Vereinzelte Kritik

„Haarscharf“: VfB-Fan prangert Versäumnisse von Wehrle und Vogt an

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Vor der Mitgliederversammlung werden vereinzelt kritische Stimmen gegen die VfB-Bosse Alexander Wehrle und Claus Vogt laut.

Stuttgart - Dafür, dass am Sonntag (10. September) die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart ansteht, ist es erstaunlich ruhig. Zwar gibt es Abwahlanträge gegen den VfB-Präsidenten Claus Vogt, erfolgversprechend sind diese aber nicht. Ansonsten muss man schon gezielt danach suchen, um auf kritische Worte zu stoßen. Auch die Vereinsbosse wissen aber, dass dies vor allem dem guten Saisonstart zu verdanken ist. Immerhin haben die Fans im eigenen Stadion schon zwei Kantersiege feiern dürfen.

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VfB-Bosse Alexander Wehrle und Präsident Claus Vogt stehen im Fokus

In der Bundesliga wohlgemerkt, was im Winter des vergangenen Jahres nicht selbstverständlich war. Damals gab es viele kritische Stimmen, vor allem gegen VfB-Boss Alexander Wehrle und den Präsidenten Vogt. Daran erinnerte nun ein Fan bei Twitter, der im Vorfeld der Mitgliederversammlung schrieb, man solle niemals vergessen, „dass das Duo Vogt/Wehrle aus eigennützigen Gründen den erfolgversprechenden Pfad beendet und den VfB haarscharf in die 2. Liga geführt hätte. So etwas darf sich nie mehr wiederholen.“

Eine Kritik, die nach dem Saisonstart etwas aus der Zeit gefallen wirkt. Immerhin steht der VfB aktuell auf dem 3. Tabellenplatz. Zu dem Post veröffentlichte der Fan mehrere Bilder des Ex-Sportdirektors Sven Mislintat, der darauf mit Enzo Millot, Serhou Guirassy, Chris Führich, Thomas Hitzlsperger und Thomas Krücken (NLZ-Chef, der zu Manchester City wechselt) zu sehen ist.

Was er damit sagen will? Vermutlich, dass Mislintat für die Verpflichtungen der aktuellen Leistungsträger verantwortlich ist und dementsprechend sein Aus in Stuttgart auf lange Sicht problematisch werden könnte. Auch negativ fasst er wohl auf, dass Krücken und Hitzlsperger nicht mehr Teil der VfB-Familie sind, wofür es jedoch verschiedene und durchaus nachvollziehbare Gründe gibt.

Labbadias Verpflichtung haben manche VfB-Fans noch nicht verkraftet

Was der Twitteruser allerdings berechtigterweise anprangert, ist die einstige Verpflichtung von Trainer Bruno Labbadia, die VfB-Boss Wehrle als Sportvorstand in Personalunion zu verantworten hat. Labbadia versuchte krampfhaft seine defensive Idee von Fußball auf eine Mannschaft zu stülpen, die von ihrem Offensivdrang lebt. Ein Fehler, den die VfB-Bosse, vor allem in der Verantwortung des Sportdirektors Fabian Wohlgemuth, durch die Anstellung von Sebastian Hoeneß behoben.

Mit dem Tweet stieß der Verfasser übrigens nicht nur auf Anerkennung, denn längst wird im Netz, wo Mislintat lange nicht kritisiert werden durfte, auch die Arbeit des heutigen Sportchefs von Ajax Amsterdam hinterfragt. Einer schrieb deshalb: „Ich habe auch Mislintat gefeiert, aber jetzt ist auch mal Schluss. Mit Mislintat und Matarazzo werden wir beinahe zweimal abgestiegen. Könnte man einfach mal das Kapitel abschließen?“

An VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle und Präsident Claus Vogt dürfte die vereinzelte Kritik derzeit abprallen.

Bei der letztjährigen Mitgliederversammlung Anfang September waren Mislintat und Matarazzo übrigens noch im Amt. Damals schien die Stimmung nach außen noch gut zu sein, während es intern längst brodelte. Der Grund dafür war Wehrles pompöse Präsentation der Berater Philipp Lahm und Sami Khedira sowie Christian Gentner als Leiter der Lizenzspielerabteilung. Mislintat wusste davon nichts, sodass die MV vor einem Jahr der Anfang vom Ende Mislintats war. Rund um diese Thematik sprach der damalige Sportdirektor davon, es sei nicht seine „Show“. Nicht seine, aber eben die von Wehrle, der daraus offenbar gelernt hat. Zumindest müssen die Mitglieder bei der Versammlung am Sonntag nicht mit einer Überraschung rechnen.

Rubriklistenbild: © Michael Weber IMAGEPOWER/IMAGO

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