Auto rast in Menschengruppe

Nach Auto-Anschlag in München: Mutter (37) und Kind (2) tot – „Schmerz ist nicht in Worte zu fassen“

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In München rast ein Auto in eine Menschengruppe. Ein Kind und eine Frau sterben, mehrere Menschen werden teils lebensgefährlich verletzt. Der Täter wird in Untersuchungshaft verhört.

Update vom 15. Februar, 19.05 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) äußerte sich erschüttert über den Tod einer Mutter (37) und ihrer Tochter (2) nach dem Auto-Anschlag in München. Seinen Angaben zufolge war die Frau eine städtische Mitarbeiterin. „Sie und ihre Tochter wurden ermordet, als sie für ihre gewerkschaftlichen Rechte auf die Straße gegangen ist. Der Schmerz ist nicht in Worte zu fassen“, erklärte Reiter. 

Auch Verdi-Chef Frank Werneke äußerte sich bestürzt: „Die Trauer über das Leid der Opfer des Anschlags von München wird so schier unermesslich“, erklärte er. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schrieb in einem X-Post: „All das tut so weh und ist so sinnlos. Ganz Bayern trauert.“ 

Nach Auto-Anschlag in München: Mutter (37) und Tochter (2) gestorben

Update vom 15. Februar, 18.09 Uhr: Zwei Tage nach dem Anschlag auf eine Demonstration in München hat das bayerische Landeskriminalamt mitgeteilt, dass zwei Menschen ihren Verletzungen erlegen sind. Ein zweijähriges Kind und eine 37-jährige Frau, bei der es sich laut LKA um die Mutter des Kindes handelt, sind an ihren schweren Verletzungen gestorben. Ein 24-jähriger Afghane war am Donnerstag (13. Februar) mit seinem Auto absichtlich in das Ende des Demonstrationszuges gefahren.

Update vom 15. Februar, 6.20 Uhr: Der 24-jährige Mann, der am Donnerstag (13. Februar) in München in eine Menschenmenge raste, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter ordnete dies wegen des dringenden Verdachts auf 39-fachen versuchten Mord an, wie die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilte.

Nun sickerten erste Äußerungen des Tatverdächtigen nach seiner Festnahme durch. Wie bereits zuvor bekanntgeworden war, soll der 24-Jährige kurz nach seiner Festnahme gebetet haben. Gab er im Polizeipräsidium nach Bild-Informationen zunächst noch „klar strukturierte Angaben zu seinem Leben“, wurde sein Verhör zunehmend lauter.

Der Tatverdächtige soll der Polizei mitgeteilt haben, dass Allah ihn mit der schrecklichen Tat beauftragt, ihm befohlen hatte, „alle ins Paradies zu schicken“. Nachdem die Aussagen des Afghanen immer wirrer und lauter geworden seien, habe die Polizei das Verhör schließlich abgebrochen, schreibt die Bild.

Haftvorführung des Tatverdächtigen nach seiner Amok-Fahrt durch München.

Nach dem Attentat in München: Täter in Untersuchungshaft

Update vom 14. Februar, 18.50 Uhr: Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München übernommen. Dies erfolge „wegen der besonderen Bedeutung des Falles“, wie die oberste Anklagebehörde in Deutschland am Abend in Karlsruhe mitteilte. „Es besteht der Verdacht, dass die Tat religiös motiviert war und als Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verstehen ist.“ Weiter hieß es: „Damit ist sie geeignet, die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen.“ 

Die Ermittler in München gehen von einem islamistischen Motiv des Autofahrers aus. Die Bundesanwaltschaft übernahm das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft München.

Update vom 14. Februar, 17.41 Uhr: Der 24-Jährige, der am Donnerstag mit einem Auto in eine Gruppe Demonstranten fuhr, sitzt nun in Untersuchungshaft. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit.

Update vom 14. Februar, 16 Uhr: Einem Gerichtsurteil zufolge, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, hat der mutmaßliche Täter bei seiner Fluchtgeschichte gelogen. Der 24-Jährige hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt und erklärte unter anderem, von einer kriminellen Bande verfolgt zu werden. Diese hätte bereits seinen Vater umgebracht. Das Gericht urteilte im Oktober 2020 jedoch gegen ihn. Er habe die „Geschichte nur erfunden“, um so in Deutschland bleiben zu können, so das Verwaltungsgericht München

Im Rahmen der Verhandlung legte der 24-Jährige zudem ärztliche Atteste vor, denen zufolge er an einer posttraumatischen Belastungsstörung, Schlafproblemen sowie einer Störung der Impulskontrolle leide. Die Atteste stammten aus dem Jahr 2017 und da der Mann sich zum Zeitpunkt der Verhandlung nicht in Behandlung befand, entschied das Gericht, dies stelle kein Hindernis für eine Abschiebung nach Afghanistan dar.

Zu dieser kam es dann aber doch nicht. Denn im April 2021 erließ die Landeshauptstadt München einen Duldungsbescheid für den Asylbewerber. Im Oktober 2021 bekam er dann eine Aufenthaltserlaubnis und hielt sich zum Tatzeitpunkt folglich legal im Land auf.

Schwerverletzte nach Anschlag in München in kritischem Zustand – Zweijähriges Kind kämpft ums Überleben

Update vom 14. Februar, 14.50 Uhr: Bei dem Anschlag in München wurde unter anderem ein zweijähriges Kind schwer verletzt. Nach der Einlieferung in das Haunersche Kinderklinikum in München kämpfen Ärzte und Pfleger dort seitdem um das Überleben des Kindes. „Nach einer Notfall-Operation gestern liegt das Kind in stabilem, aber kritischem Zustand weiter auf der Intensivstation“, zitiert Focus den Direktor der Klinik für Kinderchirurgie, Oliver Muensterer.

Kritisch ist auch der Zustand eines weiteren Schwerverletzten, der aktuell am Klinikum rechts der Isar behandelt wird. Insgesamt fünf Personen wurden dort im Nachgang der schrecklichen Tat behandelt. Vier davon konnten die Klinik bereits wieder verlassen.

Nach Anschlag in München: Täter soll am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden

Update vom 14. Februar, 13.24 Uhr: Nach dem Anschlag von München soll der Täter am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. Das sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann in München. Der Vorwurf laute versuchter Mord in derzeit 36 Fällen, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, erläuterte sie.

Das Auto, mit dem ein 24-Jähriger bei dem Anschlag in München in eine Gruppe von Demonstranten gerast ist, gehörte nach Angaben der Ermittler dem Täter und war nicht gemietet. „Es ist auf ihn zugelassen“, sagte Guido Limmer, Vizepräsident des bayerischen Landeskriminalamtes. Zwar habe der Wagen ein Rosenheimer Kennzeichen. „Aber es schaut derzeit so aus, dass er das Kennzeichen übernommen hat.“

Die Polizei gab neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. Es gebe Hinweise auf ein islamistisches Tatmotiv.

Update, 11.33 Uhr: Die Polizei werde Befragungen durchführen. Warum der Tatverdächtige speziell diese Verdi-Versammlung auswählte, gilt es laut Tilmann nun zu klären. Es seien noch viele Fragen offen.

Update, 11.31 Uhr: Es würden derzeit Chats des 24-Jährigen ausgewertet. Darüber hinaus finden Durchsuchungen statt.

Update, 11.30 Uhr: Der Beschuldigte war sehr aktiv auf Social Media, bezeichnete sich dort als Athlet. Dort postete er demnach auch islamische Beiträge. Nach seiner Festnahme äußerte er „Allahu Akbar“ und betete, wie Tilmann sagte. Er habe bereits eingeräumt, bewusst in die Menschengruppe gefahren zu sein. Seinen Aussagen zufolge, sei ein religiöses Tatmotiv nicht auszuschließen. „Ich würde mich schon trauen, von einer islamistischen Tatmotivation zu sprechen“, sagte Tilmann. Es gebe jedoch keine Anhaltspunkte, dass er Anhänger einer islamistischen Terrororganisation ist.

Update, 11.28 Uhr: Gabriele Tilmann, Leitende Oberstaatsanwältin, sagte, dass der mutmaßliche Täter 2016 unbegleitet als Minderjähriger nach Deutschland kam. Er lebte in München in einer Mietwohnung und war im Sicherheitsgewerbe als Ladendetektiv beschäftigt. Er bezeichnet sich als religiös, ist aber nicht vorbestraft.

Großeinsatz in München: Auto rast in Menschengruppe – die Bilder von vor Ort

Auto in München in Menschengruppe gefahren
Großeinsatz in München: Ein Auto ist am Donnerstagvormittag (13. Februar) in eine Menschengruppe gerast. Es gibt mehrere Verletzte.  © Peter Kneffel/dpa
Der Zwischenfall ereignete mitten in München: Laut Polizei im Bereich der Kreuzung zwischen Dachauer Straße und Seidlstraße.
Der Zwischenfall ereignete sich mitten in München: Laut Polizei im Bereich der Kreuzung zwischen Dachauer Straße und Seidlstraße. © MICHAELA STACHE/afp
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Rettungskräfte sind in der Münchner Innenstadt vor Ort. „Der Fahrzeugführer konnte vor Ort gesichert werden, von ihm geht derzeit keine weitere Gefahr aus“, erklärte die Polizei. © Peter Kneffel/dpa
Auto fährt in München in Menschenmenge
Viele Hintergründe zu dem Unfall sind zunächst noch unklar. Ein Kleinwagen ist wohl von hinten in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gerast.  © Roland Freund/DPA
Auto fährt in München in Menschenmenge
Polizisten untersuchen das Auto, das in die Menschenmenge fuhr. Dabei handelt es sich um einen weißen Mini-Cooper. © Michale Fischer/dpa
Auto rast in München in Menschenmenge: Rettungsdienste und Polizei an der Unfallstelle
Warum der Mini in die Menschengruppe fuhr, ist unklar.  © Michaela Stache/AFP
Auto fährt in München in Menschenmenge
In München herrscht wegen der Münchner Sicherheitskonferenz erhöhte Alarmbereitschaft.  © Peter Kneffel/DPA
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Am Ort des Geschehens, am Münchner Stiglmaierplatz, fand nach Polizeiangaben zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 10.30 Uhr eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi statt. Ob Demonstranten unter den Verletzten waren, war zunächst unklar. Auch einige Straßen vom Stiglmaierplatz entfernt standen mehrere Rettungswagen. © Yannick Thedens
Blaulicht
Rund um den Einsatzort komme es zu Verkehrsbehinderungen. „Umfahren Sie den Bereich weiträumig, damit die Einsatzkräfte ungehindert arbeiten können.“ © Winter
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Auch ein Hubschrauber kreiste über dem Einsatzort. © Yannick Thedens
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, unter den Verletzten befänden sich auch Kinder. „Ich bin tief erschüttert“, sagte Reiter. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten“.  © Yannick Thedens
Blaulicht
Derzeit wird von rund 20 Verletzten ausgegangen. © Videoredaktion tz
Car drives into crowd in Munich, several injured: German police
Eine BR-Reporterin berichtete am Unfallort von „vielen weinenden Menschen“. Sie habe gesehen, wie ein junger Mann von der Polizei „abtransportiert“ worden sei. © Michaela STACHE / AFP
In München läuft am Donnerstagmittag ein Großeinsatz, nachdem ein Auto in eine Menschenmenge fuhr.
Der Vorfall mitten in München erschüttert: Mit einem Mini fuhr ein Mann am Donnerstagvormittag in eine Menschengruppe.  © Michaela Stache/afp
Die Polizei untersucht mit einem Spürhund das Auto. Auf das Fahrzeug wurde einmal geschossen, so die Polizei.
Die Polizei untersucht mit einem Spürhund das Auto. Auf das Fahrzeug wurde einmal geschossen, so die Polizei.  © Matthias Balk/dpa
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter machte sich vor Ort ein Bild. © Roland Freund/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ministerpräsident Markus Söder spricht von einem „Anschlag“. Mindestens 28 Personen wurden verletzt, zwei davon sind in einem kritischen Zustand, laut Söder in einem Statement vor der Presse.
Ministerpräsident Markus Söder spricht von einem „Anschlag“. Mindestens 28 Personen wurden verletzt, zwei davon sind in einem kritischen Zustand, laut Söder in einem Statement vor der Presse.  © Peter Kneffel/dpa
Anschlag mit Auto in München: Söder und Hermann an der Unglücksstelle
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich, laut Polizeiangaben, um einen 24-jährigen Afghanen.  © MICHAELA STACHE/afp
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Man reagiere besonnen, sagte Söder, nachdem er sich den Unglücksort angeschaut hatte. „Aber ich sage Ihnen auch: Unsere Entschlossenheit wächst.“ Und weiter: „Wir können nicht von Anschlag zu Anschlag gehen (...) Wir müssen auch tatsächlich etwas ändern.“ © Christoph Trost/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
„Mutmaßlicher Anschlag“ mitten in München: Mit einem Auto ist ein 24-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan in das Ende einer Verdi-Demo gerast.
Mit einem Auto ist ein 24-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan in das Ende einer Verdi-Demo gerast. Der Zug sei von einem Polizeifahrzeug begleitet worden, betonte der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann.  © Alexa Gräf/dpa
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Nach der Fahrt eines Autos in einen Demonstrationszug in München werden die Verletzten in mehreren Krankenhäusern versorgt. Am LMU Klinikum an den Standtorten Großhadern und Innenstadt des Universitätsklinikums werden Verletzte behandelt, wie ein Sprecher auf dpa-Anfrage sagte. Auch das Haunersche Kinderspital der LMU ist demnach eingebunden. Unter den Verletzten sollen auch Kinder sein. Auch am Rotkreuzklinikum München wurden Verletzte versorgt. Bei der München Klinik hieß es, die Notfallzentren an den unterschiedlichen Standorten seien einsatzbereit.  © Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Am Einsatzort liegt nach dem Anschlag ein Kinderwagen und ein Sportschuh auf der Straße
Am Einsatzort in München liegt auch ein kaputter Kinderwagen und ein Sportschuh auf der Straße.  © Matthias Balk/dpa
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Die Polizei ist seit Stunden im Einsatz. © Yannick Thedens
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Ein Foto von der Unglücksstelle. Die Polizei scannt den Unfallort mit einem 3-D-Scanner. © Yannick Thedens
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Die Gewerkschaft Verdi hat sich nach dem mutmaßlichen Anschlag auf eine Demonstration in München erschüttert gezeigt. „Wir sind zutiefst bestürzt und schockiert über den schwerwiegenden Vorfall während eines friedlichen Demonstrationszuges von Verdi-Kolleginnen und -Kollegen“, sagte der Vorsitzende Frank Werneke. „Unsere Gedanken sind bei den unschuldigen Opfern und Verletzten sowie ihren Angehörigen.“ © Yannick Thedens
Blumen und Kerzen sind an der Stelle zu sehen, wo am Vortag ein Auto in den Demonstrationszug gerast war.
Blumen und Kerzen sind an der Stelle zu sehen, wo am Vortag ein Auto in den Demonstrationszug gerast war. © Daniel Löb/dpa
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und weitere Politiker legten am Tatort Blumen für die Opfer des Anschlags von München nieder. Ein Auto fuhr hier in eine Gruppe Demonstranten.
Am Donnerstag (13. Februar) fuhr ein Auto in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi. Einen Tag später brachten zahlreiche Politiker ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Hier von links nach rechts Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Daniel Löb/dpa
Grünen-Politiker beim stillen Gedenken am Tatort des Anschlags in München.
Auch die Grünen gedachten der Opfer. Von links nach rechts: MdB Jamila Schäfer, 2. Bürgermeister Dominik Krause, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Grüne Felix Banaszak und Katharina Schulze, die Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, legten Blumen am Tatort nieder. © Daniel Löb/dpa

Update, 11.22 Uhr: Guido Limmer, Vizepräsident des LKA, ergreift das Wort. Am Freitagnachmittag übernimmt demnach eine SOKO die Ermittlungen zu dem Vorfall. Auch am Wochenende werden die Kolleginnen und Kollegen rund um die Uhr im Einsatz sein. Derzeit würden Beweismittel zur Tat ausgewertet. Eine islamistische Ausrichtung des Tatverdächtigen würde ausgewertet. Es gebe einen Hinweis darauf, dass sich der mutmaßliche Täter bereits zuvor von Familienmitgliedern mit den Worten „Vielleicht bin ich morgen nicht mehr da“ verabschiedet hat. Doch all dies sei Stand der Ermittlungen.

Update, 11.20 Uhr: Für die Münchner Sicherheitskonferenz, die am Freitag (14. Februar) startet, wurde die Polizeipräsenz nochmals verstärkt – auch aus anderen Bundesländern.

Update, 11.18 Uhr: Die Zahl erhöhte sich auf 36 Verletzte. Zwei Menschen seien schwer verletzt, darunter auch ein Kind.

Update, 11.17 Uhr: Es kam vor der Festnahme zu einem Schusswaffengebrauch der Polizei. Dabei sei aber niemand verletzt worden, sagt Huber.

Update, 11.15 Uhr: Christian Huber, Polizei-Vizepräsident, informiert über den aktuellen Stand. Es habe keine Gefährdungserkenntnisse für die Versammlung von Verdi gegeben, trotz allem habe eine umfangreiche Polizeibetreuung stattgefunden. Das Auto näherte sich von hinten der Menschengruppe, gab Gas und ist schließlich in das Ende der Demo gefahren.

Update, 11.12 Uhr: Die PK hat begonnen. Thomas Schelshorn, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums in München, leitet die Konferenz.

Update, 11.10 Uhr: Die PK verspätet sich um einige Minuten.

Update vom 14. Februar, 10.47 Uhr: Die Polizei hat die gemeinsame Pressekonferenz mit der Generalstaatsanwaltschaft und dem LKA Bayern für 11 Uhr angekündigt. Alle neuen Informationen lesen Sie hier im Ticker.

Erstmeldung vom 14. Februar: München – Die bayerische Landeshauptstadt München steht unter Schock – und sucht nach Antworten darauf, warum ein Mann mit einem Auto am Donnerstag (13. Februar) in einen Demonstrationszug gerast ist. Mindestens 30 Menschen wurden dabei am Donnerstag verletzt, einige von ihnen schwer.

Die Polizei nahm den Tatverdächtigen, bei dem es sich um einen 24-jährigen Afghanen handelt, fest. Am Freitag soll er einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Bislang ist das Motiv nicht geklärt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach auf der Pressekonferenz wenige Stunden nach dem Vorfall von einem mutmaßlichen Anschlag.

Der Tatverdächtige war auf Social Media sehr aktiv. Zur Frage, ob der mutmaßliche Attentäter einen islamistischen Hintergrund haben könnte, soll ein Social-Media-Post des Mannes geprüft werden, sagte Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU) am Morgen im Deutschlandfunk. „Es hat wohl vorgestern einen entsprechenden Post gegeben, den aber Experten noch näher beurteilen müssen.“ In dem Post komme der islamische Glaube zum Ausdruck. Aber es sei unklar, inwieweit dieser zu einem Radikalismus-Verdacht Anlass gäbe. Ebenso ist laut Herrmann unklar, ob der Mann die Kundgebung eher zufällig ausgewählt hat.

Die Polizei will am späten Vormittag in einer Pressekonferenz informieren. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird zu einem stillen Gedenken am Tatort erwartet.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich im Gespräch mit IPPEN.MEDIA zu den Ereignissen in München geäußert. „Es ist furchtbar, was in München passiert ist“, sagte der Regierungschef in einem Interview mit unserer Redaktion in Fürth. Der Mann solle so schnell wie möglich in sein Heimatland abgeschoben werden.

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, dass die Abschiebungen nach Afghanistan weitergehen würden. Die Tat von München müsse noch weiter aufgeklärt werden, aber es stehe jetzt schon fest: „Es war erneut ein junger Afghane, wir müssen mit aller Härte des Gesetzes reagieren.“ Es könne nicht sein, dass Menschen nach Deutschland kämen und hier Straftaten begingen, sagte Faeser.

Ein weißer Mini Cooper fuhr am Donnerstagvormittag in München in einen Demozug von Verdi.

Markus Söder sagte am Abend im ZDF, der Tatverdächtige sei „wohl bislang eher unauffällig“ gewesen. „Er war nicht ausreisepflichtig.“ Weiter sagte Söder: „Und auch bisherige extremistische Hintergründe sind jedenfalls nicht auf den ersten Blick so leicht erkennbar.“ Deshalb müsse jetzt weiter ermittelt werden, was der Grund für die furchtbare Tat sei.

Nach Polizeiangaben spielte sich der mutmaßliche Anschlag am Donnerstag so ab: Gegen 10.30 Uhr fuhr der Mann zunächst hinter der Demo her, überholte einen Polizeiwagen, der die Gruppe absichern sollte, beschleunigte – und fuhr in das Ende des Demozugs, zu dem mehrere Menschen auch ihre kleinen Kinder mitgebracht hatten. Die Polizei schoss in Richtung des Verdächtigen und nahm ihn fest.

Die Demonstration hatte Verdi organisiert – im Rahmen der Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Laut Polizei waren 1500 Menschen unterwegs zur Schlusskundgebung am Königsplatz, als das Auto in die Menge raste. Die Gewerkschaft wollte ihre für heute geplanten Veranstaltungen in Bayern nicht absagen.

Am Donnerstagabend waren am Tatort Blumen abgelegt und Kerzen entzündet worden. Das Tatfahrzeug wurde mit einem Abschleppwagen abtransportiert. Bis in die Nacht hinein waren Kräfte der Spurensicherung und des Landeskriminalamts im Einsatz. Ein Notfallseelsorger berichtete IPPEN.MEDIA von dem Einsatz in München. (asc/dpa)

Rubriklistenbild: © Pia Bayer/dpa

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