Mehrere Heli-Einsätze in Kitzbühel

Unfall-Drama auf der Streif: Ski-Legenden reißt der Geduldsfaden

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Schwere Stürze auf der Streif in Kitzbühel entfachen wieder die Debatte um Sicherheit im Skisport. Ski-Legenden fordern dringende Veränderungen.

Kitzbühel – Die legendäre Streif in Kitzbühel ist bekannt für ihre Herausforderungen und Gefahren. Beim Super-G kam es zu dramatischen Szenen, als mehrere Athleten schwer stürzten. Die Franzosen Alexis Pinturault und Florian Loriot mussten nach ihren Stürzen mit dem Helikopter ins Krankenhaus abtransportiert werden. Pinturault erlitt unter den Augen seiner Ehefrau mit dem Baby im Arm eine schwere Verletzung des inneren Schienbeinplateaus, während Loriot eine Gehirnerschütterung davontrug. Diese Vorfälle haben die ohnehin hitzige Debatte über die Sicherheit im alpinen Skisport neu entfacht.

Sturz-Drama auf der Streif: Ski-Legenden platzt der Kragen

Die Streif ist berüchtigt für ihre unbarmherzigen Bedingungen. Der Abschnitt an der Seidlalm, wo die Stürze passierten, war besonders tückisch. Der Schnee sei sehr unruhig gewesen, berichteten mehrere Fahrer. Die Bilder der Stürze waren schwer zu ertragen und führten zu einem Aufschrei unter den Ski-Legenden.

Hans Knauss und Franz Klammer äußerten sich kritisch zur aktuellen Situation. Knauss bezeichnete die Lage im ORF als „völlig verrückt, was dieses Jahr abgeht mit Verletzungen. Es ist nur noch ein Wahnsinn“ und forderte, dass „dringend etwas im Skisport verändert werden“ müsse. Der vierfache Kitzbühel-Sieger Klammer ging noch weiter und sagte, es sei Zeit, die „Reißleine zu ziehen“. Beide fordern dringend Maßnahmen, um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten. „Wir sind weit, weit drüber“, betonte Knauss.

Der Heli war in Kitzbühel im Dauereinsatz, was die Diskussionen um die Sicherheit im Skisport befeuert.

Verletzter Ski-Superstar Kilde verurteilt hohes Risiko auf der Streif

Auch Aleksander Aamodt Kilde, der norwegische Spitzenfahrer, äußerte sich kritisch. „Der Schnee, der Körper, das Material und die Linie, die man fährt – alles wird aggressiver“, sagte Kilde, der nach einer schweren Verletzung um seine Karriere bangte, im Schweizer Fernsehen. Er forderte, die Aggressivität im Sport zu reduzieren, um die Athleten zu schützen.

Die Lage sei nicht mehr zu ertragen. So dürfe es nicht weitergehen, „sonst haben wir keine Athleten mehr“, warnte er eindringlich im Schweizer Blick. Derzeit erholt sich Kilde von seinem schweren Sturz vor einem Jahr in Wengen, als er sich die Schulter ausgekugelt und tiefe Schnittwunden am Bein zugezogen hatte. Auch ein ehemaliger Streif-Sieger meldete sich nach einem Sturz-Drama und Koma zu Wort. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in Kitzbühel: Nach dem dramatischen Super-G kamen bei der Abfahrt fast alle Athleten durch, es gab keine ernsthaften Verletzungen.

Rangnick, Ecclestone und Co.: Promis bei den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel

Die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel ziehen jeden Winter Stars und Sternchen nach Kitzbühel. Eine Auswahl der Promis, die 2025 zu Besuch sind.
Die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel ziehen jeden Winter Stars und Sternchen nach Kitzbühel. Eine Auswahl der Promis, die 2025 zu Besuch sind. © Herrmann Agenturfotografie / Imago Images
Höchster Besuch in Österreich: Fußball-Ikone Zlatan Ibrahimovic genießt das traumhafte Panorama und posiert natürlich auch für Fotos.
Höchster Besuch in Österreich: Fußball-Ikone Zlatan Ibrahimovic genießt das traumhafte Panorama und posiert natürlich auch für Fotos. © Screenshots x.com @Eurosport_PL
Als ehemaliger Weltklasse-Skirennläufer ist es fast schon selbstverständlich, dass Sänger Hansi Hinterseer vor Ort ist. Zudem wurde er auch nur wenige Kilometer entfernt von der Streif geboren.
Als ehemaliger Weltklasse-Skirennläufer ist es fast schon selbstverständlich, dass Sänger Hansi Hinterseer vor Ort ist. Zudem wurde er auch nur wenige Kilometer entfernt von der Streif geboren. © Screenshot DAZN/Eurosport 2
Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (re.) und der langjährige F1-Pilot Gerhard Berger (li.) lassen sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen.
Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (re.) und der langjährige F1-Pilot Gerhard Berger (li.) lassen sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen. © Hartenfelser / Imago Images; Hartenfelser / Imago Images
Auch Jean Alesie, der gemeinsam mit Berger bei Benetton fuhr, schaut sich die traditionsreichen Rennen an. Beide zeigten sich im Kurzinterview äußerst angetan.
Auch Jean Alesie, der gemeinsam mit Berger bei Benetton fuhr, schaut sich die traditionsreichen Rennen an. Beide zeigten sich im Kurzinterview äußerst angetan. © Screenshot DAZN/Eurosport 2
Sportmanager Marcus Höfl, langjähriger Partner der deutschen Ski-Legende Maria Höfl-Riesch, präsentierte sich entspannt mit Sonnenbrille.
Sportmanager Marcus Höfl, langjähriger Partner der deutschen Ski-Legende Maria Höfl-Riesch, zeigte sich entspannt mit Sonnenbrille. © Hartenfelser / Imago Images; Hartenfelser / Imago Images
Der nächste prominente Gast aus der Fußballbranche: Ralf Rangnick, Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, schaute zur legendären Abfahrt am Samstag vorbei.
Der nächste prominente Gast aus der Fußballbranche: Ralf Rangnick, Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, schaute zur legendären Abfahrt am Samstag vorbei. © Screenshot @ZDF
Ebenfalls mit von der Partie: Schauspieler und Ex-Bodybuilder Arnold Schwarzenegger.
Ebenfalls mit von der Partie: Schauspieler und Ex-Bodybuilder Arnold Schwarzenegger. © Screenshot @ZDF
Noch werden die Stimmbänder geschont: Sänger Andreas Gabalier wirkt zufrieden mit der Darbietung der Ski-Stars auf der Piste.
Noch werden die Stimmbänder geschont: Sänger Andreas Gabalier wirkt zufrieden mit der Darbietung der Ski-Stars auf der Piste. © Screenshot @ZDF
Nachdem „Ibra“ schon am Freitag am Rande der Piste gesichtet wurde, mischte er sich bei der Abfahrt am Samstag natürlich auch unter das Volk.
Nachdem „Ibra“ schon am Freitag am Rande der Piste gesichtet wurde, mischte er sich bei der Abfahrt am Samstag natürlich auch unter das Volk. © Screenshot @ZDF

Sicherheitsdebatte im Skisport verschärft sich

Neben den emotionalen Appellen gibt es auch technische Diskussionen. Der Einsatz von Carbon-Stutzen steht in der Kritik. Diese ermöglichen es den Fahrern, extrem enge Linien zu fahren, erhöhen jedoch das Risiko bei Fehlern. „Aber mit so einem Setup bewegt man sich in Wirklichkeit jenseits von Gut und Böse“, erklärte Ex-Weltmeister Hannes Trinkl.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier fordert, dass Fehler wieder verzeihbar werden müssen. „Es ist nicht ein Teil allein, es sind mehrere Teile, die zusammenwirken, um das zu erreichen, was wir aktuell haben: einen extrem gefährlichen Sport.“ Dagegen fordert Felix Neureuther eine drastische Änderung im Skisport: „Es müssen Regeln her!“

Die Diskussion über die Sicherheit im Skisport wird weitergehen. Beim Weltcup-Finale in Sun Valley ist ein runder Tisch geplant, bei dem Athleten und der Skiweltverband zusammenkommen sollen, um mögliche Maßnahmen zu besprechen. Bis dahin bleibt die Sicherheit der Athleten ein zentrales Thema, das dringend angegangen werden muss. Auch der Ski-Boss ist von den Streif-Unfällen erschüttert: „Es kracht in allen Ecken.“ (ck)

Rubriklistenbild: © Johann Groder/dpa

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