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Flugzeugkollision in Washington: Experte erklärt mögliche Ursache – Trump legt sich fest

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Ein Linienflugzeug kollidierte mit einem Armeehubschrauber über Washington. Die genaue Ursache ist weiterhin unbestimmt. Auch Trump gab eine Stellungnahme ab.

Washington, D.C. – Ein schwerer Flugzeugabsturz erschüttert die US-Hauptstadt: Ein Passagierflugzeug ist nach einer Kollision mit einem Militärhubschrauber in den Fluss Potomac gestürzt. Überlebende des Passagierjets mit 64 Insassen soll es wohl nicht geben. Die genaue Ursache des Unfalls ist noch unklar, die Rettungsarbeiten sind in vollem Gange. Doch erste Stimmen von Experten tauchen auf. Und von Donald Trump.

Der Luftfahrtexperte Thomas Borchert wies in einem Interview auf tagesschau24 darauf hin, dass es wohl Kommunikationsprobleme zwischen Fluglotse und Pilot gegeben habe, wie aus dem letzten Funkspruch vor dem Zusammenprall zu hören ist. „Der Fluglotse hat den Militärhubschrauber gefragt: ‚Hast du diesen Jet in Sicht?‘“, erklärte Borchert. Trotz der guten Sichtbedingungen in der Nacht habe der Hubschrauberpilot ungewiss geantwortet.

Nach Flugzeug-Tragödie in Washington: Luftfahrtexperte erklärt mögliche Ursache

Bilder zeigen Moment des Flugzeug-Unglücks in Washington – Weltmeister-Duo stirbt

Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht.
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen.
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen. © Julio Cortez/dpa
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht.
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly.
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly. © Alex Brandon/dpa
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz.
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden.
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit.
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit. © Bonnie Cash/imago
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab.
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab. © Alex Brandon/dpa
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen.
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen. © Julio Cortez/dpa
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste.
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste. © Julio Cortez/dpa
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen.
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen. © Alex Brandon/dpa
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben.
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington vermutlich unter den Opfern.  © Imago/Montage
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach dem Flugzeugunglück in Washington haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. © Hu Yousong/XinHua/dpa
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.  © Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.  © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach Angaben von US-Verkehrsminister Sean Duffy gab es vor dem Flugzeugabsturz in Washington keine Abweichung von Standardprozedere im Flugverkehr rund um den Airport. © Mark Schiefelbein/AP/dpa
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington.
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington. © Carolyn Kaster/picture alliance/dpa/AP
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne?
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne? Neue US-Berichte legen einen Fehler bei den Fluglotsen nahe. © Oliver Contreras / AFP
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen.
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen. © Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen.
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten auch am 1. Februar weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen. © Alex Brandon//dpa
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Die US-Luftfahrtbehörde nimmt die Hubschrauberrouten in Washington ins Visier. Ermittler haben nun Unstimmigkeiten bei den Angaben zur Flughöhe der beteiligten Maschinen entdeckt. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB erklärte, dass laut Flugschreiberdaten die Passagiermaschine beim Zusammenprall eine Höhe von 325 Fuß, also etwa 99 Metern, erreicht habe, mit einer möglichen Abweichung von 25 Fuß, also 7,6 Metern. Daten aus dem Kontrollturm zeigten hingegen, dass der Militärhubschrauber sich auf einer Höhe von 200 Fuß, etwa 61 Metern, befunden habe. Wie es zu dieser Diskrepanz bei den Flughöhenangaben gekommen sei, sei bisher unklar.  © Petty Officer 1st Class Brandon/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte.
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte. Die Trans-Pilotin wurde fälschlicherweise für den Absturz in Washington verantwortlich gemacht. Nun äußert sich die angeblich tote Soldatin in einem Video. © Screenshot/ZUMA Press Wire/Imago
DC AA Flight 5342 Army Helicopter Crash: 67 Dead washington dc absturz
Ein Flugzeug startet, dahinter zu sehen die Absturzstelle eines American-Airlines-Flugzeugs und eines Black-Hawk-Hubschraubers der US-Armee, die am 30. Januar 2025 in Washington zusammenstießen.  © IMAGO/Carol Guzy / ZUMA Press Wire

Der Fluglotse soll daraufhin den Befehl getätigt haben, hinter dem Flugzeug vorbeizufliegen. Doch dies führte schließlich zur Kollision. Borchert betonte jedoch, dass ohne genaue Untersuchung keine klaren Schuldzuweisungen gemacht werden könnten. Mangelnde oder undeutliche Kommunikation könnte aber durchaus die Ursache gewesen sein.

Dass ein solcher Hubschrauber über Washington fliege, sei zudem Normalität, erklärte Borchert. Oft werden Politiker oder VIPs in diesen transportiert oder Trainingsflüge vollzogen. Ein Video zeigte die Kollision über der US-amerikanischen Hauptstadt.

Die „New York Times“ und andere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen internen FAA-Bericht mittlerweile, zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes sei ein Fluglotse auf gleich zwei Positionen im Kontrollturm des Ronald-Reagan-Airports eingeteilt gewesen. Der Lotse sei parallel sowohl für Hubschrauber in der Nähe des Flughafens zuständig gewesen als auch für Flugzeuge auf den Start- und Landebahnen. Die Zuteilung im Kontrollturm sei „für die Tageszeit und das Verkehrsaufkommen nicht normal“ gewesen. 

„Nicht gut!“: Donald Trump veröffentlicht klare Meinung zur Schuldfrage

Donald Trump, der frisch vereidigte US-Präsident, äußerte auf Truth Social seine eigene Theorie zur Schuldfrage. „Es ist eine klare Nacht, die Lichter des Flugzeugs leuchteten, warum ging der Hubschrauber nicht hoch oder runter oder drehte ab?“, schrieb er. Er plädierte darauf, dass der Fluglotse klarer hätte kommunizieren sollen, was zu tun ist. „Das ist eine schlimme Situation, die so aussieht, als hätte sie verhindert werden müssen. NICHT GUT!!!“, wetterte Trump. Zudem legte er einen Fehler des Hubschrauberpiloten nahe.

Trump wetterte außerdem gegen Diversitätsprogramme bei der Flugsicherung. Die Programme bei der US-Luftfahrtbehörde FAA zielten darauf ab, „Menschen mit schweren geistigen und psychischen Behinderungen einzustellen“.  

Die Ursachen für die Flugzeug-Kollision über Washington sind noch nicht geklärt. Doch Donald Trump hat eine klare Meinung.

Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, äußerte sich dagegen zurückhaltend zu möglichen Opfern und betonte, dass es sich um eine Rettungsaktion handele. Hunderte Einsatzkräfte sind im Einsatz, um Überlebende zu finden und weitere Leichen zu bergen. Senator Roger Marshall aus Kansas sprach von einer unerträglichen Trauer angesichts der vielen Opfer. Die verunglückte Maschine war in Wichita, Kansas gestartet.

Die genaue Ursache des Absturzes bleibt vorerst unklar. Die Untersuchung des Vorfalls wird zeigen müssen, wie es zu der Kollision kam. Bis dahin bleibt die Situation angespannt, und die Rettungsarbeiten gehen weiter. Für Aufsehen sorgte ein Video, in dem ein Mann von der letzten SMS seiner Frau aus dem Flugzeug erzählte. (mg)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/Alex Brandon/picture alliance/dpa/AP

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