VonAnika Zuschkeschließen
Die vierte Corona-Impfung steht mit Blick auf den Herbst zunehmend im Raum. Doch wer sollte sich den zweiten Booster holen – und wann? Lauterbach fordert Klarheit.
Berlin – Der gefürchtete Corona-Herbst rückt immer näher und bei vielen Menschen ist die dritte Impfung bereits einige Monate her. Aus dem Grund kommt derzeit vermehrt die Frage auf: Wann wird es Zeit für die vierte Impfung – und wer sollte damit noch warten? Da die Stiko den zweiten Booster bislang nur Menschen über 70 Jahren und Risikogruppen empfiehlt, fordert Gesundheitsminister Karl Lauterbach jetzt Klarheit für alle Altersgruppen in dieser Debatte.
Lauterbach-News: Gesundheitsminister fordert Klarheit bei Empfehlung zur 4. Impfung
„Natürlich wollen auch die Jüngeren wissen, was sie denn nun machen sollen. Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und fuhr erklärend fort: „Wir sollten nicht nur sagen, was die über 70-Jährigen machen sollen.“ Der SPD-Politiker ist gerade selber an Corona erkrankt und schluckt deswegen Paxlovid – was die Deutschen auf Twitter enorm zu verwirren scheint.
Der 59-jährige Gesundheitsminister ist selbst schon vierfach geimpft und verlangt: „Wir müssen auch eine Antwort für den 40-Jährigen haben. Sollte er sich auf keinen Fall impfen lassen? Oder nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei sehr vielen Kontakten am Arbeitsplatz? Oder nur, wenn der Hausarzt das empfiehlt?“
Man braucht für jedes Alter eine Botschaft.
Corona-News von Lauterbach: Wem wird eine 4. Impfung bereits empfohlen?
Bisher gehen die Empfehlungen für eine vierte Impfung gegen Corona nämlich deutlich auseinander. Während sich die führenden EU-Behörden laut der Tagesschau für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen hatten, warb Gesundheitsminister Lauterbach bereits für eine vierte Impfung bei Menschen unter 60 Jahren – nach Rücksprache mit dem Arzt.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt derweil immer noch nur folgenden Personengruppen den zweiten Booster:
- Menschen ab 70 Jahren
- Risikogruppen
Lauterbach: Neue Corona -Impfstoffe kommen im Herbst – sollen deutlich besser gegen Infektion schützen
Lauterbach zufolge sollte eine Empfehlung für die vierte Impfung auch mit den neuen Corona-Impfstoffen zusammenhängen, die er für den frühen Herbst erwartet. Spätestens, wenn die neuen, an die Omikron-Variante angepassten, Vakzine da seien, „sollte es klare Ansagen auch für die unter 60-Jährigen geben“, so der Politiker im Gespräch mit der Funke Mediengruppe.
Bei den neuen Impfstoffen handele es sich um zwei Präparate von BioNTech und Moderna, die an den Subtyp BA.1 angepasst seien, und zwei, die speziell gegen den Omikron-Subtyp BA.5 wirkten. Diese werden Lauterbach zufolge nicht nur gegen schwere Verläufe schützen, sondern auch in hohem Maße gegen eine Corona-Infektion. Offenbar in einem so hohen Maße, dass die alten Impfstoffe in Anbetracht der neuen Vakzine „mehr oder weniger wertlos“ würden.
Lauterbach äußert sich zur 4. Corona-Impfung mit neuen Impfstoffen
In einem Gespräch mit dem ZDF vor wenigen Tagen empfahl Lauterbach deswegen bereits: „Wenn man im Herbst die Impfung nutzen will, um in Bars, Café und Restaurants reinzukommen, dann macht es natürlich Sinn, die neuen Impfstoffe abzuwarten.“ Dem neuen Infektionsschutzgesetz für den Corona-Herbst 2022 zufolge werden neben einem unter Umständen geforderten Impfnachweis auch Masken in Innenräumen wieder zur Pflicht.
Dennoch lenkte der Gesundheitsminister ein: „Wer ein hohes Risiko hat, bei einer Infektion schwer zu erkranken, würde ich auf keinen Fall abwarten. Das ist für sie noch eine lange Strecke, noch fast zwei Monate [...].“ Doch ließ Lauterbach kürzlich zur Abwechslung auch etwas Hoffnung in Bezug auf Corona aufkeimen und sprach von einem Ende der Corona-Pandemie.
