Adria-Tier isst den Einheimischen das Lieblingsgericht weg – Italien investiert Millionen
VonAndreas Knobloch
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Die Adria ist Heimat von nicht nur Unmengen an Urlaubern, sondern auch einer Tierart, die so viele Probleme verursacht, dass Italien sich an Portugal orientiert.
Italienische Probleme an der Adria: Tier isst Italienern das Lieblingsgericht weg
Nun will die Regierung letztendlich durchgreifen und investiert zehn Millionen zur Bekämpfung. Es soll Anreize für die Entwicklung und den Bau neuer Fanggeräte geben. Koordinieren soll die Aktion Enrico Caterino, vermeldet Ansa.com. Auch der Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida ist natürlich involviert. Fischereien sollen zudem entschädigt werden. Am größten gefährdet ist der Bereich rund um die obere Adria (Venetien und Emilia-Romagna). Als Interventionsgebiet soll das Po-Delta sein.
Doch was ist die eigentliche Gefahr, die von Blaukrabben ausgeht? Sie essen nämlich den Menschen das Lieblingsgericht weg. Blaukrabben ernähren sich von Muscheln, wie eben der Venusmuschel „Vongole veraci“, die in den Vongole-Gerichten eine der Hauptzutaten sein soll. Außerdem essen sie kleinere Krebse, Fische und Würmer. Um den Vongole-Engpass auch in anderen beliebten Gebieten zu vermeiden, könnten die Maßnahmen auch auf Sardinien, Apulien und die Toskana ausgeweitet werden.
„Schaden hat sich verdoppelt“: Maßnahmen gegen Adria-Tier Blaukrabbe in Italien dringend nötig
Um die Vongole-Notlage für Urlauber und Einheimische unbemerkt zu umgehen, soll Hilfe aus Portugal folgen. Import von Muscheln soll das regeln. Damit die Blaukrabben diese nicht auch wegfressen, sollen geschützte Gebiete zur Zucht genutzt werden. Diese Lösung ist gut für Muschelzüchter als auch die Muscheln selbst. Allerdings soll es sich dabei nicht um die gleiche Art handeln, sondern um „Cerastoderma edule, der portugiesischen Venusmuschel, die wegen ihres feinen Geschmacks geschätzt wird. Auch die Ansiedlung in der Adria soll für Blaukrabben nicht sonderlich erstrebenswert sein, da die Venusmuschel in dichteren Schwärmen leben und fast zu klein sind.
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Laut Ansa vermehrt sich Blaukrabbe im Frühling, bis dahin soll der Plan stehen. „Der Schaden für die italienische Fischerei durch die Blaukrabbe, hat sich im Vergleich zu den 100 Millionen Euro, die Mitte 2024 geschätzt wurden, inzwischen verdoppelt, und die Umsetzung eines außergewöhnlichen Interventionsplans ist wichtig, um den Fischereiunternehmen, deren Aquakulturfarmen durch die Blaukrabbe verwüstet wurden, Antworten zu geben“, so die Lebensmittelkette Coldiretti.