Flugzeugkollision in Washington: Experte erklärt mögliche Ursache – Trump legt sich fest
VonMichel Guddat
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Ein Linienflugzeug kollidierte mit einem Armeehubschrauber über Washington. Die genaue Ursache ist weiterhin unbestimmt. Auch Trump gab eine Stellungnahme ab.
Der Luftfahrtexperte Thomas Borchert wies in einem Interview auf tagesschau24 darauf hin, dass es wohl Kommunikationsprobleme zwischen Fluglotse und Pilot gegeben habe, wie aus dem letzten Funkspruch vor dem Zusammenprall zu hören ist. „Der Fluglotse hat den Militärhubschrauber gefragt: ‚Hast du diesen Jet in Sicht?‘“, erklärte Borchert. Trotz der guten Sichtbedingungen in der Nacht habe der Hubschrauberpilot ungewiss geantwortet.
Nach Flugzeug-Tragödie in Washington: Luftfahrtexperte erklärt mögliche Ursache
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Der Fluglotse soll daraufhin den Befehl getätigt haben, hinter dem Flugzeug vorbeizufliegen. Doch dies führte schließlich zur Kollision. Borchert betonte jedoch, dass ohne genaue Untersuchung keine klaren Schuldzuweisungen gemacht werden könnten. Mangelnde oder undeutliche Kommunikation könnte aber durchaus die Ursache gewesen sein.
Die „New York Times“ und andere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen internen FAA-Bericht mittlerweile, zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes sei ein Fluglotse auf gleich zwei Positionen im Kontrollturm des Ronald-Reagan-Airports eingeteilt gewesen. Der Lotse sei parallel sowohl für Hubschrauber in der Nähe des Flughafens zuständig gewesen als auch für Flugzeuge auf den Start- und Landebahnen. Die Zuteilung im Kontrollturm sei „für die Tageszeit und das Verkehrsaufkommen nicht normal“ gewesen.
„Nicht gut!“: Donald Trump veröffentlicht klare Meinung zur Schuldfrage
Donald Trump, der frisch vereidigte US-Präsident, äußerte auf Truth Social seine eigene Theorie zur Schuldfrage. „Es ist eine klare Nacht, die Lichter des Flugzeugs leuchteten, warum ging der Hubschrauber nicht hoch oder runter oder drehte ab?“, schrieb er. Er plädierte darauf, dass der Fluglotse klarer hätte kommunizieren sollen, was zu tun ist. „Das ist eine schlimme Situation, die so aussieht, als hätte sie verhindert werden müssen. NICHT GUT!!!“, wetterte Trump. Zudem legte er einen Fehler des Hubschrauberpiloten nahe.
Trump wetterte außerdem gegen Diversitätsprogramme bei der Flugsicherung. Die Programme bei der US-Luftfahrtbehörde FAA zielten darauf ab, „Menschen mit schweren geistigen und psychischen Behinderungen einzustellen“.
Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, äußerte sich dagegen zurückhaltend zu möglichen Opfern und betonte, dass es sich um eine Rettungsaktion handele. Hunderte Einsatzkräfte sind im Einsatz, um Überlebende zu finden und weitere Leichen zu bergen. Senator Roger Marshall aus Kansas sprach von einer unerträglichen Trauer angesichts der vielen Opfer. Die verunglückte Maschine war in Wichita, Kansas gestartet.
Die genaue Ursache des Absturzes bleibt vorerst unklar. Die Untersuchung des Vorfalls wird zeigen müssen, wie es zu der Kollision kam. Bis dahin bleibt die Situation angespannt, und die Rettungsarbeiten gehen weiter. Für Aufsehen sorgte ein Video, in dem ein Mann von der letzten SMS seiner Frau aus dem Flugzeug erzählte. (mg)