VonJulian Mayrschließen
Johannes Welteschließen
Ein intensiver Wintereinbruch verursacht in Südtirol und Tirol erhebliche Störungen. Mehrere Lawinenabgänge waren zudem die Folge.
Update vom 29. Januar, 14.06 Uhr: Nach den ergiebigen Schneefällen vielerorts in Tirol und Südtirol, ist es am Mittwoch (29. Januar) zu mehreren Lawinenabgängen gekommen. Am Hintertuxer Gletscher in Tirol ist ein Wintersportler von einer Lawine verschüttet worden, wie österreichische Medien, darunter ORF Tirol, berichteten. Der Verschüttete sei laut Tiroler Tageszeitung von der Bergrettung Tux geborgen und ins Innsbrucker Krankenhaus geflogen worden. Sein Zustand sei äußerst kritisch, wie die Tageszeitung von einem Sprecher erfuhr.
Video zeigt Lawinenabgang in Südtiroler Skigebiet: Schneemassen erfassen Sessellift
Auch südlich des Brenners kam es in einem Südtiroler Skigebiet zu einem aufsehenerregenden Lawinenabgang. In Sulden am Ortler haben zwei Freerider am Langestein bei einer Fahrt durch den Tiefschnee ein Schneebrett in Bewegung gesetzt. Videoaufnahmen einer Webcam, die Stol.it vorliegen, zeigen den Lawinenabgang.
Die zwei Skifahrer entkommen den Schneemassen knapp. Die Lawine donnert in Richtung des darunter liegenden Sessellifts „Des Alpes“. Laut ORF Südtirol seien keine Personen verletzt worden.
Noch keine Entwarnung: Weiter erhöhte Lawinengefahr in Tirol und Südtirol
Update vom 29. Januar, 10.26 Uhr: Auch am Mittwoch (29. Januar) besteht in Südtirol große Lawinengefahr. Wie Experten auf dem Portal Lawinen Report schreibt, herrscht derzeit Gefahrenstufe rot. Nachdem es in den vergangenen zwei Tagen bereits kräftig geschneit hat, habe es erneut Neuschnee gegeben. Zudem seien große Schneeansammlungen der letzten beiden Tage in hohen Lagen auslösbar.
Das Portal prognostiziert jedoch ab Donnerstag (30. Januar) eine abnehmende Lawinengefahr. Bis dahin sollten Wintersportler aber besonders vorsichtig bei ihren Ausflügen sein. Routen abseits der gesicherten Pisten sollten unbedingt gemieden werden – hier ist das Risiko, eine Lawine auszulösen, zu groß.
Wintereinbruch und Lawinengefahr in Südtirol: Experte erwartet noch mehr Schnee – „Wir sind mittendrin“
Update vom 28. Januar, 13.40 Uhr: Erneut hat es in den Alpen Südtirols kräftig geschneit. In höheren Lagen würden am 28. Januar 30 Zentimeter Neuschnee erwartet, schreibt etwa der Meteorologe des Landeswetterdienstes, Dieter Peterlin, auf X. „Wir sind mittendrin im bisher größten Niederschlagsereignis in diesem Winter“, heißt es. Das erhöht auch die Lawinengefahr.
Der Kampf der Luftmassen über Südtirol. Während von Norden her kältere Luft einsickert und hier (Vinschgau, Ahrntal) die Schneefallgrenze teils unter 1000 m sinkt, regnet es im Süden (Obereggen) durch die milde Mittelmeerluft und starken Südwind immer noch auf 2000 m hinauf. pic.twitter.com/tWIWIzPisZ
— Dieter Peterlin (@DieterPeterlin) January 28, 2025
Der Lawinenwarndienst informiert teils über Gefahrenstufe 4 (groß) in mehreren Gebieten von Südtirol, darunter der obere Vinschgau, die südlichen Stubaier Alpen und die südlichen Zillertaler Alpen. Ski-Fahrerinnen und -Fahrer sollten besonders aufpassen und die aktuellen Berichte verfolgen.
Winter-Chaos in Südtirol: „Die zweite Front folgt Montag auf Dienstag“
Erstmeldung vom 27. Januar: Bozen – Der Winter kehrt nach kräftigen Föhntagen wieder in die Alpen zurück. Vor allem in Südtirol schneite es am Wochenende heftig. Es soll auch bis Dienstag (28. Januar) Zuwachs bei der Schneedecke geben. Insgesamt erwarten die Meteorologen bis zu einem halben Meter Neuschnee. Gute Nachrichten für Wintersportler eigentlich, doch die An- und Abreise gestaltete sich im Schnee schwierig.
Am Sonntag (26. Januar) meldete der Telegram-Kanal des Verkehrsportals verkehrsinof.it für die Brennerautobahn beiderseits der Grenze von Italien und Österreich „im Raum Brenner schneebedeckte Fahrbahnen. Fahren Sie Vorsichtig! Winterausrüstung ist Pflicht!“ Auf der baufälligen Luegbrücke auf der Tiroler Seite, kurz vor dem Brenner, hatte der Autobahnbetreiber Asfinag trotz des angekündigten Schneefalls eine zweispurige Verkehrsführung eingerichtet, was Staus verhindern sollte.
Das große Brückenchaos fällt erst aus – dann kommt der Schnee und es staut sich auf der Landstraße
Das funktionierte am Samstag ganz gut, am Sonntag meldete verkehrsinfo.it aber Verzögerungen von 40 Minuten zwischen Pontigl und Brücke Richtung Norden beziehungsweise 25 Minuten zwischen Matrei/Steinach und Brücke in Richtung Süden. Dazu kam der Schneefall vor allem auf der Südtiroler Seite der Brennerautobahn. „Auf der A22 gibt es zwischen dem Brenner und Sterzing schneebedeckte Fahrbahnen! Winterausrüstung ist Pflicht!“, warnte der Kanal gegen Mittag.
Die Folge: Viele Urlauber wichen auf die Brennerbundesstraße, die B182, aus – und blieben dort gleich nördlich des Brenners im Schnee stecken. „Bitte VORSICHT auf der B182! Dort bleiben immer wieder Fahrzeuge im Bereich Brennersee hängen! Die B182 ist mit MINDESTENS Winterausrüstung passierbar“, warnte der Verkehrskanal dann am frühen Nachmittag. Schließlich wurde die B182 im Bereich Brennersee wegen hängengebliebener Fahrzeuge sogar zwischenzeitlich gesperrt.
Für Meteorologen kam der Schneefall nicht überraschend: „Diese Niederschläge gehören zur ersten von zwei Fronten, die am Sonntag durchzieht, auf den Bergen fallen fünf bis 20 Zentimeter Schnee. Die zweite Front folgt von Montag auf Dienstag“, erklärte der Südtiroler Landesmeteorologe Dieter Peterlin gegenüber suedtirolnews.it. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1000 und 1500 Metern.
Meteorologe kündigt weitere Schneefälle an – auch im Trentino gibt es Wetter-Chaos
Auch am San-Pellegrino-Pass im Trentino an der Grenze zum Veneto sorgte der Wintereinbruch für Behinderungen. Über den Pass führt die Zufahrt zu den Dolomitisuperski-Arenen Alpe Liusa und San Pellegrino. Vor allem viele Urlauber waren überfordert oder hatten keine Winterausrüstung dabei. Autos blieben auf schneebedeckten Straßen stecken oder kamen nur langsam voran. Es bildeten sich Kolonnen und Staus. Am Dienstag soll es wieder schneien, dieses Mal sogar bis auf 800 Meter hinunter.
Die Probleme auf der Tiroler Seite der Brennerautobahn werden Urlauber noch Jahrzehnte lang beschäftigen, denn neben der Luegbrücke stehen weitere Viadukte vor dem Abriss und Neubau. Außerhalb Europas sorgt in den USA ein heftiger Wintereinbruch für riesige Probleme. Auf der Streif in Kitzbühel hatten viele Skirennfahrer Probleme mit dem Schnee und stürzten heftig.
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