„Aua!“

Erstmals mit einem Auto „Kohle verbrannt“: JP Kraemer über den Wertverlust seines Porsche Taycan

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Für 205.000 Euro kaufte sich JP Kraemer einst einen Porsche Taycan Turbo S. Doch der Wertverlust war offenbar hoch. Der Tuner sagt, er habe damit Geld verbrannt.

Zuletzt erlebte der Boom der E-Mobilität in Deutschland einige Dämpfer. Im Dezember 2023 wurde überraschend die Förderung der Elektroautos per Umweltbonus gestrichen, im Januar brachen die E-Auto-Neuzulassungen im Vergleich zum Vormonat deutlich ein. Sowohl der Verband der Automobilindustrie (VDA) als auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnen mit einem Elektroauto-Absatzrückgang im gesamten Jahr 2024. Der hohe Wertverlust von gebrauchten Elektroautos bereitet nicht nur den Händlern Kopfzerbrechen. Auch der Dortmunder Tuner Jean Pierre „JP“ Kraemer hat sich nun offenbar mal informiert, was er für seinen rein elektrisch angetriebenen Porsche Taycan noch bekommen würde.

„Aua!“: Tuner JP Kraemer über den Wertverlust seines Porsche Taycan Turbo S

In einem Video auf seinem YouTube-Kanal „JP Performance GmbH“ (weiter unten zu finden) spricht der Tuner unter anderem über Sammlerautos. Dabei kommt er auch auf seinen Elektro-Porsche zu sprechen. Er habe überlegt, den Taycan zu verkaufen, sagt JP Kraemer. „Und habe mich nicht mit dem Gebrauchtwagenwert beschäftigt... Aua!“ Vor etwa drei Jahren habe er den Wagen für 205.000 Euro gekauft. „Und jetzt kriegst du für das Auto fünfstellig“, sagt JP. Dabei betont er, dass es sich um einen Turbo S handele. „Wo ich ganz klar sage, das würde ich nie in meinem Leben wieder tun“, so der Tuner. „Die höchste Motorisierung würde ich nicht mehr kaufen.“ Da müsse man schon ein Enthusiast sein.

JP Kraemer sieht in Elektroautos „ein Verbrauchsding wie ein Handy“

„Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge ist ein sehr schweres Thema“, sagt JP Kraemer, der sich vor einigen Monaten harter Fankritik ausgesetzt sah. Dass es um E-Autos einmal einen ähnlichen Sammler-Hype geben werde wie um manche Verbrenner, glaube er nicht. „Es wird ein Verbrauchsding, wie ein Handy.“ Dauernd werde das aktuelle Modell durch ein neueres ersetzt. Ausnahme seien möglicherweise extreme Kleinserienfahrzeuge, wie etwa ein Rimac Nevera.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

JP Kraemer über seinen Taycan: „Das ist das erste Auto, wo ich Kohle verbrannt hab.“

„Der Taycan kam raus, da war das technologisch echt gut. Ich hab echte 340 Kilometer Reichweite im Sommer – voll geladen“, erklärt der Tuner. Wenn man jedoch jetzt in ein modernes Elektroauto einsteige, würden da schon auch mal 680 Kilometer Reichweite angezeigt. „Davon träumt mein Taycan.“ Er brauche zwar nicht mehr, sagt der Tuner. Dennoch sei diese Reichweite inzwischen „technologisch weit hinten“. Und so etwas werde immer öfter passieren. „Das ist das erste Auto, wo ich Kohle verbrannt hab.“

In einem seiner Videos hat JP Kraemer nun offen über den Wertverlust seines Porsche Taycan Turbo S gesprochen.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Elektroautos: Viele Deutsche wollen nicht umsteigen – oder erst in ein paar Jahren

Tatsächlich ist die Reichweite von Elektroautos in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Dennoch stehen viele einem Stromer-Kauf nach wie vor skeptisch gegenüber: Laut einer DAT-Umfrage kann sich aktuell mehr als ein Drittel der Deutschen aktuell nicht vorstellen, auf einen Stromer umzusteigen. Knapp 40 Prozent wären zwar theoretisch dazu bereit, jedoch fast die Hälfte davon frühestens in fünf Jahren, ein Drittel in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Rubriklistenbild: © YouTube (JP Performance GmbH)

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