Frauen-EM 2025: Favoriten im Check – wer gewinnt den Euro-Titel?
VonNiklas Kirk
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Bei der Frauen-EM 2025 in der Schweiz messen sich die Topteams Europas. Alles Wissenswerte zu den Favoriten Spanien, England und den Chancen des DFB-Teams.
Frankfurt - Im Sommer 2025 wird die Schweiz zur Bühne für den Kampf um den europäischen Fußballtitel. Vom 2. bis 27. Juli messen sich die stärksten Frauen-Nationalteams Europas bei der Europameisterschaft. Auch die DFB-Frauen unter der Leitung von Bundestrainer Christian Wück sind mit von der Partie. Wer sich dabei die besten Chancen auf den EM-Titel in der Schweiz erhoffen darf und wie es um das deutsche Team bestellt ist, erfahren Sie hier.
EM-Check: Spanien gilt als absoluter Topfavorit der Frauen-EM 2025
Schon bevor in den Schweizer Arenen das Turnier angepfiffen wird, herrscht Einigkeit darüber, dass Spanien als absoluter Favorit in das Turnier geht. Es wäre der logische Schritt einer Entwicklung, die im Weltmeistertitel 2023 und dem Nations-League-Gewinn 2024 ihren vorläufigen Höhepunkt fand.
Die zweimalige Weltfußballerin Aitana Bonmatí liefert hierzu vor der EM einen Erklärungsansatz: „Physischer“ sei die Mannschaft geworden, weshalb ihr in Kombination mit ihrer technischen Stärke nur schwer beizukommen ist. Aitana und Alexia Putellas als Taktgeberinnen des spanischen Spiels sind dabei allein Beweis genug, um diese Stärken zu verdeutlichen.
Ebenso erwähnenswert ist jedoch eine regelrechte Achse auf dem Feld, die den Ibererinnen ihre hohe Verteidigung und aggressives Gegenpressing ermöglicht. Diese beginnt in der Abwehr mit der erfahrenen Irene Paredes, setzt sich fort über die beiden Ausnahmekönnerinnen Aitana und Alexia im Mittelfeld und reicht bis zur Flügelspielerin Mariona.
Eine besondere Geschichte bringt zudem Stürmerin Salma Paralluelo mit: Sie kehrte erst im Sommer 2022 ihrer verheißungsvollen Leichtathletik-Karriere den Rücken, um in Vollzeit für Spanien und den FC Barcelona auf Torejagd zu gehen. Das Turnier in Gruppe B beginnt für das Team von Trainerin Montserrat Tomé dennoch anspruchsvoll – in der Gruppe warten Portugal, Italien und Belgien.
Die Arenen der Frauen-EM 2025 – Hier rollt der Ball bei der Women‘s EURO
Ein nicht minder gewichtiges Wort wollen die „Lionesses“ im Rennen um den Titel mitreden. Doch England-Trainerin Sarina Wiegman musste vor dem Turnier gleich drei prominente Rücktritte verkraften: Fran Kirby, Torhüterin Mary Earps und Millie Bright werden allesamt nicht mehr mit von der Partie sein.
Die nächste große Hürde für den Titelverteidiger wartet gleich zu Beginn des Turniers: Mit Spielen gegen Geheimfavorit Frankreich, die Niederlande und dem Nachbarschaftsduell mit Wales gilt die Gruppe D als klare „Todesgruppe“ der EM.
Fußball-Europameisterschaft der Frauen - alle Titelträger im Überblick
Dennoch ist den Engländerinnen ausreichend Rückenwind gewiss. Spielerinnen von Meister Chelsea und Champions-League-Sieger Arsenal stellen fast die Hälfte des gesamten Kaders. Mit Offensiv-Stars wie Beth Mead, Alessia Russo und Lauren Hemp ist der Kader außergewöhnlich besetzt. Auch Bundesliga-Legionärin Georgia Stanway vom FC Bayern dürfte im zentralen Mittelfeld auf reichlich Einsatzzeit kommen.
Deutschland - Ist die DFB-Auswahl EM-Titelreif?
Und das deutsche Team? Unter Expertinnen und Experten ist nicht selten von einer „Wundertüte“ die Rede. Im Interview mit dem RND sprach etwa Ex-Nationalkeeperin Almuth Schult davon, den Titel als Ziel auszurufen, sei „vermessen“. Realitätsnäher erscheine ihr das Erreichen des Halbfinals – das entspräche auch besser dem europäischen Vergleich. Ex-Kapitänin und Sturm-Ikone Alexandra Popp hält gar vom Vorrundenaus bis zum Titel alles für realistische Szenarien. Diese wankelmütigen Prognosen zeigen erstaunliche Parallelen zu den Auftritten des DFB-Teams in den vergangenen Monaten.
Seit der Übernahme durch Christian Wück ist das Spiel risikoreicher geworden, mehr junge Talente erhalten eine Chance, und die Ergebnisse – wie zuletzt in der Nations League – waren oft sehenswert und hoffnungsvoll. Die positiven Seiten gehen jedoch mit mangelnder Konstanz einher: Die neue Spielweise führte zu teils haarsträubenden Defensivfehlern und deutlichen Leistungsschwankungen innerhalb einer Partie. Hinzu kommen externe Störgeräusche von enttäuschten und nicht berücksichtigten Spielerinnen wie Nicole Anyomi oder Felicitas Rauch.
Geführt wird das Team von einem breiten Fundament, das vor allem in der Zentrale und Offensive über enormes Potenzial verfügt. Sjoeke Nüsken und Elisa Senß sollen gemeinsam mit Routiniers wie Sara Däbritz den Ausfall von Lena Oberdorf kompensieren und für Stabilität im Spiel sorgen. In der Offensive bringen Laura Freigang und Selina Cerci die nötige Breite ins Spiel, damit die Last nicht allein auf dem Bayern-Block um Lea Schüller, Klara Bühl und Linda Dallmann liegt.
Frankreich – Beeinträchtigen Unruhen die Frauen-EM?
Auch Frankreich, eines der insgesamt 16 EM-Teams, gehört zum Favoritenkreis. Bei der EM 2022 stand das Team im Halbfinale, bei der Nations League 2024 im Finale, das mit 0:2 gegen Spanien verloren ging. Doch im französischen Lager herrschte vor dem Turnier Unruhe: Trainer Laurent Bonadéi strich mit Wendie Renard, Eugénie Le Sommer und Kenza Dali gleich drei prominente Namen – insgesamt 444 Länderspiele Erfahrung fielen damit weg.
Schon zuvor galt der Kader nicht als Hort der Harmonie. 2023 musste Corinne Diacre ihren Posten räumen, nachdem sie mit den Starspielerinnen Kadidiatou Diani, Marie-Antoinette Katoto und Wendie Renard über Kreuz lag. Trotzdem zählt die Équipe Tricolore aufgrund ihrer Qualität zum engeren Favoritenkreis. Getragen wird das Team von den Offensivstars Katoto, Diani und Clara Mateo, die vor allem für die Tore sorgen sollen. Griedge Mbock soll nach dem Aus von Renard die Defensive organisieren.
Fußballer, Fußballerinnen und nochmal Fußballer – die Partner unserer DFB-Stars bei der Frauen-EM
Ein erster Schritt in Richtung Überraschungstitel wäre das Überstehen der Gruppenphase – keine leichte Aufgabe in der schweren Gruppe D mit Mitkonkurrenten wie England, den Niederlanden und Wales. Wenn die französische Mannschaft ihre Moral hochhält, ist über den gesamten Turnierverlauf mit ihr zu rechnen.
Weiterer Anwärter bei der Frauen-EM 2025 - Was macht Gastgeber Schweiz?
Als Gastgeber profitiert die Schweiz von der automatischen Qualifikation und der Heimunterstützung. Das Team um Kapitänin Lia Wälti hat sein Basecamp in Thun aufgeschlagen und bereitet sich intensiv vor. In Gruppe A mit Norwegen, Island und Finnland haben sie realistische Chancen aufs Viertelfinale. Die Schweizerinnen wollen dem Beispiel der letzten Gastgeber folgen, die beide den Titel holten. Vor dem Turnier gibt es allerdings Unruhen um Superstar Alsiha Lehmann.
Die Niederländerinnen durchleben eine schwierige Phase vor der EM. In der Nations League kassierten sie eine deutliche 0:4-Niederlage gegen Deutschland, was ihre Schwächen offenbarte. Trotz ihrer Erfolge als EM-Sieger 2017 und Finalist 2019 ist die aktuelle Form besorgniserregend. Das Team von Andries Jonker muss sich schnell steigern, um in der schweren Gruppe D mit England und Frankreich zu bestehen.
Italien qualifiziert sich als Gruppensieger der Liga A1 für die EM und zeigt eine solide Entwicklung. Als erfahrenes Team mit zwölf EM-Teilnahmen bringen die Italienerinnen viel Turniererfahrung mit. In Gruppe B treffen sie auf Weltmeister Spanien, was ein echter Gradmesser für ihre Ambitionen wird . Italien gilt eher als Außenseiter, könnte aber für Überraschungen sorgen.
Die Schwedinnen mussten den Umweg über die Playoffs nehmen, setzten sich dort aber durch. Mit zehn EM-Teilnahmen und einem Titel (1984) gehören sie zu den erfahrensten Teams. In der schweren Gruppe C mit Deutschland und Dänemark wird es ein harter Kampf um das Viertelfinale. Ihre Form ist durchwachsen, aber bei Turnieren sind sie traditionell gefährlich. Ein schwedischer Erfolg wäre jedoch eine Überraschung.
Wer holt den Titel in der Schweiz? Das sagen die Buchmacher
Auch die Buchmacher setzten sich mit der Frage der Favoritenrolle auseinander. Spanien geht mit einer Quote von 2,90 als Top-Favorit ins Turnier, dicht gefolgt von Titelverteidiger England (5,00) und Frankreich (5,50), das trotz interner Umbrüche nicht unterschätzt werden darf.
Auch Deutschland (6,00) wird der Sprung ins Halbfinale zugetraut – mit etwas Konstanz ist sogar mehr drin. Dahinter klafft eine Lücke: Schweden (15,00) und die Niederlande (18,00) gelten als Außenseiter mit Potenzial, während Dänemark, Gastgeber Schweiz (jeweils 25,00) und Italien (30,00) vor allem auf den Heimvorteil oder einzelne Glanzmomente hoffen dürfen.
Titelfavoriten bei der Fußball-EM der Frauen - die Quoten in der Übersicht
Team
Siegquote
Spanien
2,90
England
5,00
Frankreich
5,50
Deutschland
6,00
Schweden
15,00
Niederlande
18,00
Vorgezogenes Finale der Frauen EM 2025 in Todesgruppe D?
Ein besonderes Augenmerk dürfte auf Gruppe D liegen - eine echte Hammer-Gruppe bei der Frauen-EM. Hier treffen mit England, Frankreich und den Niederlanden gleich drei Hochkaräter aufeinander. Außenseiter Wales muss sich also warm anziehen.
England geht als Titelverteidiger und Favorit ins Turnier, muss aber ohne Schlüsselspielerinnen wie Mary Earps und Fran Kirby auskommen. Die Lionesses unter Sarina Wiegman stehen unter enormem Erfolgsdruck. Frankreich präsentiert sich unter dem neuen Trainer Laurent Bonadei in starker Verfassung und hat sich bereits für das Nations League Final Four qualifiziert. Les Bleues gelten als Englands härtester Konkurrent um den Gruppensieg. Das Duell England gegen Frankreich am 5. Juli in Zürich wird bereits als vorgezogenes Finale gehandelt.
Die Niederlande durchleben eine Formkrise – die deutliche 0:4-Niederlage gegen Deutschland in der Nations League offenbarte große Schwächen. Trotz EM-Titel 2017 und WM-Finale 2019 sind die Chancen auf das Viertelfinale gesunken. Wales feiert als EM-Debütant eine historische Premiere, ist aber klarer Außenseiter. Gegen die drei Schwergewichte wird es extrem schwierig, Punkte zu sammeln. Ein Weiterkommen wäre eine echte Sensation. (nki)
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Sendeplan und den TV-Übertragungen der Frauen-EM 2025
Wann beginnt die Frauen-EM 2025 in der Schweiz?
Die UEFA Women‘s EURO 2025 startet am 2. Juli und endet mit dem Finale am 27. Juli 2025.
Wo kann man die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sehen?
Alle DFB-Spiele laufen live im Free-TV bei ARD oder ZDF – zusätzlich bei MagentaTV mit erweiterten Features.
Ist die Frauen-EM 2025 kostenlos im Livestream verfügbar?
Ja, alle Free-TV-Spiele sind kostenfrei über die Mediatheken von ARD und ZDF streambar. Der Service von MagentaTV, wo man jedes einzelne Spiel des Turniers verfolgen kann, ist kostenpflichtig.
Welche Gegner hat Deutschland in der Vorrunde der Frauen-EM 2025?
Deutschland spielt in Gruppe C gegen Polen, Dänemark und Schweden.
Wann und wo findet das Finale der Frauen-EM 2025 in der Schweiz statt?
Das Endspiel ist am Sonntag, den 27. Juli 2025, um 18 Uhr im St. Jakob-Park in Basel angesetzt.