Erneuter Vulkanausbruch auf Island – 700 Menschen aus Blauer Lagune evakuiert
Es war eine Frage der Zeit. Dann schossen erneut Lavafontänen aus der Erdspalte. Der Vulkan auf Island ist erneut ausgebrochen. Diesmal ist es jedoch anders.
Grindavík – Starke Beben kündigten den Vulkanausbruch auf Island an. Doch die Vorwarnzeit betrug diesmal nur 40 Minuten. Aus der Blauen Lagune mussten 700 Menschen sofort evakuiert werden. Die Touristenattraktion war trotz der Gefahr für Besucher geöffnet.
Neuer Vulkanausbruch auf Island ist laut Experten bislang der stärkste
Lava fließt mit einer Geschwindigkeit von einem Kilometer pro Stunde Richtung Süden und Südosten. Das teilt das isländische Wetteramt am Sonntagmorgen mit. Die Länge der aufgebrochenen Erdspalte ist den Experten zufolge rund 3,5 Kilometer lang. Nach ersten Auswertungen von Luftbildern handelt es sich bei der vierten Eruption nahe dem Küstenort Grindavík um die bislang stärkste.
Gefahr für Menschen bestehe keine, heißt es. Rettungskräfte beschwerten sich jedoch über Touristen, die aus Sensationsgier in die Region aufgebrochen seien.
Island Vulkan zum vierten Mal ausgebrochen – Lava wälzt sich Richtung Meer
Der Himmel leuchtete rot-orangefarbenen und war in der nur 40 Kilometer nordöstlich gelegenen Hauptstadt Reykjavik auszusehen, wie Fotos auf der Website des Senders RUV am Samstagabend zeigten.
Vulkanausbruch nach Erdbeben auf Island – Bilder vom Naturspektakel
Wissenschaftler versuchten, sich von einem Hubschrauber aus ein Bild der Lage zu machen. Der Ausbruch hatte sich erneut mit starker seismischer Aktivität angekündigt. Experten zählten etwa 80 Erschütterungen.
Vulkanausbruch auf Island: Ein Rettungsfahrzeug steht auf einer Straße, die zu vulkanischen Aktivitäten zwischen Hagafell und Stóri-Skógfell in Island führt. Zum vierten Mal in vier Monaten ist auf Island ein Vulkan in derselben Region ausgebrochen.
Das Szenario, dass die Lava das Meer erreiche, müsse in Betracht gezogen werden. Ein Teil der Lava fließe auch in Richtung der Schutzbarrieren für die bereits im November evakuierte Küstenstadt Grindavík und sei nur noch rund 200 Meter von ihnen entfernt. Die Vorwarnphase für den Ausbruch sei sehr kurz gewesen: Die erste Warnung an das Ministerium für Katastrophenschutz sei nur 40 Minuten vor Beginn der ersten Eruption eingegangen.
Grindavík liegt auf der Reykjanes-Halbinsel rund 55 Kilometer südwestlich von Reykjavik. Auf der Halbinsel ist es seit Mitte Dezember zu vier Vulkanausbrüchen gekommen, bei einem im Januar hatte die Lava sogar drei Häuser am nördlichen Ausläufer des 4000-Einwohner-Ortes erfasst.
Die Zukunft der Gemeinde ist ungewiss. Die Regierung hat bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt, wonach Bewohner ihr Wohneigentum an ein staatliches Unternehmen verkaufen können sollen. Das erste Mal war der Vulkan am 18. Dezember ausgebrochen, zum zweiten Mal am 14. Januar. Eine dritte, kleinere Eruption wurde am 8. Februar registriert. (dpa/ml)