Anrechnung der Einkünfte

Witwenrente ab Juli 2026: Tabelle zeigt, wie viel Geld behalten werden darf

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Höhere Freibeträge im Sommer 2026 führen bei vielen Witwen zu mehr Geld auf dem Bankkonto. Das ist eine gute Nachricht für Hinterbliebene mit soliden Einkünften.

Männer mit verstorbenem Ehepartner bekamen 2024 im Schnitt 439 Euro Witwerrente in Deutschland überwiesen – und damit rund 350 Euro weniger als die Frauen, bei denen durchschnittlich eine Witwenrente von 793 Euro auf dem Bankkonto landete. In vielen Fällen wären die Bezüge noch höher ausgefallen, wenn eine Anrechnung wegen eines hohen eigenen Einkommens das nicht verhindert hätte – speziell die Männer trifft es hier oftmals hart.

Geschlechterübergreifend wurde bei mehr als zwei Millionen Hinterbliebenen das Geld gekürzt. Allerdings profitieren diese im Sommer 2026 wieder von höheren Freibeträgen. echo24 hat ausgerechnet, welche Minderungen ab Juli bei welchem eigenen Einkommen drohen.

Neue Freibeträge bei der Rente wegen Todes können das Netto auf dem Konto ab Juli 2026 erhöhen.

Wie stark die Rente wegen Todes bei hohen Einkünften ab Juli 2026 sinkt

Durch die Integration des Rentenzuschlages ab Dezember 2025 erzielen automatisch viele Hinterbliebene ein höheres Einkommen, weil er ab diesem Zeitpunkt dazugerechnet wird. Einen Zuschlag auf die Witwenrente wird denjenigen Hinterbliebenen gewährt, deren verstorbener Ehepartner eine Erwerbsminderungsrente bezogen hat oder vor der Regelaltersgrenze verstorben ist.

Wie viele Hinterbliebenenrenten werden ausgezahlt?

Mehr als 5,4 Millionen Hinterbliebenenrenten hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) im Jahr 2024 ausgezahlt. Allein 4,4 Millionen davon bekamen Frauen überwiesen. Deutlich weniger entfallen auf Männer (mit gut 750.000) und Waisen. Ein Grund dafür: Bei Männern ruht die Rente wegen Todes oftmals wegen eines zu hohen Nettoeinkommens vollständig.

Allerdings hebt der Gesetzgeber im Juli 2026 wieder die Freigrenzen an – das heißt, mehr Geld kann ohne Anrechnung behalten werden. Bis zum 30. Juni 2026 gilt noch ein Schonbetrag von 10776,86 Euro. Für jedes waisenrentenberechtigte Kind liegt er noch einmal um 228,42 Euro höher. Ab dem 1. Juli 2026 könnten die Werte auf 1116,98 Euro beziehungsweise 236,94 Euro zusätzlich pro Kind steigen, weil sich der Rentenwert von 40,79 Euro auf dann geschätzt 42,31 Euro erhöhen wird.

Eine Berechnung zeigt, wie die Freigrenze bei der Rente wegen Todes ab Juli 2026 ermittelt wird:

Ohne Kind: Neuer Rentenwert (42,31) mal 26,4 = 1116,68 Euro.

Zusätzlicher Freibetrag pro Kind: Neuer Rentenwert (42,31) mal 5,6 = 236,94 Euro.

40 Prozent des ermittelten Nettoeinkommens über dem Freibetrag zieht die Rentenversicherung von der Hinterbliebenenrente ab. Wer etwa Einkünfte von mehr als 1700 Euro erreicht, bei dem werden 233,20 Euro angerechnet. Aktuell werden bei dieser Geldsumme noch knapp 250 Euro von der Witwenrente gekürzt.

Anrechnungsbeträge pro Einkommen bei der Witwenrente ab Sommer 2026 in der Tabelle:

Höhe des Einkommens Abzüge
11170 Euro
120033 Euro
130073,20 Euro
1400113,20 Euro
1500153,20 Euro
1600193,20 Euro
1700233,20 Euro
1800273,20 Euro
1900313,20 Euro
2000353,20 Euro

Löhne steigen auch 2026 – womit höhere Kürzungen bei der Hinterbliebenenrente entstehen

Zwar gibt es erst im kommenden Frühjahr definitive Gewissheit darüber, wie hoch der Wert für einen Rentenpunkt ausfallen wird, an dessen Höhe sich der Freibetrag bemisst. Der Rentenversicherungsbericht der Merz-Regierung von November liefert aber jetzt schon Zahlen, die zeigen, auf welche Kürzungen sich Witwen und Witwer, je nach Höhe ihrer erzielten Einkünfte, einstellen können.

Wer allerdings ein Lohnplus im Geldbeutel verzeichnen kann, muss womöglich ähnliche Kürzungen wie bisher hinnehmen, weil die Abzüge bei höheren Nettoeinkünften steigen. Der Arbeitskreis „Gesamtwirtschaftliche Vorausschätzungen“ hat sich mit der Lohnentwicklung für die Jahre 2025 bis 2029 beschäftigt und dazu Annahmen getroffen. Demnach steigen die Bruttolöhne und -gehälter pro Arbeitnehmer 2025 im Schnitt um 3,6 und im Jahr 2026 um 3,3 Prozent. Das Durchschnittsgehalt in Deutschland soll 2026 bei 51.944 Euro liegen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/cocoon studio

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