VonNatalie Hull-Deichselschließen
Bei Schluckbeschwerden und Heiserkeit denken viele nicht gleich an Reflux als Ursache. Regelmäßiges Sodbrennen gilt als ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs.
Nach einer üppigen Mahlzeit oder dem Genuss von Alkohol erleben einige Menschen den Rückfluss von Magensäure (Reflux) in die Speiseröhre, was unangenehmes Sodbrennen verursacht. In manchen Fällen helfen Hausmittel gut. Die Beschwerden können aber besonders belastend werden, wenn sie regelmäßig auftreten, insbesondere im Liegen beispielsweise vor dem Schlafengehen. Es gibt Betroffene, wie Dr. Silja Schäfer der NDR-Ernährungsdocs aus der Praxis weiß, bei denen das Sodbrennen so extrem ist, dass es sogar die Stimmbänder angreift und mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden ist.
Regelmäßiges Sodbrennen erhöht das Risiko einer Krebserkrankung
Ein Ernährungsplan und das Führen eines Tagebuchs über das eigene Essverhalten können Reflux sowie Sodbrennen reduzieren und sogar vorbeugen – das Risiko für Folgeerkrankungen kann dadurch gesenkt werden.
Reflux macht sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar
Ein Reflux kann sich direkt durch Sodbrennen oder auch anhand unspezifischer Begleiterscheinungen bemerkbar machen. Dann spricht man von einem sogenannten stillen Reflux. Typische Symptome sind:
- Starkes Brennen hinter dem Brustbein
- Aufstoßen
- Brennen im Hals
- Druck in der Magengegend
- Magenschmerzen
- Völlegefühl
- Häufiges Räuspern
- Gefühl von „Frosch im Hals“
- Schluckbeschwerden
- Husten
- Heiserkeit
Gerade die Heiserkeit wird selten als Begleiterscheinung eines Reflux und Sodbrennen in Verbindung gebracht. Wenn der saure Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt und diese reizt, kann dies auch die Stimmbänder beeinträchtigen, was letztendlich Heiserkeit verursacht. „Dazu muss man vielleicht ein bisschen die Anatomie erklären. Also wenn ich was esse, dann geht das erstmal in den Mund und dann schlucke ich es über die Speiseröhre und anschließend geht es dann in den Magen. Und Sodbrennen bedeutet, Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre, [...] manchmal bis in den Mund [...]. Und dann kann es eben auch die Stimmbänder angreifen und es kommt zur Heiserkeit.“, erläutert Dr. Silja Schäfer der NDR-Ernährungsdocs im Podcast.
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Heiserkeit durch Sodbrennen vorbeugen
Um Heiserkeit durch Sodbrennen vorzubeugen, ist es ratsam, einige Maßnahmen zu ergreifen. Eine angepasste Ernährung, die fettige und würzige Speisen sowie säurehaltige Lebensmittel und Getränke einschränkt, kann helfen. Dr. Silja Schäfer empfiehlt „Clean Eating“, um Reflux langfristig vorzubeugen. Das Vermeiden von großen Mahlzeiten vor dem Schlafengehen und das Hochlagern des Oberkörpers während des Schlafs können den Rückfluss von Magensäure ebenfalls reduzieren.
Folgen von Heiserkeit durch Sodbrennen
Die Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt, kann die empfindlichen Schleimhäute der Stimmbänder reizen und zu Schwellungen sowie Entzündungen führen. Dies wiederum beeinträchtigt die normale Funktion der Stimmbänder und führt zu einer veränderten Klangqualität der Stimme. Für Betroffene, die auch beruflich auf ihre Stimme angewiesen sind, kann dies zum schwerwiegenden Problem werden.
Die Einnahme von Medikamenten, die die Magensäureproduktion hemmen, kann ebenfalls zur Linderung von Sodbrennen und damit verbundener Heiserkeit beitragen. Es ist jedoch wichtig, individuelle Präventions- und Behandlungsstrategien mit einem Arzt zu besprechen, um eine angemessene Betreuung zu gewährleisten.
Heiserkeit beobachten und abklären lassen
Heiserkeit als Symptom sollte nicht ignoriert werden, insbesondere wenn sie wiederholt auftritt. Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Maßnahmen sind entscheidend, um mögliche Ursachen zu identifizieren und eine angemessene Behandlung einzuleiten.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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