VonPhilipp Kuserauschließen
Trotz jüngster Kontroversen bleibt Antonio Rüdiger im Vertrauen von Julian Nagelsmann. Der DFB-Trainer findet bei der Kader-Nominierung für die anstehenden Länderspiele klare Worte.
In den vergangenen Wochen wurde viel über Antonio Rüdiger gesprochen. Dabei hagelte es vornehmlich Kritik statt Lob für gute Leistungen auf dem Platz. Ob harte Vorwürfe nach einem brutalen Foul in der spanischen Liga oder hitzige Wortwechsel mit Star-Trainer Pep Guardiola – immer wieder rückte der Verteidiger von Real Madrid, der im Viertelfinale der Champions League nun auf den FC Bayern trifft, in den Mittelpunkt der Schlagzeilen.
Umso mehr dürfte er sich nun über weitaus positivere Nachrichten freuen. Am Donnerstag wurde Rüdiger von Bundestrainer Julian Nagelsmann in den DFB-Kader für die vor der WM richtungsweisenden Länderspiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) berufen. Neben der Nominierung, die durchaus als Fingerzeig für den späteren WM-Kader gedeutet werden kann, gab es vom DFB-Coach noch ein paar warme Worte obendrauf.
Bundestrainer Nagelsmann nominiert Wackelkandidat Rüdiger trotz massiver Kritik für den DFB-Kader
„Über die tatsächlichen Rollengespräche, die dann auch im März anstehen und auch teilweise am Telefon mit den Spielern geführt werden, will ich tatsächlich eher das auch beim Spieler behalten“, sagte Nagelsmann am Donnerstag bei der Kader-Nominierung in Frankfurt. „Was ich da sagen kann, ist, dass ich einen super engen Draht zu Antonio habe, der geprägt ist von einer großen Ehrlichkeit in beide Richtungen. Wir gehen sehr gut miteinander um und sagen uns die Meinung in allen Fällen, was die Rolle und Situationen angeht.“
Der DFB-Trainer nutzte die Gelegenheit, um ausdrücklich auf die Bedeutung von Rüdiger für die Nationalmannschaft einzugehen: „Was ich sagen kann, ist, dass Antonio sich unglaublich committet, was die Nationalmannschaft angeht. Dass er einer ist, der die Familie Nationalmannschaft auch extrem schützt und alles dafür tut, dass wir erfolgreich sind. Der schon auch ein richtiger Typ ist, der es auch verkörpert, einen maximalen Siegeswillen hat.“
WM 2026: In diesen Stadien wird bei der Mega-Weltmeisterschaft gespielt




Zuletzt erntete Rüdiger besonders nach einem rüden Einsteigen gegenüber Getafe-Gegenspieler Diego Rico massive Kritik. Rico hatte dem Real-Verteidiger anschließend „Boshaftigkeit“ unterstellt und behauptet, er hätte ihm „das Gesicht zertrümmern“ wollen. Auf der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester City zeigte Rüdiger allerdings keine Reue und sorgte mit irritierenden Aussagen für Aufsehen. Nach der Partie folgte der nächste Aufreger, als sich der 33-Jährige noch auf dem Rasen ein hitziges Wortgefecht mit City-Coach Guardiola lieferte.
„Zu dem Foul, ich glaube man muss schon groß unterscheiden zwischen einem Vergehen, was außerhalb eines Platzes stattfindet und einem fußballspezifischen Foul“, sagte Nagelsmann zu der viel diskutierten Foul-Szene von Rüdiger. „Das war sicherlich dann auch ein hartes Foul, aber dafür gibt es Regeln und dann auch Regelhüter, Spielleiter, Schiedsrichter, die diese Regeln dann auch umsetzen müssen und dementsprechend die Spieler auch bestrafen oder nicht.“
Nagelsmann ergänzte bei der Kader-Nominierung: „Antonio ist einer, der super polarisiert und deswegen wird da super viel draus gemacht. Aber ich habe einen guten Austausch mit ihm und er hat sich extrem committed, was die Nationalmannschaft angeht. Und das ist für mich das ganz Entscheidende in diesem Fall.“ Die Aussagen des Bundestrainers machen deutlich: Rüdiger ist trotz der zuletzt massiven Kritik und der jüngsten Kontroversen ein fester Bestandteil seiner Pläne – und damit ein klarer Kandidat für die WM. (kus)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert SCHMIDT

