Schnee in zahlreichen Regionen

Lawinenwarnung, rutschige Straßen: Massiver Neuschnee in Tirol und Südtirol sorgt für zahlreiche Einsätze

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Besonders bei massivem Neuschnee in Wintersportregionen wie Südtirol gilt Lawinen-Gefahr. Die aktuelle Wetterlage sorgte zu Beginn der Woche für zahlreiche Einsätze.

Update vom 29. Januar, 9.50 Uhr: Die Wetterlage in Südtirol bleibt angespannt. Wie stol.it berichtet, mussten die Freiwilligen Feuerwehren aufgrund des massiven Wintereinbruchs am Dienstag (28. Januar) gleich 70 Mal in 24 Stunden ausrücken. Es sei zu Wasserschäden gekommen und Fahrzeuge mussten geborgen werden. Auch am Mittwoch sei vor allem in höheren Lagen mit rutschigen Straßen zu rechnen.

Zudem besteht weiterhin Lawinengefahr. Laut dem Portal Lawinen Report gilt Gefahrenstufe rot – das Risiko für Lawinen ist groß. Vor allem die Verhältnisse abseits von gesicherten Pisten seien heikel: Einzelne Wintersportler könnten leicht Lawinen auslösen, warnt das Portal. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Lawinengefahr nimmt allmählich ab. Die Wolken sollen sich im Laufe des Tages zudem auflösen, sodass im ganzen Land die Sonne scheine, berichtet stol.it. Auch am Donnerstag bleibe es überwiegend sonnig, morgens könne es jedoch zu Hochnebel kommen.

Lawinenwarndienst schlägt Alarm: Massiver Neuschnee in Tirol und Südtirol – diese Regionen sind betroffen

Erstmeldung vom 29. Januar, 8.55 Uhr: München – Erst einmal die gute Nachricht für alle Wintersportler: Bereits seit Anfang der Woche zeichnet sich ein massiver Wintereinbruch in Tirol und Südtirol ab. Wetterexperten erwarten auf den Südtiroler Bergen, insbesondere in der Ortlergruppe, 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee. Ein Grund zur Freude für Skifahrer und Snowboarder, zumindest, wenn sie bereits auf der Piste stehen – denn es kam auch zu einem regelrechten Winter-Chaos und einer Straßensperre am Brenner. Allerdings kann bei großen Mengen Neuschnee nicht nur der Verkehr in der Region zur Gefahr werden, auch das Lawinen-Risiko steigt.

Die Kombination aus viel Neuschnee und starken Windböen macht Wetterexperten wie Wintersportlern Sorgen. Im Dezember letzten Jahres beendete eine Lawine eine Wanderung am Weihnachtsabend in Südtirol. Erst kürzlich erfasste eine Lawine eine Gruppe von Skitourengeher in Italien, während die Warnstufe drei galt. Die nun ausgerufene Stufe liegt bei vier, die auf eine große Lawinengefahr hinweist.

Zehn legendäre Alpengipfel, die jeder Wanderfan kennen sollte

Drei Kletterer blicken auf den Mont Blanc in den französischen Alpen.
Kein Berg eignet sich besser für den Anfang dieser Liste als der Mont Blanc, mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen. Auf dem vorgelagerten Aiguille du Midi befindet sich auf 3.843 Metern eine Seilbahnstation, von der Besucher einen beeindruckenden Blick auf den laut manchen Definitionen höchsten Berg Europas haben. Bis heute sind sich Frankreich und Italien uneinig, wo die Landesgrenze über dem Gipfel verläuft. So beansprucht auch Italien einen Anteil des „Monte Bianco“-Gipfels für sich. © Luis Teschner
Das Matterhorn in der Schweiz im Winter.
Keine 100 Kilometer Luftlinie sind es vom Mont Blanc bis zum nächsten Berg, dem 4.478 Meter hohen Matterhorn in der Schweiz. Der felsige Pyramidengipfel gilt als ein Wahrzeichen der Schweiz und ist weltweit bekannt. Der achthöchste Berg der Alpen wurde 1865 zum ersten Mal bestiegen, jedoch verunglückten vier der sieben Bergsteiger auf dem Weg nach unten tödlich. Jedes Jahr versuchen 2.500 bis 3.000 Menschen, den Gipfel zu bezwingen. Durchschnittlich acht bis zehn davon verunglücken tödlich.  © Eibner/Imago
Ein Panoramablick über den Drachensee und die dahinterliegende Zugspitze.
Deutlich mehr Menschen erreichen den Gipfel der Zugspitze, des höchsten deutschen Berges auf 2.962 Metern. Das liegt vor allem an der Luftseilbahn, die ungefähr 500.000 Besucher jedes Jahr bis auf den Gipfel bringt. Alpin erfahrene Wanderer mit sehr guter Kondition können die Zugspitze auch ohne Seilbahn an einem Tag über verschiedene Routen besteigen. Hier im Bild: Der zum Zugspitzmassiv gehörende Schneefernerkopf. © Jöran Steinsiek/Imago
Wallfahrtskirche Maria Gern bei Berchtesgaden mit dem Watzmann im Hintergrund.
Der zweite deutsche Berg auf dieser Liste ist der Watzmann, mit 2.713 Metern einer der drei höchsten Hauptgipfel Deutschlands. Seine Überschreitung ist unter kraxelfreudigen Wanderern beliebt und an schönen Tagen gut besucht. Der kleinere Gipfel links wird auch als die „Frau“ des Watzmanns bezeichnet. Die fünf eigenständigen Gipfel dazwischen werden gerne als ihre „Kinder“ bezeichnet.  © Reinhold Ratzer/Imago
Alpenmurmeltier ruft vor dem schneebedeckten Großglockner.
Vom Watzmann ist es nicht besonders weit zu Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner auf 3.798 Metern. Besonders gut kann man ihn von der Großglockner-Hochalpenstraße sehen, Österreichs höchster befestigter Passstraße.  © Sven-Erik Arndt/imago
Vollmond über dem Gipfel der Ötztaler Wildspitze in Österreich.
Der zweite Berg Österreichs auf dieser Liste ist auch der zweithöchste Berg des Landes: die Ötztaler Wildspitze auf 3.768 Metern. Mit nur 30 Metern weniger als der Großglockner ist sie für die Ostalpen ebenfalls sehr hoch und ein beliebtes Ziel von Bergsteigern. Besonders ist obendrein ihre Prominenz. Über 2.200 Meter muss man absteigen, um den nächsten höheren Berg zu erreichen. Nur drei andere Berge in den Alpen sind prominenter (der Mont Blanc, der Großglockner und das Finsteraarhorn).  © Robert Seitz/Imago
Raschötzhütte auf der Raschötzalm vor der Sellagruppe, Marmolata und Langkofelgruppe.
Wer über den Reschenpass Richtung Süden an der Wildspitze vorbeifährt, landet in Südtirol und damit in Italien. Ein besonders legendärer, italienischer Alpenberg ist die Marmolata, mit 3.343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Sie wird auch als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet.  © Günther Gräfenhain/Imago
Ein männlicher Wanderer blickt auf die Drei Zinnen von einem Höhleneingang aus.
Der zweite Dolomiten-Berg dieser Liste ist mit 2.999 Metern zwar kleiner als die Marmolata, aber fraglos ein legendärer Berg der Alpen. Die Drei Zinnen an der Grenze zu Südtirol sind ein weltbekanntes Fotomotiv und eins der begehrtesten Gipfelziele der Alpen. Besonders beeindruckend sind ihre steil abfallenden Nordwände. Die größte Nordwand ist die der mittleren Zinne, die über 500 Meter senkrecht oder überhängend abfällt. © Kontrastlicht/Imago
Ein Wanderer mit der Eiger Nordwand im Hintergrund.
Wer über Nordwände spricht, muss auch über die Eiger Nordwand sprechen, die höchste und mit Abstand bekannteste Nordwand der Alpen. Über 1.800 Meter ragt sie südwestlich über Grindelwald auf. Besonders ihre zahlreichen und teils höchst dramatischen Besteigungsversuche haben den 3.967 Meter hohen Eiger legendär gemacht.  © Jürgen Schwenkenbecher/Imago
Der Gipfel des Monte Rosa im Sonnenuntergang.
Der letzte Berg dieser Liste ist der zweithöchste Berg der Alpen, der Monta Rosa mit 4.634 Metern Höhe. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Deswegen hat der Monte Rosa in der Schweiz einen anderen Namen und wird Dufourspitze genannt. Mit 2.400 Metern Höhe ist die Ostwand des Massivs sogar noch höher als die Eiger Nordwand und die höchste Felswand der gesamten Alpen.  © Wirestock/Imago

Massiver Schneefall in Südtirol: Wetter sorgt für erhöhte Lawinengefahr in bestimmten Regionen

Besonders in den Ortler-Alpen ist mit viel Neuschnee zu rechnen, im Ultental und im Passeiertal bis Ridnaun, berichtet Dieter Peterlin, Meteorologe vom örtlichen Wetterdienst, dem Nachrichtenportal stol.it. Im restlichen Land werden geringere Schneemengen erwartet, Niederschlag soll es am Dienstag allerdings überall geben.

Am höchsten sei die Gefahr in jenen Gebieten mit dem meisten Neuschnee und dort, wo die Altschnee-Situation kritisch sei, berichtet Meteorologe und Lawinenexperte Lukas Rastner dem Portal stol.it. Groß sei die Lawinengefahr beispielsweise in Sulden, Ulten, Passeier, im nördlichen Sarntal, im Brennergebiet und in den Pfunderer Bergen. Den Dienstag (28. Januar) den Mittwoch (29. Januar) bezeichnet Rastner deshalb als „die kritischsten Tage, wie wir sie heuer im Winter bisher kaum hatten“.

Auf den Südtiroler Bergen müssen Wintersportler vorsichtig sein, denn dort gilt zur Zeit wieder erhöhte Lawinengefahr. (Archivbild)

Lawinenwarndienst spricht von instabiler Schneedecke in Tirol und Südtirol

Auch der Warndienst der Europaregion, Lawinen.report, macht auf das „Altschneeproblem“ aufmerksam: Sogenannte Schwachschichten im Inneren der Schneedecke sorgen demnach für Instabilität und erhöhen das Risiko für Lawinen. Das Altschneeproblem sei eine Hauptursache von tödlichen Lawinenunfällen bei Wintersportlern. Die Experten der Lawinenvorhersage warnen deutlich davor, zurzeit abseits gesicherter Pisten Schneesport zu betreiben. In den Regionen Tirol und Südtirol soll die Schneedecke aktuell besonders instabil sein.

Die Experten raten daher zu Zurückhaltung und dazu, große Steilhänge zu meiden. Gefahrenstellen seien bei schlechter Sicht kaum zu erkennen, weshalb besonders für Wintersportler Vorsicht geboten ist. Zur Mitte der Woche hin soll die Lawinengefahr gleichbleibend hoch sein, heißt es in der Vorhersage von Lawinen.report.

Die steigenden Zahlen bei der Bergrettung in den Regionen sind unter anderem Auswirkungen des Tourismus-Phänomens im Südtirol. Denn neben dem Wintersport sind auch die Wanderwege mit ihrer unberührten Natur immer wieder Anziehungspunkte für Urlauber. (smk)

Rubriklistenbild: © IMAGO / snapshot/ K.M.Krause

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