Was Reflux begünstigt

Sodbrennen vermeiden: Expertin empfiehlt „Clean Eating“ – mit welchen Lebensmitteln und Gerichten Sie vorbeugen

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Eine bewusste und gesunde Ernährung beugt dem lästigen Symptom vor. Clean Eating ist dabei eine vielversprechende Methode, um den Magen zu beruhigen.

Ein unangenehmes Brennen, das bis in den Rachen aufsteigt, ist vielen Menschen, die unter Sodbrennen leiden oder bereits Erfahrungen damit gemacht haben, nur allzu gut bekannt. Häufig lassen sich bestimmte Lebensmittel und Getränke als Auslöser für Reflux durchaus identifizieren. Eine wirksame Möglichkeit, diesem lästigen Symptom vorzubeugen, ist eine bewusste und gesunde Ernährung. Sogenanntes Clean Eating kann nachhaltig helfen, den Magen zu beruhigen und die Entstehung von Sodbrennen zu minimieren. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Clean Eating“, und welche Lebensmittel und Gerichte sind besonders empfehlenswert?

Was hilft gegen Sodbrennen? Oma fragen!

Rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet regelmäßig unter Sodbrennen. Effektive Maßnahmen gegen dieses brennende Gefühl und den Rückfluss von Magensäure können neben Medikamenten auch Hausmittel von Oma oder drei Spezial-Tipps sein, um Sodbrennen zu vermeiden und die Speiseröhre zu schützen.

Sodbrennen vermeiden und Speiseröhre schützen: Clean Eating ist einfach und schonend

Möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zubereiten und essen – so kann Reflux und Sodbrennen vorgebeugt werden.

Clean Eating ist keine kurzfristige Diät, sondern vielmehr ein gesunder Ernährungsansatz, der auf frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln basiert. Der Fokus liegt dabei auf natürlichen und nährstoffreichen Zutaten, die den Körper mit essenziellen Nährstoffen versorgen und zugleich den Säurehaushalt im Magen ausgleichen. Die Idee ist es, industriell verarbeitete Lebensmittel zu vermeiden und stattdessen auf Lebensmittel in ihrer ursprünglichen, unverarbeiteten Form zu setzen.

Es heißt, ich sollte die Lebensmittel eben auch erkennen, möglichst naturbelassen, natürliche Lebensmittel und die darf ich natürlich zubereiten. Je frischer, desto besser, desto gesünder – und schonend zubereiten, dass ich eben viele Nährstoffe auch erhalten kann.

Dr. Silja Schäfer im Podcast der NDR-Ernährungsdocs

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Für Clean Eating am besten regionale Lebensmittel wählen – bei verarbeiteten Produkten Zutatenliste prüfen

Um naturbelassene beziehungsweise möglichst natürliche Lebensmittel zu erhalten, empfiehlt es sich, regionale Produkte zu wählen. Durch kurze Transportwege können Nährstoffe besser erhalten bleiben. Regionale und frische Lebensmittel zu essen, ist im Alltag sicherlich nicht immer möglich. Viele Menschen kaufen für gewöhnlich im Supermarkt ein – natürlich auch verarbeitete Produkte. Da empfiehlt Dr. Schäfer unbedingt den Blick auf die Zutatenliste: „Je weniger Zutaten auf dieser Liste stehen, desto natürlicher ist dieses Lebensmittel. Und je länger, desto schlechter.“ Werden mehr als fünf Zutaten aufgelistet, kann es „schon kritisch“ werden, so die Allgemeinmedizinerin.

Ein bisschen industriell hergestellte oder verarbeitete Lebensmittel, das geht schon. Also Nudeln, Milch, Milchprodukte, die sind ja auch schon zum Teil verarbeitet. Es gibt verschiedene Stufen von Verarbeitungsgraden oder von hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Dr. Silja Schäfer gegenüber den NDR-Ernährungsdocs

Klassische Beispiele für sogenannte hoch verarbeitete Lebensmittel sind neben industriell hergestellten Süßigkeiten gerade die Fertiggerichte aus Dosen, Tiefkühlfertiggerichte, Tiefkühlpizza sowie Fertigsuppen. Hochverarbeitete Produkte, deren Zutatenliste auch viele E-Nummern enthält, begünstigen Reflux immens.

Auslösende Lebensmittel für Sodbrennen besser meiden – mit Hausmitteln und Medikamenten Beschwerden lindern

Kaffeebohnen
Auch wenn es die Kaffeeliebhaber unter den Sodbrennen-Geplagten weniger wahrhaben möchten: Der morgendliche Wachmacher regt nachweislich die Produktion der Magensäure an. Dabei kommt es auf die Art und Dauer der Röstung an. Je länger der Kaffee geröstet wurde, desto weniger Magen-reizende Chlorogensäure ist enthalten. Es kann schon helfen, die Kaffeesorte zu wechseln, um Sodbrennen zu minimieren oder ganz zu vermeiden.  © Nenov Images/Imago
Nussschnecke
Hmmm, lecker! Ein süßes Teilchen zum Kaffee schmeckt einfach köstlich. Doch Vorsicht: Frische Hefebackwaren wie Nussschnecken und Krapfen sowie Kekse gehören bei vielen Menschen, die für Sodbrennen anfällig sind, ebenfalls zu den typischen Auslösern. Das liegt zum einen an der enthaltenen Hefe, zum anderen an dem raffinierten Zucker, raffinierten Weißmehl und den gesättigten Fettsäuren, die Sodbrennen fördern. © azur13/Imago
Kohlensäure im Glas
Der Auslöser für zu viel Magensäure versteckt sich bereits im Wort selbst: Kohlensäure. Dabei enthält Sprudelwasser keine Säure, vielmehr gelöstes Kohlendioxid. In Mineralwasser und anderen Getränken enthalten, kann das gelöste Kohlendioxid Sodbrennen auslösen, da sich dadurch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen öffnet. So kann der Mageninhalt mitsamt der Säure in die Speiseröhre aufsteigen, was die typischen Refluxbeschwerden mit sich bringt. © Westend61/Imago
Gläser mit Alkohol
Auch alkoholische Getränke können bei einigen Menschen zu Sodbrennen führen. Insbesondere Sekt mit viel Kohlensäure und Weißwein mit erhöhter Säure bei einem ph-Wert von 2,8 bis 3, können den Reflux von vermehrtem Magensaft anregen. © Zoonar.com/Katerina Solovyeva/Imago
Frisch gepresste Zitronen
Säurehaltiges Obst wie Zitronen bestehen aus reichlich Säure, die Sodbrennen begünstigen kann. © Westend61/Imago
Grapefruit
Auch der Genuss frischer Grapefruit oder sauren Beeren kann bei manchen Menschen das Risiko für Sodbrennen erhöhen. © LuboIvanko/Imago
Salat mit Beeren und rohen Zwiebeln
Rohe Zwiebeln gelten als ein Lebensmittel, das einen Reflux von Magensäure begünstigen kann. In einer Studie, die im „American Journal of Gastroenterology“ veröffentlicht wurde, konnte festgestellt werden, dass eine einzige Zwiebelscheibe bereits zu einem signifikanten Anstieg von Wasserstoff-Ionen im Magen führt. Dies hat eine deutliche Zunahme von Sodbrennen zur Folge, wie das „Ärzteblatt“ berichtet. © Elet/Imago
Bruschetta-Brot mit frischen Tomaten
Auch Tomaten können die Magensaft-Produktion anregen und Sodbrennen begünstigen. Selbst nach dem Verzehr von Tomaten-Ketchup kann sich der Effekt einstellen. © ildi/Imago
Rote Paprika
Neben den Zwiebeln zählen auch rohe Paprika zu den Gemüsesorten, die Sodbrennen auslösen können. Um ihre Verdauung anzukurbeln, muss der Körper mehr Magensäure produzieren, wodurch es zu einem Rückfluss über die Speiseröhre bis in den Rachen kommen kann. © Vladdeep/Imago
Hering-Fisch
So gesund sie aufgrund ihrer Omega-3-Fettsäuren sind, fette Fischsorten wie Hering, Aal und Karpfen regen die Magensäureproduktion an und können durch übermäßigen Rückfluss zurück in die Speiseröhre und den Rachen Sodbrennen verursachen. © blickwinkel/Imago
Burger
Fettes und stark gewürztes Fleisch sowie fetthaltiger Käse können nach dem Verzehr – erst recht in Kombination wie bei einem Burger – die Produktion der Magensäure anregen und Sodbrennen verursachen. Wer auf Käse und gebratenes Fleisch reagiert, sollte den Konsum möglichst gering halten.  © Alex9500/Imago

Welche Ernährung Sodbrennen vorbeugen kann

Um Sodbrennen zu vermeiden, ist es wichtig, säurebildende Lebensmittel zu reduzieren. Hierzu gehören unter anderem scharfe Gewürze, fettreiche Speisen, Zitrusfrüchte und koffeinhaltige Getränke. Setzen Sie stattdessen auf Lebensmittel und Gerichte, die den Magen nicht reizen und somit (stillen) Reflux sowie Sodbrennen mit möglichen Folgen verhindern:

  • Bunte Gemüsesorten wie Spinat, Brokkoli, Karotten und Paprika sind reich an Ballaststoffen und unterstützen eine gesunde Verdauung.
  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot, -nudeln und -reis liefern Ballaststoffe und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.
  • Mageres Eiweiß: Fisch, Hühnchen, Tofu und Bohnen sind gute Quellen für mageres Eiweiß, welches auch die Muskelgesundheit fördert.
  • Obst: Frisches Obst wie Äpfel, Bananen und Beeren versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Gesunde Fette: Avocados, Nüsse und Olivenöl enthalten gesunde Fette, die den Magen-Darm-Trakt unterstützen.
  • Statt herkömmlichem Zucker eher natürlichere Süßungsmittel wie Honig, Dattelsirup oder Agavendicksaft wählen

Im Prinzip ist alles erlaubt, aber je natürlicher, desto besser.

Dr. Silja Schäfer im Podcast der NDR-Ernährungsdocs

Clean Eating zur Vorbeugung von Reflux und Sodbrennen – Ideen für Gerichte

Clean Eating zur Vorbeugung von Reflux und Sodbrennen – Ideen für Gerichte

Gemüse-Pfanne mit Quinoa:

Zutaten:
Bunte Gemüsesorten (z. B. Paprika, Brokkoli, Zucchini)
Quinoa
Knoblauch und Zwiebeln
Olivenöl
Gewürze nach Belieben (z. B. Kurkuma, Paprika, Salz, Pfeffer)

Zubereitung:
Das Gemüse in Olivenöl anbraten, Quinoa zugeben und mit Gewürzen abschmecken.

Gegrillter Lachs mit Avocado-Salsa:

Zutaten:
Frischer Lachs
Avocado
Tomaten
Frühlingszwiebeln
Limettensaft
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Den Lachs grillen und mit einer Salsa aus Avocado, Tomaten, Frühlingszwiebeln, Limettensaft, Salz und Pfeffer servieren.

Haferflocken-Bowl mit Beeren und Mandeln:

Zutaten:
Haferflocken
Mandelmilch
Frische Beeren (z. B. Erdbeeren, Blaubeeren)
Mandeln (gehackt)
Honig oder Ahornsirup

Zubereitung:
Haferflocken mit Mandelmilch kochen, mit frischen Beeren, gehackten Mandeln und einem Schuss Honig oder Ahornsirup garnieren.

Eine magenfreundliche Ernährung durch Clean Eating kann einen bedeutenden Beitrag zur Vorbeugung von Sodbrennen leisten. Indem man auf frische, unverarbeitete Lebensmittel setzt und säurebildende Nahrungsmittel begrenzt, unterstützt man nicht nur die Verdauung, sondern fördert auch das allgemeine Wohlbefinden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © scerpica/Imago

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