Corona-Pandemie

Neue Studie enthüllt: Jeder Zehnte geht trotz Corona zur Arbeit

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Trotz einer Infektion mit dem Corona-Virus gehen viele auf die Arbeit – das ist ein Problem. Hinzu kommen viele, die von ihrer Infektion gar nichts wissen.

Berlin – Während einige Länder und der Gesundheitsminister über die Isolationspflicht streiten, treffen viele Arbeitnehmende bereits ihre eigenen Entscheidungen, was die Selbstisolierung angeht: Aktuelle Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland zeigen, dass jeder zehnte Arbeitnehmer trotz Corona-Infektion bei der Arbeit erscheint. Hinzu kommt eine vermutlich hohe Zahl unbemerkter Infektionen. Dabei könnte auch der Wegfall kostenloser Bürgertests für Corona in Deutschland eine Rolle spielen: Karl Lauterbach will sie nicht zurück. Er äußert mit Blick auf die hohen Kosten für den Bund, das sei es „nicht wert“.

Corona aktuell in Deutschland: Jeder zehnte Infizierte geht auch mit Corona zur Arbeit

Besorgniserregende Zahlen zutage fordert derzeit die Studie „Arbeiten 2022“ der Betriebskrankenkasse Pronova BKK: Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, dass der Studie zufolge fast jeder zehnte Arbeitnehmer trotz Corona-Infektion auf der Arbeit erscheint. Die Zahlen bei Corona in Deutschland sorgen in diesem Rahmen für besondere Aufregung, denn die Inzidenz ist hoch. Die Erhebung wiederum liefert folgende Erkenntnisse: Insgesamt 17 Prozent arbeiten von zu Hause, weitere 17 bleiben so lange daheim, bis die schlimmsten Symptome abgeklungen sind. Nur acht Prozent entscheiden sich erst danach, wie es weitergeht. Insgesamt 33 Prozent der Befragten bleiben bei einem milden Verlauf zu Hause, bis sie auskuriert sind.

Fast jeder zehnte Corona-Infizierte erscheint aktuellen Zahlen nach trotzdem auf der Arbeit. (Symbolbild)

Zuletzt hatte es bei der Frage nach der Isolationspflicht Meinungsverschiedenheiten zwischen Gesundheitsminister Lauterbach (SPD) und einigen Ländern gegeben. Fast jeder zweite will bei einer Herbstwelle indes die Maskenpflicht im Büro. Aus medizinischer Sicht ist ein Arbeiten trotz Infektion nicht nur wegen der Infektionsgefahr ein Problem, denn das Verschleppen einer Infektion kann massive gesundheitliche Folgeprobleme verursachen.

Corona in Deutschland: Fast 50 Millionen Tests in Niedersachsen, Lauterbach gegen kostenlose Bürgertests

Corona in Deutschland ist keineswegs vorbei, auch wenn manch eine oder manch einer dieses Gefühl vorübergehend gewinnen konnte. Im Laufe des Jahres 2022 wurden allein in Niedersachsen laut dpa insgesamt fast 50 Millionen Corona-Tests gemacht, Selbsttests sind dabei nicht eingerechnet. Nach Mai war die Zahl der Testungen deutlich heruntergegangen, seit Ende Juni sind Bürgertests nicht mehr grundsätzlich kostenfrei.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) stemmt sich trotz Energiekrise und Inflation gegen kostenlose Bürgertests, diese hatten seiner Berechnung nach etwa eine Milliarde Euro monatlich gekostet, so der Minister in der ARD. Lauterbach sagte dem Sender: „Das ist nicht durchzuhalten. Das ist es auch nicht wert, ehrlich gesagt.“ Niedersachsens Gesundheitsministerin und Lauterbach-Parteikollegin Daniela Behrens (SPD) sieht im Wegfall der kostenlosen Testmöglichkeiten indes eine Gefahr für das Erkennen von Infektionen und damit die Unterbrechung von Infektionsketten. Die Forderungen nach kostenlosen Bürgertests werden lauter.

Corona-Zahlen in Deutschland weiter hoch, Sorgen um Zahl der Corona-Fälle und Inzidenz

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, sie besorgen Karl Lauterbach, der das Land am Beginn einer Herbstwelle sieht. Dennoch: Auch er hält Deutschland für gut vorbereitet. Zuletzt war im Kontext einer steigenden Zahl der Corona-Fälle in Deutschland auch eine Maskenpflicht in Innenräumen wieder vermehrt zum Thema geworden. Lauterbach betonte laut dpa zudem die Situation in den Krankenhäusern. Er sagte der dpa: „Die Krankenhäuser sind immer mehr belastet. Wir haben zu wenige Betten.“ Kürzlich hatte es bereits Berichte über offenbar wieder vermehrt auftretende schwere Verläufe gegeben. Krankenhäuser warnen ihrerseits ebenfalls vor der aktuellen Lage und fordern eine Maskenpflicht in Innenräumen.

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An Montagen übermitteln viele Länder dem Robert Koch-Institut keine neuen Zahlen, die Aussagekraft der Werte ist damit gerade zu Wochenbeginn stark begrenzt. Insgesamt wird zudem von einer extrem hohen Zahl an durch die Infizierten nicht gemeldeten Infektionen ausgegangen. Am Morgen des 17. Oktobers wies das RKI die bundesweite Inzidenz mit 680,9 aus – für Niedersachsen mit 722,1. Tatsächlich dürften es deutlich mehr Infizierte sein, als die Zahlen derzeit anzeigen.

Rubriklistenbild: © Bartek Szewczyk/Imago

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