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Heftige Unwetter in Österreich: Wassermassen schließen Familie ein - Schlammlawine überrollt Bergdorf

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Am Donnerstagabend bricht ein Unwetter über die österreichische Gemeinde Mittersill im Salzburger Pinzgau herein. Die Feuerwehr muss eine Familie befreien.

Mittersill - Nach den schweren Überschwemmungen im Norden Sloweniens und im Südosten Österreichs hat das nächste Unwetter die Alpen heimgesucht. Diesmal war die Gemeinde Mittersill im Pinzgau im österreichischen Bundesland Salzburg betroffen.

Unwetter im Bundesland Salzburg: Heftige Überschwemmungen in Österreich-Ort

Am Donnerstagabend (17. August) trat der Rettenbach in der Gemeinde mit ihren rund 5500 Einwohnern nach einem schweren Gewitter innerhalb kürzester Zeit über die Ufer und sorgte für urplötzliche Überschwemmungen in Mittersill, das unterhalb des Großglockners und unweit des bekannten Skigebiets Saalbach-Hinterglemm liegt.

Damit nicht genug: Durch den Starkregen und die Überschwemmungen lösten sich im Pinzgau mehrere Muren. Erneut wurden aus der Alpenrepublik schwere Schäden gemeldet, nachdem Anfang des Monats Unwetter in der österreichischen Steiermark ganze Häuser unbewohnbar gemacht hatten.

Ausnahmezustand in Mittersill: Eine Familie muss wegen Überschwemmungen aus ihrem Haus gerettet werden.

In Mittersill wurde durch das kurzzeitige, aber heftige Hochwasser laut Katastrophenschutz des Kreises Pinzgau das Haus einer Familie von den Wassermassen eingeschlossen. Die Eltern und ihre Kleinkinder mussten den Informationen zufolge mithilfe einer Drehleiter der Feuerwehr aus dem Haus evakuiert werden. Insgesamt seien fünf Häuser teils stark beschädigt worden, hieß es vom Katastrophenschutz.

Unwetter in Mittersill: Schlamm- und Gerölllawine in österreichischem Bergdorf

Wie schon im Fall des norditalienischen Bergdorfes Bardonecchia im Piemont bahnten sich auch in Mittersill Schlamm- sowie Geröllmassen mit großer Wucht unaufhaltsam ihren Weg durch die Gemeinde. Zurückblieb am Freitagmorgen stellenweise ein Bild der Verwüstung, während unter Hochdruck die Aufräumarbeiten begannen. So wurde zum Beispiel laut Katastrophenschutz des Landes Salzburg ein Auto durch die Schlammmassen kurzerhand über einen Zaun hinweg in den Garten eines Grundstücks gehievt.

Verwüstungen im österreichischen Mittersill: Ein Auto wurde durch Schlamm- und Geröllmassen in einen Garten befördert.

Murenabgänge im Pinzgau: Auto wird auf Pass-Thurn-Straße von Geröll erfasst

Betroffen war durch Murenabgänge im Pinzgau auch die Pass-Thurn-Straße. Eine Mure erfasste unvermittelt ein fahrendes Auto mit deutschem Kfz-Kennzeichen, das daraufhin gegen eine Leitplanke geschoben wurde. Der 44-jährige Lenker und seine 39-jährige Beifahrerin konnten sich laut Polizei befreien, sie blieben demnach mit viel Glück unverletzt.

Seit Wochen wird die Alpenregion von schweren Unwettern dominiert. Dasselbe gilt für verschiedene Gegenden Bayerns. Anfang der Woche hatten heftige Gewitter im Allgäu für Schäden gesorgt. Am Donnerstag traf extremer Starkregen Mittelfranken: In Nürnberg wurden Autounterführungen und der Hauptbahnhof geflutet. Im fränkischen Weißenburg in Bayern wurde zeitgleich die historische Stadtmauer durch das Unwetter zerstört. (pm)

Rubriklistenbild: © Land Salzburg/Manfred Höger

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