VonPatrick Mayerschließen
Ein Italiener plant einen Südtirol-Urlaub und kann offensichtlich nicht fassen, was für Angebote er bekommt. Der Preis für ein Apartment hat es in sich.
Gröden – Südtirol; das sind die imposanten Dolomiten. Das ist Bozen mit seinen Lauben. Das ist Meran mit seinen prächtigen Bauten im Jugendstil aus den Zeiten der k. u. k. Monarchie. Für deutsche Urlauber sind es, zumindest aus dem Süden der Republik, für den Italien-Urlaub nur wenige Stunden Autofahrt über die Brennerautobahn.
Urlaub in Italien: Auch in Südtirol werden Übernachtungen und Hotels immer teurer
Doch: Wie vielerorts in Bella Italia, wird auch in Südtirol der Urlaub immer mehr und immer häufiger zum teuren Spaß. So teuer, dass viele Italiener rund um Ferragosto (15. August) laut einer Umfrage nicht verreist sind. Dabei ist Mitte August in der Regel die Haupturlaubszeit, während große Teile des Landes in den Ferien sind und viele Betriebe deshalb geschlossen haben.
Sogar die Preisüberwachungsbehörde Italiens schlug wegen der hohen Kosten für Urlaub zuletzt Alarm. Jetzt hat sich ein Italiener kritisch zu Wort gemeldet, der einen Südtirol-Urlaub planen wollte – aber wegen der Preisangebote für Übernachtungen offensichtlich regelrecht schockiert war.
„Ich suchte ein Apartment für drei Personen für 40 Nächte nächstes Jahr in Gröden und ich erhielt Angebote in Höhe von 18.000 Euro. Ich verstehe, dass die Qualität des angebotenen Service hoch ist Doch für eine vergleichbare Summe könnten wir uns ein Hotel mit Vollpension in anderen Gegenden Italiens, in Spanien, in Griechenland oder in Albanien leisten“, erzählte ein Mann namens Marco aus Modena laut dem Nachrichtenportal Südtirol News der Tageszeitung Corriere della Sera. Um welches Apartment es genau gehen soll, wird nicht beschrieben.
Urlaub in Italien: Tourist kritisiert hohe Preise in Südtirol – und spricht warnende Worte aus
Marco aus der Emilia-Romagna wird dagegen mahnend zitiert: „Der Tourismus wird weiter abnehmen, falls die Anbieter im Sektor ihre ökonomischen Ansprüche nicht zurechtrücken“. Südtirol News macht die Inflation in Italien, nach wie vor hohe Energiekosten sowie einen verschärften internationalen Wettbewerb als Gründe für die teils enormen Teuerungen in der Touristenregion aus. Was nicht ohne Folgen bleibe. So seien beispielsweise die Ankünfte in Sterzing im Juli (24.132) im Vergleich zum Vorjahresmonat (28.174) zurückgegangen. Nur ein Beispiel, während die Italiener zeitgleich mit Unwettern wie im Norden des Piemonts oder sogar Erdbebengefahr wie in Kampanien bei Neapel ringen?
Und wohl eben nur ein Beispiel unter vielen, während zeitgleich die Regeln für Urlaub, etwa auf der Mittelmeerinsel Ischia, immer strenger werden. So berichtet zum Beispiel Giulia Procino vom Verbraucherverein Adoc Puglia über enorm gestiegene Kosten für Ferien im süditalienischen Apulien, das sich zuletzt auch unter deutschen Touristen steigender Beliebtheit erfreut hatte – trotz der teils langen Anreise. Der Zeitung Corriere del Mezzogiorno sagte Procino: „Die Preise für einen Urlaub in Apulien sind sehr hoch und viel höher als in anderen Ländern, etwa Griechenland, Albanien und anderen.“
Urlaub in Italien: Auch in Apulien sind Ferien enorm teuer geworden
Mindestens 160 Euro und bis zu 500 Euro gebe eine vierköpfige Familie nach Berechnungen des Verbrauchervereins an nur einem Tag aus. Die Folge: Die Strandbäder in Apulien würden bis zu 20 Prozent weniger Touristen registrieren, dies betreffe demnach vor allem italienische Urlauber. Marco lässt grüßen. (pm)
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