Für Sicherheit „Unternehmen dichtmachen“: Neue Aussage wirft völlig neuen Blick auf Titan-Erfinder Rush
VonVictoria Krumbeck
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Wie wichtig war „Titan“-Entwickler Stockton Rush die Sicherheit seines Tauchbootes? E-Mails zeigen, dass Rush Sicherheitsbedenken sehr ernst nahm.
München – Das Tauchboot „Titan“ war am 18. Juni auf eine Erkundungstour zum Wrack der „Titanic“ aufgebrochen, als der Kontakt abbrach. Seitdem kommen immer wieder Enthüllungen rund um das Unternehmen OceanGate und seinen verstorbenen CEO Stockton Rush ans Licht. Dabei geht es vor allem um Sicherheitsbedenken der „Titan“, die Rush nicht ernst genommen haben soll. Veröffentlichte E-Mails zeigen jedoch, dass Rush die Sicherheit der „Titan“ wohl über sein Unternehmen stellte.
„Titan“-Erfinder Rush: Wegen Sicherheitsbedenken „sogar das Unternehmen schließen“
Durch die Implosion der „Titan“ sind fünf Menschen gestorben. Ein Experte kritisierte vor allem die mangelnde Zertifizierung der „Titan“. Dem Portal Insider liegen E-Mails von Rush und seinem Freund und Unterwasserfahrzeuge-Experte Karl Stanley vor, die zeigen, dass Rush 2019 auf Sicherheitsbedenken einging. Stanley schrieb Rush, dass er Bedenken gegenüber der „Titan“ hat, da er bei einem Tauchgang auf den Bahamas Rissgeräusche wahrnahm. „Ich denke, dass der Rumpf in der Nähe des Flansches einen Defekt hat, der nur noch schlimmer werden wird. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist, ob es zu einem katastrophalen Versagen kommt oder nicht“, zitiert Insider die E-Mail von Stanley.
Bedenken, die Rush offenbar sehr ernst nahm. „Ich habe nach unserem Tauchgang deutlich gemacht, dass ich keine nicht benötigte Besatzung, Kunden oder Medienvertreter in das U-Boot mitnehmen werde, bis ich sicher bin, dass der Rumpf sicher ist“, antwortete Rush auf die E-Mail. „Wie ich Ihnen bereits gesagt habe, habe ich die letztjährige Expedition abgesagt und werde auch die diesjährige absagen oder sogar das Unternehmen dichtmachen, bevor ich ein unsicheres U-Boot in Betrieb nehmen werde.“
Mitreisende berichten: OceanGate-CEO Rush nahm Sicherheit der „Titan“ wohl sehr ernst
Andere Menschen, die mit Rushs „Titan“ einen Tauchgang absolvierten, sind der Meinung, dass sich Rush seiner Sache sicher war. „Er glaubte wirklich an seinen Entwurf – genug, um ihm mehrmals sein eigenes Leben anzuvertrauen“, schrieb CBS-Reporter David Pogue in einem Artikel für das New York Magazine. Dieser unternahm im vergangenen Jahr einen Tauchgang mit der „Titan“.
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Auch der Autor und Produzent der Sitcom „Die Simpsons“, Mike Reiss, tauchte mehrmals mit der „Titan“. Er berichtete Insider von einer Fahrt, als bei einem Tauchgang die Kommunikation abbrach und sie „sofort wieder an die Oberfläche zurückgekehrt“ sind. Reiss ist der Meinung, dass OceanGate die Sicherheit ernst genommen habe und an die „Titan“ geglaubt hätte. „Sie haben es so sicher gemacht, wie sie es machen konnten. Sie vertrauten ihr eigenes Leben an“, so Reiss, „aber sie wussten, dass es so enden könnte.“ Die Passagiere waren sich der Lebensgefahr auch mit dem Unterzeichnen der Verzichtserklärung bewusst. (vk)