Auch beliebter Strand betroffen

Risiko des Niedergangs nach Regengüssen: Hotel an der Abbruchkante von italienischer Urlaubsinsel abgeschottet

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Heftige Regenschauer haben auf der Urlaubsinsel Capri einen Bodenrutsch bei einem Exklusivhotel hervorgerufen, das an einer Abbruchkante steht.

Capri – Es gibt kaum eine Insel, die so berühmt für ihre traumhafte Landschaft ist wie Capri im Süden Italiens. Die legendäre blaue Grotte, Felsen und Steilküsten machen die kleine Insel für Italien-Urlauber zum Sehnsuchtsort schlechthin, der Sonnenuntergang wurde von deutschsprachigen Schlagersängerinnen und Sängern mit dem Lied „Capri-Fischer“ in mehreren Versionen gerühmt. Schon die alten Römer machten hier Urlaub.

Die Insel stöhnt seit Jahren schon unter dem immer größer werdenden Andrang. Jetzt wurde sie wie der Rest des Landes von einem heftigen Unwetter heimgesucht. Im Stadtteil Marina Grande, westlich des Hauptortes der Insel Capri, gab es einen Erdrutsch. Direkt an den Fundamenten des Luxushotels JK Place Capri hat sich ein Erdrutsch gelöst, berichtet das Portal positanonews.

Auf der beliebten Urlaubsinsel Capri in Süditalien haben schwere Regenfälle zu einem Hangrutsch unterhalb eines Luxushotels geführt. (Montage)

Luxuriöses Boutique-Hotel steht plötzlich an gefährlicher Abbruchkante

Das 2007 eröffnete JK Place Capri ist ein luxuriöses Boutique-Hotel. Es verfügt über 22 Zimmer und acht Suiten und befindet sich in einer restaurierten Villa aus dem späten 19. Jahrhundert, die einst den wohlhabenden amerikanischen Schwestern Sadiee und Kate Woolcott-Perry gehörte. 

Das renommierte Reiseportal Frommer‘s sagt über das Haus: „Große Liebe zum Detail, Eleganz und wunderschöne Aussichten haben dieses Hotel zu einem Gewinner gemacht, trotz seiner weniger als wünschenswerten Lage an der Hauptstraße vom Hafen nach Capri und Anacapri.“ Die Einrichtung wird als „avantgardistisch“ beschrieben. Eine Übernachtung ist dort allerdings laut Kayak.com unter 1000 Euro kaum zu bekommen. Doch gibt es kein Zimmer zu buchen, zumindest bei booking.com heißt es. „Leider ist es gerade nicht möglich, diese Unterkunft auf unserer Seite zu buchen.“

Jetzt gähnt unter dem Hotel ein riesiges Loch im Hang, ein Teil des Fundaments schwebt in der Luft, abgestürzte Pinien und Geröll sind auf den darunter liegenden Strand gestürzt, der beliebt ist, da hier keine teuren Sonnenschirme und Liegen gemietet werden müssen.

Ein Erdrutsch sorgt an dem Luxushotel auf Capri (Italien) für statische Probleme.

Bürgermeister beliebter Ferieninsel sperrt Luxushotel wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche

Capris Bürgermeister Paolo Falco ließ den Strand sofort sperren und erließ laut capripress.com eine dringende Anordnung, die an den Verwalter des Unternehmens gerichtet wurde, dem das Hotel gehört. Innerhalb von 20 Tagen soll das Unternehmen die Sicherheit der darunter liegenden Böschung und der Stützmauer des vom Erdrutsch betroffenen Hotels wiederherstellen, es seien „die öffentliche und private Sicherheit sowohl der Benutzer des Hotels als auch derjenigen des darunter liegenden Strandes zu gewährleisten“, heißt es.

Da weitere Unwetter drohten, könnten neue Erdrutsche folgen. Der Bürgermeister verbietet dem Portal zufolge nicht nur den Zugang, den Aufenthalt und jede andere Nutzung des Hotels. Er ordnet in seiner Verordnung auch an, dass der Eigentümer das Hotel absichern müsse, was durch die Vorlage eines spezifischen technischen Gutachtens zu dokumentieren sei.

Der Strand unterhalb des Luxushotels auf der italienischen Ferieninsel Capri ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Badegäste ignorierten Sperre des betroffenen Strandes

Bei dem Unwetter am Dienstag (22. Oktober), das auch auf der Nachbarinsel Ischia wütete, wurden Personenschäden gemeldet. Feuerwehr, Küstenwache, Stadtpolizei, die Gemeindebauhof und einige Anwohner der Gegend waren sofort im Einsatz, um das gesamte Areal zu sichern und den betroffenen Bereich abzusperren, um das Risiko weiterer Erdrutsche oder Einstürze zu vermeiden. Es werden auch nachhaltigere bauliche Maßnahmen geprüft, um das Gebiet sicherer zu machen und den Strand zu schützen, der sowohl von Touristen als auch von Einheimischen frequentiert wird.

Neben der Straße an der Steilküste wurde auch der Strandabschnitt unter dem Hotel vorsichtshalber gesperrt. Viele Badegäste ignorierten jedoch das Verbot und überwanden die Sperren. Die Stadtpolizei von Capri intervenierte mehrmals vor Ort und verwies diejenigen, die den verbotenen Bereich, wenige Meter von der Erdrutschstelle entfernt, betreten hatten, aus dem Bereich.

Wirbelsturm, Überschwemmungen, dramatische Momente: Bilder zeigen Unwetter-Szenen aus Italien

Ein Essenlieferant steht mit seinem Fahrrad in einer überschwemmten Straße in Italien.
Ein Essenlieferant steht mit seinem Fahrrad in einer überschwemmten Straße in Italien. © Michele Nucci/dpa
Die Polizei, Feuerwehr und der Zivilschutz bei der Arbeit. Einige Straßen sind mittlerweile wieder befahrbar.
Die Polizei, Feuerwehr und der Zivilschutz bei der Arbeit. Einige Straßen sind mittlerweile wieder befahrbar. © Screenshot/Vigili del Fuoco
In vielen Regionen Italiens gilt weiterhin die zweithöchste Alarmstufe (Stand: 21. Oktober).
In vielen Regionen Italiens gilt weiterhin die zweithöchste Alarmstufe (Stand: 21. Oktober). © Screenshot/Vigili del Fuoco
Nach dem Starkregen: Mehrere Polizeikräfte schaufeln den Matsch auf den Straßen weg.
Nach dem Starkregen: Mehrere Polizeikräfte schaufeln den Matsch auf den Straßen weg. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Seit Samstag (19. Oktober) sind die Rettungskräfte in Italien im Einsatz. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.
Seit Samstag (19. Oktober) sind die Rettungskräfte in Italien im Einsatz. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Die italienische Polizei rettet eine junge Dame vor dem Hochwasser.
Die italienische Polizei rettet eine junge Dame vor dem Hochwasser. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Verdreckte Straßen und jede Menge Müll: Nach dem Starkregen beginnen in vielen Regionen Italiens bereits die Aufräumarbeiten.
Verdreckte Straßen und jede Menge Müll: Nach dem Starkregen beginnen in vielen Regionen Italiens bereits die Aufräumarbeiten. © Ansa
Wegen der überfluteten Straßen musste die italienische Feuerwehr teilweise ganze Straßenabschnitte sperren.
Wegen der überfluteten Straßen musste die italienische Feuerwehr teilweise ganze Straßenabschnitte sperren. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Auf X schreibt die italienische Feuerwehr: „In der kleinen Hand, welche die ihres Retters umklammert, liegt der ganze Sinn unserer Arbeit.“
Auf X schreibt die italienische Feuerwehr: „In der kleinen Hand, welche die ihres Retters umklammert, liegt der ganze Sinn unserer Arbeit.“ © Screenshot/Vigili del Fuoco
In der italienischen Stadt Bologna wurden die Straßen zu Flüssen.
In der italienischen Stadt Bologna wurden die Straßen zu Flüssen. © Ansa
Infolge des Hochwassers starb ein 20-Jähriger in Pianoro. Das Autowrack des tödlich Verunglückten wurde von den Fluten mitgerissen.
Infolge des Hochwassers starb ein 20-Jähriger in Pianoro. Das Autowrack des tödlich Verunglückten wurde von den Fluten mitgerissen.  © Screenshot/Vigili del Fuoco
Der Himmel ist wieder blau, doch die Hochwasser-Lage – wie hier in Castenaso – bleibt weiterhin kritisch.
Der Himmel ist wieder blau, doch die Hochwasser-Lage – wie hier in Castenaso – bleibt weiterhin kritisch. © Ansa
Die italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco ist seit Tagen im Dauereinsatz.
Die italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco ist seit Tagen im Dauereinsatz. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Autos: Infolge des Hochwassers mussten mehrere tausend Menschen evakuiert werden.
Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Autos: Infolge des Hochwassers mussten mehrere tausend Menschen evakuiert werden. © Screenshot/Vigili del Fuoco

Bürgermeister Falco hatte erst Mitte der Woche gefordert, die Anzahl der Fähren und Boote auf die Insel zu halbieren, da sie dem Ansturm nicht mehr gewachsen sei. Im Sommer wurde bereits die Anlandegebühr für jeden Gast verdoppelt. Im Sommer wurden die Insel für Urlauber wegen eines Schadens an der Wasserleitung vorübergehend sogar vorübergehend gesperrt.

Rubriklistenbild: © Günther Gegenheimer/Paolo Manzo /Imago

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