Corona-Pandemie

Corona in Deutschland: Lebenserwartung sinkt um knapp ein halbes Jahr

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Zahlreiche neue Omikron-Varianten dominieren die Medien. Eine aktuelle Studie zeigt derweil, wie die Corona-Pandemie die Lebenserwartung bisher beeinflusst hat.

Berlin – Omikron BQ.1.1, Omikron XXB oder BA.4.6: Nicht nur in den Medien wird über mögliche Auswirkungen neuer Subtypen auf das Infektionsgeschehen von Corona in Deutschland und dem Rest der Welt spekuliert. Zuletzt war die Corona-Herbstwelle abgeflacht, das ist vorerst allerdings nur eine erfreuliche Momentaufnahme – weiterer Verlauf unklar. Eine aktuelle Studie zeigt nun, welche Einfluss die Corona-Pandemie bisher auf die Lebenserwartung hatte: Auch in Deutschland ist ein Absinken zu verzeichnen, jedoch in moderatem Rahmen. Zuvor war die Lebenserwartung über Jahre hinweg deutlich gestiegen.

Corona-Tote Deutschland: Lebenserwartung sinkt nach Jahren des Anstiegs um knapp ein halbes Jahr

Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland seit Pandemiebeginn spiegelt sich auch in einer statistisch sinkenden Lebenserwartung wider. Generell fällt diese hierzulande relativ moderat aus, dennoch sank die Erwartung 2020 und 2021. Der Rückgang in beiden Jahren umfasste insgesamt etwa 5,7 Monate, wie die ARD berichtet. Zuvor war die Lebenserwartung über Jahre deutlich gestiegen. Besonders hoch war der Rückgang unter anderem in den USA: Dort sank die Lebenserwartung in den Jahren 2020 und 2021 um insgesamt 28,2 Monate. Die Auswirkungen von Corona in Deutschland sind im Vergleich dazu deutlich geringer.

Auch in Deutschland sinkt durch die Corona-Pandemie die Lebenserwartung (Symbolbild).

Die Daten gehen auf eine aktuelle Analyse unter Leitung Rostocker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zurück, wie die ARD Tagesschau berichtet. Ein besonders starkes Absinken der Lebenserwartung verzeichnen ihnen zufolge viele osteuropäische Staaten, mit Ausnahme Sloweniens. Im Rahmen der Studie waren nicht alle Länder der Welt untersucht worden: Brasilien und Mexiko könnten beispielsweise einen noch höheren Rückgang der Lebenserwartung verzeichnen, als etwa Bulgarien. Bulgarien stellte in den Untersuchungen das Schlusslicht dar – mit einer durchschnittlich um 43 Monate sinkenden Lebenserwartung.

Corona aktuell: Covid-19-Impfquote und Lebenserwartung stehen in engem Zusammenhang

Zwischen coronabedingtem Absinken der Lebenserwartung und der Covid-19-Impfquote gibt es offensichtlich einen engen Zusammenhang. Die Studie zu Corona aktuell zeigt diesen Zusammenhang sehr deutlich: Je niedriger die Quote der Geimpften in der jeweiligen Bevölkerung eines Landes lag, desto stärker ging die Lebenserwartung zurück. Ebenfalls bemerkenswert: Auch die Schere bei der Lebenserwartung von Frauen und Männern vergrößerte sich im Untersuchungszeitraum.

In Norwegen, Finnland und Dänemark sank die Lebenserwartung in nur sehr geringem Maße. Als Grund dafür gelten laut ARD neben erfolgreichen Impfkampagnen „hohe Basiskapazitäten der Gesundheitssysteme“. Im Rahmen von Corona in Deutschland wird derzeit auch immer wieder diskutiert, für wen in Anbetracht neuer Varianten wie Omikron BQ.1.1 eine fünfte Impfung sinnvoll sein kann. Derzeit dominiert in Deutschland noch der Omikron-Subtyp BA.5 deutlich, einige Experten glauben jedoch, er könnte perspektivisch von BQ.1.1 abgelöst werden.

Corona Infektionsgeschehen: Herbstwelle flacht ab – Debatten um Isolationspflicht und „Twindemie“

Zuletzt gab es nach längerer Zeit mal wieder zumindest halbwegs erfreuliche Nachrichten zum Corona-Infektionsgeschehen: Die Corona-Inzidenz steigt zwar, jedoch scheint die Herbstwelle von Corona in Deutschland in ihrem Anstieg abzuflachen – zumindest eine begrüßenswerte Momentaufnahme. Seit dem Ende der Isolationspflicht in anderen Ländern stellen sich viele Menschen derzeit die Frage, wie sich die Zahlen hierzulande ohne Isolationspflicht entwickeln würden. Während einige Bundesländer die Abschaffung fordern, hält Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) den Zeitpunkt für falsch. Auch Kliniken stellen deutlich andere Forderungen als die besagten Bundesländer: Die Krankenhäuser sprechen sich für eine Maskenpflicht in Innenräumen aus.

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In der aktuellen Jahreszeit spielt zudem die Frage, wie eine „Twindemie“ den Winter beeinflussen könnte, eine große Rolle. „Twindemie“ bezeichnet das Zusammentreffen von Corona-Welle und Grippewelle. Schwierig dabei: Oft sind die Symptome bei einer Corona-Infektion und einer Grippe nur schwer zu unterscheiden. Klar ist: Die Pandemie ist keineswegs vorbei und neue Virusvarianten stellen die Forschung vor neue Herausforderungen. Eine der Kernerkenntnisse aus den Studienergebnissen, ist so naheliegend wie wichtig: Ein gut finanziertes Gesundheitswesen und eine funktionierende Impfkampagne sind nach wie vor die besten Wege, um die Pandemie-Folgen einzudämmen.

Rubriklistenbild: © Ralf Hirschberger/dpa

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