuthetal hat nun nachgezogen. Und weitere Gemeinden wollen dem Beispiel folgen. So will Hamburg-Harburg über ein Nachtfahrverbot bald abstimmen. Das Vorhaben ist jedoch nicht immer erfolgreich: In Berlin-Spandau scheiterte der Vorschlag bereits und wurde abgelehnt.
Eine weitere Lösungsmöglichkeit könnte sein, die Roboter mit besseren Sensoren auszustatten. Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung fordern beispielsweise strengere Auflagen für Hersteller solcher Geräte. Für Kundinnen und Kunden soll beim Kauf klar ersichtlich sein, wie gut die Geräte reagieren, wenn sie mit einem Igel zusammenstoßen. Letztlich schätzen aber auch die Wissenschaftler ein Nachtfahrverbot für die Mähroboter als einfachste Lösung ein.
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