Forschende besorgt

„Jenseits aller Vorstellungen“: Höchste Wassertemperatur seit 400 Jahren am weltgrößten Korallenriff

  • schließen

Die Temperaturen am Great Barrier Reef erreichen ein 400-Jahres-Hoch. Die hohen Wassertemperaturen sind für die Korallenriffe besonders gefährlich.

Melbourne – Seit Jahren beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Great Barrier Reef mit Sorge. Denn durch den Klimawandel und der dadurch verursachten Erwärmung der Weltmeere bleichen immer mehr Korallen aus. Das Korallensterben vor der Küste Australiens hätte zudem dramatische Folgen für die Menschheit. Die Bedrohung des Great Barrier Reefs hört nicht auf. Forschende haben herausgefunden, dass die Wassertemperaturen auf einem Höchststand seit über 400 Jahren sind.

Great Barrier Reef: Höchste Wassertemperatur seit über 400 Jahren

Sind Korallen hohen Temperaturen ausgesetzt, stresst sie das. Das führt dazu, dass sie die bunten Algen ausstoßen, durch die sie ihre Farbe gewinnen. Sie brauchen die Algen zum Leben und gewinnen durch Fotosynthese Energie daraus. Bleichen die Korallen aus, können sie sich wieder erholen oder sterben ab. Die Ergebnisse der Klimaforschenden machen jedoch wenig Hoffnung darauf, dass das Korallensterben aufhören könnte.

Korallenbleiche: Steigen die Wassertemperaturen, verlieren Korallen ihre Farbe und können absterben.

Denn Anfang des Jahres herrschten am Great Barrier Reef in Australien so hohe Temperaturen wie seit 407 Jahren nicht mehr, berichtet die Fachzeitschrift Nature. Für das 2300 Kilometer lange Riffsystem sind diese Erkenntnisse besorgniserregend. Denn das Absterben bedroht die Ökosysteme. „Als ich den Datenpunkt für 2024 aufzeichnete, musste ich meine Berechnungen dreimal überprüfen – er war jenseits aller Vorstellungen“, sagte Ben Henley, Klimaforscher an der Universität Melbourne in Australien und Hauptautor der Studie in einer Pressemitteilung der University of Wollongong.

Korallenbleiche im Great Barrier Reef: „Extreme Ereignisse”

„Wir verfügen nun über eine Langzeitaufzeichnung, die zeigt, wie extrem diese jüngsten Ereignisse waren“, so Henley bei Nature. Die Forschenden ermittelten die vergangenen Meerestemperaturen am Great Barrier Reef, indem sie an 22 Stellen an Korallenskelettkernen bohrten und chemische Analysieren durchführten. Sie haben die Temperaturen der Meeresoberfläche von 1618 bis 1995 anhand von Korallenskeletten aus dem Riff rekonstruiert und diese mit den aufgezeichneten Temperaturdaten der Meeresoberfläche von 1900 bis 2024 abgeglichen.

Demnach sind die Wassertemperaturen vor dem Jahr 1900 relativ stabil gewesen. Von 1960 bis 2024 ist jedoch ein steter Anstieg zu verzeichnen: Im Zeitraum Januar bis März wurde eine durchschnittliche Erwärmung von 0,12 Grad pro Jahrzehnt gemessen. Insgesamt kam es seit 2016 zu fünf Massenbleichen, bei denen die Monate Januar bis März deutlich wärmer waren als in den rekonstruierten Jahren vor 1990.

Steigende Temperaturen am Great Barrier Reef – Korallen bleichen aus

Eine andere Analyse schöpft jedoch Hoffnung. Denn wie eine Veröffentlichung vom 7. August des Australian Institute of Marine Science (AIMS) in Townsville über den Zustand des Great Barrier Reef zeigt, haben sich viele Bereiche des Riffs seit 2026 erholt. „Korallenbleiche kann eine Zeit lang bestehen bleiben und trotzdem überleben. Die vollen Auswirkungen werden wir also erst kennen, wenn wir die Erholungsphase hinter uns haben“, so Neal Cantin, ein Korallenbiologe bei AIMS, der die Untersuchungen mitgeleitet hat, zu Nature.

Atemberaubend und exotisch: Die zehn schönsten Fernreiseziele der Welt

Pura Ulun Danu Tempel am Bratansee in Bali
Bali ist seit einigen Jahren ein Traumziel vieler Fernreisender: Es warten nicht nur traumhafte Sandstrände, sondern auch eine prachtvolle Natur und majestätische Tempel auf Weltenbummler – darunter der Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan. Ein Highlight sind außerdem die Reisterrassen von Tegalalang bei Ubud.  © agefotostock/Imago
Anse Lazio, Seychellen
Die Seychellen sind ein klassisches Fernreiseziel für all diejenigen, die gerne bei Sonnenschein die Seele baumeln lassen wollen – und das inmitten von atemberaubender Natur. Zu den schönsten Stränden gehören Anse Source d’Argent oder Anse Lazio (s. Foto). Die Unterwasserwelt der Seychellen bietet sich wunderbar zum Schnorcheln oder Tauchen an.  © Jürgen Feuerer/Imago
Monument Valley an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Arizona und Utah.
Die USA sind fast zu groß, um sie nur einmal als Fernreiseziel zu erwähnen: zwischen der Skyline in New York bis hin zum Walk of Fame in Los Angeles liegen fast 4.500 Kilometer voller Nationalparks, die Sie entdecken können. Außerdem erwarten Sie zahlreiche Metropolen wie San Francisco, Las Vegas oder Miami.  © Panthermedia/Imago
Tempel Wat Benachamabophit in Bangkok in Thailand
Thailand ist ein Top-Urlaubsziel für Reisende, die dem kalten Winterwetter in Europa entfliehen wollen. In den Urlaubsregionen Phuket, Koh Samui oder Krabi tummeln sich zahlreiche Sonnenhungrige, doch auch kulturell ist einiges geboten: Zum Beispiel die Tempel Wat Benachamabophit in Bangkok (s. Foto) oder Wat Rong Khun ganz im Norden des Landes.  © Cavan Images/Imago
Peyto Lake im Banff Nationalpark in Kanada
Natur pur winkt Urlaubern in der Wildnis von Kanada: Zwischen Bergen und Meer kommen Outdoorfans voll auf ihre Kosten – von Fahrradfahren über Wandern bis hin zu Kajakfahren. Besonders in der westlichen Provinz British Columbia befinden sich atemberaubende Nationalparks mit Fjorden, unberührten Gewässern und riesigen Wäldern.  © Galyna Andrushko/Imago
Vertrocknete Akazienbäume in der Sossusvlei in Namibia.
Eindrucksvolle Wüstenlandschaften und eine unglaubliche Artenvielfalt erwarten Sie auf einer Reise nach Namibia. Im Etosha Nationalpark treffen Sie hautnah auf die Wildtiere Afrikas, darunter Elefanten, Löwen, Geparden und Nashörner. Im Nordwesten des Landes ist der „Versteinerte Wald“ ein absolutes Muss: Hier befinden sich fossile Bäume, die zwischen 240 und 300 Millionen Jahre alt sind.  © Panthermedia/Imago
Blauer Oldtimer am El Parque Jose Marti in der Stadt Cienfuegos auf Kuba
Schicke Oldtimer und farbenfrohe Kolonialbauten – daran denken viele Urlauber, wenn es um Kuba geht. Die Karibikinsel hat aber viel mehr zu bieten: Neben der malerischen Altstadt von Havanna gibt es mehrere beeindruckende Nationalparks, darunter das Valle de Viñales im Westen Kubas oder die Sierra Maestra im Südosten. Wer einfach nur entspannen möchte, kann es sich aber auch an einem der zahlreichen Sandstrände bequem machen – besonders bekannt ist der Urlaubsort Varadero. © Christian Offenberg/Imago
Der Fjord Milford Sound in Neuseeland
Neuseeland hat landschaftlich eine Menge zu bieten: Üppige Regenwälder, prächtige Berglandschaften und majestätische Fjorde finden Sie hier genauso wie idyllische Strände und sanfte Hügellandschaften. Ein Must-see für viele Reisende ist das Filmset Hobbiton aus der „Herr der Ringe“-Trilogie, welches das zu Hause der Hobbits darstellt.  © agefotostock/Imago
Aussichtspunkt an der Chureito Pagoda vor dem Vulkan Fuji.
Eine spannende Mischung aus Tradition und Moderne bietet Japan: Die pulsierende Hauptstadt Tokio beeindruckt mit Wolkenkratzern und einer einzigartigen Popkultur, während in der Kaiserstadt Kyoto mit ihrer Vielzahl an Tempeln und Schreinen an die faszinierende Geschichte des Landes erinnert. Auch für Outdoor-Urlauber wird es nicht langweilig: Aufgrund der verschiedenen Klimazonen des Landes gibt es Möglichkeiten zum Wandern, Baden und Skifahren.  © Nicholas Hang/Imago
Uluru oder Ayers Rock in Australien
Abwechslung pur gibt es auch in „Down Under“: Bei einer Wanderung durch die Nationalparks erleben Sie die majestätische Flora und Fauna Australiens – doch auch Badestrände und Tauch-Spots sind geboten. Das bekannteste Beispiel hierfür ist das Great Barrier Reef. In den Metropolen Sydney und Melbourne dürfen Sie sich hingegen über architektonische Glanzstücke freuen.  © Marco Brivio/Imago

„Wenn die Erwärmung jedoch so schnell voranschreitet und die Korallenbleiche häufiger auftritt, wird sich der Erholungsprozess ziemlich schnell verschlechtern“, fügt er hinzu. Denn Korallenriffe benötigen zehn bis 20 Jahre, um sich von einer schweren Massenbleiche zu erholen. Treten diese Ereignisse jedoch bald häufiger auf, weil die Temperaturen weiter steigen werden, wird eine Regeneration kaum mehr möglich sein. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass das Great Barrier Reef in 20 bis 30 Jahren ein ganz anderer Ort sein wird“, sagt Henley. (vk)

Rubriklistenbild: © Lorenzo Álvarez-Filip/dpa

Kommentare