Engpass an der Küste

Adria-Tier isst den Einheimischen das Lieblingsgericht weg – Italien investiert Millionen

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Die Adria ist Heimat von nicht nur Unmengen an Urlaubern, sondern auch einer Tierart, die so viele Probleme verursacht, dass Italien sich an Portugal orientiert.

Rom – Die italienische Küste ist ein Sehnsuchtsort für viele: Einheimische, Urlauber und neuerdings auch Blaukrabben. Schon in den vergangenen Jahren berichtete Merkur.de über die Tierplage, die das Land vor große Herausforderungen brachte. 2023 waren Fischer aufgrund der aufkommenden Blaukrabben besorgt, die eben auch die Restaurants bedrohen und sie wurden letztendlich trotz ihres Spitznamens „Killer der Meere“ zur Ressource.

Italienische Probleme an der Adria: Tier isst Italienern das Lieblingsgericht weg

Nun will die Regierung letztendlich durchgreifen und investiert zehn Millionen zur Bekämpfung. Es soll Anreize für die Entwicklung und den Bau neuer Fanggeräte geben. Koordinieren soll die Aktion Enrico Caterino, vermeldet Ansa.com. Auch der Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida ist natürlich involviert. Fischereien sollen zudem entschädigt werden. Am größten gefährdet ist der Bereich rund um die obere Adria (Venetien und Emilia-Romagna). Als Interventionsgebiet soll das Po-Delta sein.

In der Adria ist die Blaukrabbe vor allem touristischen Orten für einen Vongole-Engpass verantwortlich.

Doch was ist die eigentliche Gefahr, die von Blaukrabben ausgeht? Sie essen nämlich den Menschen das Lieblingsgericht weg. Blaukrabben ernähren sich von Muscheln, wie eben der Venusmuschel „Vongole veraci“, die in den Vongole-Gerichten eine der Hauptzutaten sein soll. Außerdem essen sie kleinere Krebse, Fische und Würmer. Um den Vongole-Engpass auch in anderen beliebten Gebieten zu vermeiden, könnten die Maßnahmen auch auf Sardinien, Apulien und die Toskana ausgeweitet werden.

„Schaden hat sich verdoppelt“: Maßnahmen gegen Adria-Tier Blaukrabbe in Italien dringend nötig

Um die Vongole-Notlage für Urlauber und Einheimische unbemerkt zu umgehen, soll Hilfe aus Portugal folgen. Import von Muscheln soll das regeln. Damit die Blaukrabben diese nicht auch wegfressen, sollen geschützte Gebiete zur Zucht genutzt werden. Diese Lösung ist gut für Muschelzüchter als auch die Muscheln selbst. Allerdings soll es sich dabei nicht um die gleiche Art handeln, sondern um „Cerastoderma edule, der portugiesischen Venusmuschel, die wegen ihres feinen Geschmacks geschätzt wird. Auch die Ansiedlung in der Adria soll für Blaukrabben nicht sonderlich erstrebenswert sein, da die Venusmuschel in dichteren Schwärmen leben und fast zu klein sind.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Laut Ansa vermehrt sich Blaukrabbe im Frühling, bis dahin soll der Plan stehen. „Der Schaden für die italienische Fischerei durch die Blaukrabbe, hat sich im Vergleich zu den 100 Millionen Euro, die Mitte 2024 geschätzt wurden, inzwischen verdoppelt, und die Umsetzung eines außergewöhnlichen Interventionsplans ist wichtig, um den Fischereiunternehmen, deren Aquakulturfarmen durch die Blaukrabbe verwüstet wurden, Antworten zu geben“, so die Lebensmittelkette Coldiretti.

Auch am Gardasee trieb ein Tier ihr Unwesen. Bei der sogenannten Alien-Garnele ist „die Ausrottung fast unmöglich“. (ank)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd Friedel

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