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Am Wochenende wird die Luegbrücke auf der Brennerautobahn durch eine außergewöhnliche Verkehrsführung zweispurig nutzbar. Auch ein Pass wird wieder zugänglich gemacht.
Innsbruck/Udine – Winterurlauber und Mittelmeerfans haben es in den östlichen Alpen derzeit nicht leicht: Auf mehreren Passstraßen, Autobahnen und Bahnlinien gibt es derzeit Sperren und Behinderungen. Auf zwei Transitstrecken heißt es am kommenden Wochenende (25. und 26. Januar) aber freie Fahrt.
Die Brennerautobahn ist die wichtigste Transitroute für den Lkw-Verkehr von Deutschland über Österreich nach Italien. Auf der Tiroler Seite gibt es jedoch statische Probleme mit der Luegbrücke, die ab dem Frühjahr neu gebaut wird. Das 1,8 Kilometer lange Viadukt aus den 60er-Jahren hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht und muss abgerissen und neu gebaut werden. Seit dem 1. Januar ist die Brücke grundsätzlich nur noch einspurig pro Richtung befahrbar. Dies führte in den ersten Wochen der Bauarbeiten zu erheblichen Staus und Behinderungen.
Exotische Verkehrsregelung auf der Brennerautobahn in Österreich
Für verkehrsreiche Zeiten hat der staatliche Autobahnbetreiber Asfinag jedoch ein Verkehrskonzept entwickelt und im Sommer erfolgversprechend getestet, das einen zweispurigen Betrieb ermöglicht. Dabei fahren die Lastwagen auf der linken Fahrspur, sodass die Pfeiler das Gewicht besser auffangen können. Diese Lösung ist jedoch vom Wetter abhängig. Bei Schnee muss der Platz für die Räumfahrzeuge freigehalten werden.
Doch das Wetter spielt mit. „Wie angekündigt bereitet die Asfinag für kommenden Samstag die erste Zweispurigkeit auf der Luegbrücke vor“, berichtet Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es: „Diese soll ab 8 Uhr starten und gewährleisten, dass es im Hinblick auf das prognostizierte Verkaufskommen zu keinen umfangreichen Verzögerungen auf der Brennerstrecke kommt.“
„Weiterer Meilenstein“: Trotzdem kann es zu Verzögerungen kommen
Die Umleitung des Schwerverkehrs auf die Mitte der Brücke werde rechtzeitig und ausführlich ausgeschildert. Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele sagt: „Mit der geplanten Zweispurigkeit setzen wir einen weiteren Meilenstein unseres umfangreichen Maßnahmenpakets um.“ Möglich sei das nur, weil die Witterung am Samstag (25. Januar) passe und kein Schneefall diese Zweispurigkeit verhindere.
Allzu großen Hoffnungen baut Siegele aber vor: „Wichtig für alle Verkehrsteilnehmenden ist jedoch, dass es auch mit dieser Maßnahme zu Verzögerungen kommen kann, gerade in den ersten Tagen bitten wir um Geduld. Jedoch sorgen wir dafür, dass mit zwei Spuren lange Staus vermieden werden.“ Auf der Brennerstrecke müssen in den nächsten Jahrzehnten weitere Brücken erneuert werden. Eine Explosion im Brennerbasistunnel für die Bahn sorgte jüngst ebenfalls für Schlagzeilen.
Mildes Wetter ermöglicht Zweispurigkeit im Urlauberverkehr am Brenner
Auch ein weiteres Transit-Sorgenkind verschwindet zumindest teilweise: Der Plöckenpass zwischen dem österreichischen Kärnten und dem italienischen Friaul wird am Samstag (25. Januar) nach 13 Monaten Sperre wieder geöffnet. Der 1357 Meter hohe Straßenübergang ist von Deutschland aus über die Felbertauernstraße zu erreichen und stellt die kürzeste Verbindung über München an die Adria bei Triest sowie nach Slowenien und Kroatien dar. Wegen der noch bis in den Sommer andauernden Bauarbeiten an der Tauernautobahn, die wie am Brenner nur eine Fahrspur pro Richtung zulassen, ist der Pass eine interessante Alternative.
Ein gewaltiger Felssturz hatte den Plöckenpass aber im Dezember 2023 auf italienischer Seite blockiert. Inzwischen haben die italienischen Behörden die Straße mit ihren zahlreichen Tunnels und Serpentinen reparieren lassen. Cristina Amirante, Landesrätin für Infrastruktur in Friaul-Julisch Venetien, verkündete am Montagabend (20. Januar) im Radio Kärnten des ORF, dass die Passstraße ab sofort an den Wochenenden teilweise geöffnet werde. „Das Ziel ist es, dann bis Ende März eine uneingeschränkte Öffnung zu haben, also ohne zeitliche Begrenzung, Einbahnregelungen und rund um die Uhr, sieben Tage die Woche“, sagte die Landesrätin.
Die kürzeste Strecke an die Adria hatte ein Felssturz blockiert – Teilöffnung nach Reparatur
Allerdings ist die Straße laut kleinezeitung.at vorerst nur in eine Richtung befahrbar. Die Einbahnstraße kann alle 20 Minuten wechselseitig befahren werden. Das Fahrverbot für LKW bleibt bis auf Weiteres bestehen, Wohnmobile werden jedoch durchgelassen. Auch am Reschenpass, der gerne als Alternative für den Brenner benutzt wird, wird gebaut – eine neue Steinschlagschutzgalerie wird nachgerüstet.
Während der laufenden Wintersaison ist er allerdings befahrbar. Am 10. März wird er jedoch wieder vollständig geschlossen. Bis Juli ist auch der Tauerntunnel der österreichischen Bundesbahnen zwischen Böckstein und Mallnitz wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Autoverladung fällt somit weg. Hier kam es kürzlich ebenfalls zu einem schwerwiegenden Unfall: Die Decke des Tauerntunnels stürzte ein und verschüttete die Röhre.


