Pirola-Sublinie

„Möglicherweise ansteckender“: Neue Corona-Variante entdeckt – Fachleute warnen

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Dass das Coronavirus immer wieder mutiert, ist nicht neu. Eine neue Sublinie der Pirola-Variante könnte nun allerdings ansteckender als ihr Vorgänger sein.

Frankfurt – Zuletzt sorgte die Corona-Variante Pirola für Aufmerksamkeit, da diese ungewöhnliche Symptome hervorruft. Eine große Gefahr geht davon bislang aber nicht aus, da Pirola als nicht wesentlich ansteckender gilt. Nun wurde jedoch eine Subvariante dieses Virus-Stammes entdeckt, die eher das Gegenteil sein könnte.

„Alarmierend“: Forscher entdecken Corona-Variante JN.1

Dabei handelt es sich um die Corona-Sublinie JN.1, die womöglich ansteckender als ihre Vorgänger-Variante sein könnte. Wie Daily Mail berichtete, wurden zuletzt einige Fälle in über elf Ländern gemeldet, darunter vor allem in den USA und Großbritannien. Kelly Oakson, leitender Wissenschaftler für Bioinformatik im Utah Public Health Laboratory, bezeichnete diesen Stamm als „alarmierend“. „Wir werden ihn auf jeden Fall beobachten“, zitierte die Zeitung den Forscher.

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Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Erstmals tauchte die Variante im September 2023 in den USA auf, meldete die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC. Zwar gebe es Hinweise, dass JN.1 „möglicherweise ansteckender“ sein könnte, zitierte die österreichische Tageszeitung OE24 Professor Thomas Russo, der die neue Variante entdeckt hat. Ob sich JN.1 ausbreiten wird, ließe sich laut CDC angesichts der begrenzten Datenlage allerdings noch nicht sagen.

Hinweise darauf, dass JN.1 andere Symptome verursacht als vorherige Corona-Varianten, gebe es aber nicht, heißt es seitens des University of Nebraska Medical Center. Da es sich um eine Untervariante der Omikron-Variante handelt, seien Symptome wie Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Atembeschwerden, Fieber und Husten möglich.

Neue Corona-Variante JN.1: Wie sieht die Situation in Deutschland aus?

Neben den für die Jahreszeit typischen Atemwegsinfektionen durch Erkältungsviren, kursieren auch in Deutschland noch immer viele Corona-Infektionen, meldete das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Dass sich die Pirola-Variante und ihre Sublinie JN.1 hierzulande durchsetzen werden, erweckt derzeit aber nicht den Anschein.

Es wurde eine neue Corona-Sublinie JN.1 entdeckt, die von der Pirola-Variante stammt.

In Deutschland gehen die meisten Infektionen mit knapp 43 Prozent auf die Corona-Variante Eris zurück, lediglich 7 Prozent auf die Pirola-Variante (Stand: 44. Kalenderwoche). Auch Virologe Christian Drosten gab zuletzt Entwarnung. Hinweise auf schwere Krankheitsverläufe gebe es nicht, sagte er der Zeit.

Corona-Mutationen unter Beobachtung: „Wird immer neue Varianten geben“

Von Fachleuten wird derzeit auch die Corona-Variante HV.1 beobachtet, die Daily Mail zufolge bereits 25 Prozent der Fälle in den USA ausmacht. Dabei handelt es sich um eine Sublinie der Eris-Variante, die sich in mehr als 41 Ländern ausgebreitet habe. „Es ist wichtig zu erkennen, dass es immer neue Varianten von Sars-CoV-2 geben wird. Das ist wie bei jedem anderen endemischen Atemwegsvirus und die meisten werden niemanden beunruhigen“, sagte Amesh Adalja, Spezialist für Infektionskrankheiten an der Johns Hopkins University, gegenüber dem Sender Wion.

Zwar setze sich HV.1 häufiger durch, Anzeichen für schwere Krankheitsverläufe gebe es in diesem Fall nicht, ergänzte Ross Kedl, Immunologe an der University of Colorado. Zuletzt deckte eine Studie Hirnschäden nach der Corona-Pandemie auf. Eine andere Untersuchung dagegen kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass Masken in der Corona-Zeit eher wirkungslos waren. (kas)

Rubriklistenbild: © Andrey Popov/imago

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