„Rezept für eine Katastrophe“: US-Physiker rechnete im Titanic-Tauchboot bereits mit seinem Tod
VonAnna-Lena Kiegerl
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Dr. Michael Guillen erlebte bereits am eigenen Leib die Tücken einer U-Boot-Reise zum Wrack der Titanic. Für dieses Abenteuer hätte er fast mit seinem Leben bezahlt.
München – Das Verschwinden eines U-Bootes auf dem Weg zum Wrack der Titanic ist derzeit in aller Munde. Bereits am Sonntag (18. Juni) verlor sich die Spur der „Titan“. Vom Boot und den fünf Insassen, unter denen unter anderem ein Milliardär, sowie der Mann und der Sohn einer gebürtigen Rosenheimerin sind, fehlt bis jetzt jede Spur. Für das Verschwinden des U-Boots sind mehrere Ursachen denkbar. Doch die Zeit rennt, denn der Sauerstoff kann fünf Menschen nur 96 Stunden am Leben halten.
Verschwinden des Titan U-Boots: „Ein Rezept für eine Katastrophe“
Dass solche U-Boot Reisen nicht harmlos sind, weiß auch der Physiker Michael Guillen. Er erlebte bereits selbst schwere Turbulenzen bei einer Reise zum Wrack der Titanic, jedoch bereits vor mehr als 20 Jahren. Das kommerzielle Angebot der Titanic-Fahrten kritisiert er scharf:
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„Alles öffnet sich für Touristen, und ich fürchte, wenn Geld im Spiel ist und man mit den Nervenkitzel suchenden Menschen, die bereit sind, das Geld zu investieren, Profit machen kann, ist das ein Rezept für eine Katastrophe“, so Guillen gegenüber sky news. „Das ist kein Fahrgeschäft in Disneyland“, stellt er klar.
Turbulenzen bei Reise zu Titanic Wrack: Physiker Michael Guillen machte schlimme Erfahrung
„Da war eine Stimme in meinem Kopf. Ich werde die Worte nie vergessen: ‚So wird es für dich enden‘. Ich dachte an meine Frau, die ich nie wieder sehen würde“, erzählt der Physiker über seine eigene Erfahrung am Wrack der Titanic. Das U-Boot, mit dem Guillen damals unterwegs war, wurde von einer Unterwasserströmung in einem Propeller am Heck der Titanic geschleudert. Dort wurde es eingeklemmt.
Riesige Teile der Titanic sind auf sie herabgefallen, später stießen sie an eine Mauer. Durch das Handeln des Piloten konnte der Physiker und die restliche Crew gerettet werden. Ihm war es möglich, das U-Boot aus dem Propeller herausmanövrieren.
Fünf Menschen auf Titanic-U-Boot „Titan“: „Mir wird ganz übel, wenn ich daran denke, dass sie da unten sind“
Der aktuelle Vorfall lässt Guillen sehr traurig stimmen. „Mein Herz schlägt für die Menschen, die verschwunden sind. Mir wird ganz übel, wenn ich daran denke, dass sie da unten sind“, erzählt er im Interview mit sky news.
Einen Kommunikationsausfall hält der Physiker für unwahrscheinlich. Denn, so sagt er gegenüber sky news, hätte es sich um einen solchen gehandelt, wäre der Pilot schnellstmöglich an die Oberfläche zurückgeschwommen. Für die Betroffenen wünscht er sich das beste: „Ich hoffe, dass die Geschichte nicht so enden wird“, erklärt er. Die Küstenwache zeichnet jedoch ein bedrückendes Szenario der aktuellen Situation.