VonKai Hartwigschließen
Eine Fischverkäuferin fand an einem Stück Lachs Ungewöhnliches und fragte bei einem Experten um Rat. Derweil kam einer Kollegin der Fund bekannt vor.
Bremen – Bei vielen Bundesbürgern kommt regelmäßig Fisch auf den Teller – den sollte man besser nicht kiloweise im Koffer transportieren. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Hamburg und das Statistische Bundesamt haben für das Jahr 2022 eine Versorgungsbilanz für Fisch (einschließlich Krebs- und Weichtiere) erstellt. Das Ergebnis: In Deutschland gab es einen Nahrungsverbrauch von Fisch in Höhe von 1,1 Millionen Tonnen Fanggewicht. Pro Kopf lag der Fischverbrauch bei 13,6 Kilogramm. Doch beim Anblick eines mysteriösen Funds an einer Fisch-Theke könnte vielen der Appetit so ziemlich vergehen.
Mysteriöser Fund an Fisch-Theke sorgt für Rätselraten – „Was ist dem Tier passiert?“
Auf der Facebook-Seite des bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke tauchte das Video einer Userin auf. Das hatte sie an den Forensiker geschickt, weil sie ein Stück Fisch mit ungewöhnlichen Merkmalen rätseln ließ. „Hallo lieber Mark, ich arbeite seit ewigen Jahren an der Fischtheke und habe folgendes in den ganzen Jahren noch nie gesehen“, schrieb sie zu ihrem Video: „Vielleicht kannst Du oder Deine Community mir sagen, was es damit auf sich hat… Ein Hämatom? Oder ein Parasit? Oder was ist dem Tier passiert?“
Zu sehen war ein Stück Lachs, das offenbar aufgeschnitten wurde. Als die Userin die beiden Teile auseinanderbog, quoll eine rote Flüssigkeit aus dem Fisch. Die Follower des Accounts von Benecke ließen sich derweil nicht lange bitten und kommentierten den Beitrag zahlreich. Einige Lösungsansätze waren auch dabei – wie kürzlich bei einem Ostsee-Fund von gefährlichen Fischüberresten.
„Ist das eklig“ – Video von zerteiltem Stück Fisch löst Diskussionen aus
Bei vielen überwog der Gedanke, dass dieser Lachs nicht besonders schmackhaft wirkte. „Ist das eklig“, „Och nee, das wärs für mich“ oder „Spätestens nach dem Video hätte ich sowieso keinen mehr gegessen, bäääähhhh“ lauteten einige Kommentare. „Lachs ist trotzdem sehr lecker“, zeigte sich eine Userin unbeirrt. Auch diverse Späße wurden zu dem Fisch-Fund gemacht. „Schätze, der hat ne Flasche Ketchup verschluckt“, meinte einer. „Ich dachte grad, die drückt ne Blutorange aus“, meinte eine andere. „Tippe auf Marmelade“, scherzte ein weiterer Nutzer.
Seriösere Versuche, das Rätsel um den Fisch-Fund zu lösen, gab es allerdings auch vielfach. „Sowas gibt es auch beim Schwein in Blut und Eiter. Ich tippe auf Hämatom, die Masse ist dickflüssig“, mutmaßte eine Userin. „Denke ich auch. Eine intramuskuläre Entzündung, mit Eiter und anderen Körperflüssigkeiten gefüllte Blase/Abszess oder so etwas. War ja dickflüssig“, pflichtete einer bei. Mehrere Nutzer glaubten, es handele sich bei der roten Flüssigkeit um „geronnenes Blut“.
„Nematoden vielleicht. Das ist ein Parasitenwurm, der sich durch Seefische, aber auch durch z. B. Zander fressen kann und dann solche blutigen Fraßgänge oder Schäden hinterlässt, vor allem bei Wildfisch“, lautete die Einschätzung eines anderen Nutzers. Auch über die Möglichkeit, dass es sich um einen Tumor handeln könne, wurde kontrovers diskutiert.
Lachs mit roter Flüssigkeit an Fisch-Theke aufgetaucht – „Und das Ding wird trotzdem verkauft?“
„Das ist ein Lachs mit einem Hämatom. Hatte ich heute auch einen (arbeite auch an der Fischtheke)“, kommentierte eine Nutzerin. „Und das Ding wird trotzdem verkauft?“, wollte sogleich eine andere Userin wissen. „Ob sie das getan hat, weiß ich nicht. Ich hab meinen nicht verkauft“ lautete die Antwort. Was die Frage aufkommen lässt, ob Lachs sowie Fische mit Merkmalen wie in dem Video grundsätzlich aussortiert werden oder teils noch in den Verkauf kommen. Eine Antwort war in dem Facebook-Post und den Kommentaren nicht zu finden.
Ebenso blieb Benecke bislang (Stand: 7. April) eine Antwort auf die Frage der Erstellerin des Videos schuldig, was hinter dem Fisch-Fund stecken könnte. Das Rätselraten um den Fisch-Fund dürfte also vorerst weitergehen. Auch ein Fleisch-Fund hatte kürzlich Fragen aufgeworfen. (kh)
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