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Die Corona-Pandemie und die Grippewelle sorgen für einen drastischen Anstieg der Krankmeldungen: Die „Twindemie“ macht sich auch bei Arbeitgebern bemerkbar.
Berlin – Corona in Deutschland und die Grippewelle treffen aufeinander und sorgen für einen Hochstand an Krankmeldungen in Deutschland: Seit September hat sich die Zahl der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle mehr als verdoppelt. Der Hauptgrund für die aktuellen Krankschreibungen sind Atemwegserkrankungen, worunter allerdings nicht nur Corona und die Grippe fallen. Die Schwierigkeit: Die Symptome einer Corona-Infektion sind oft von denen einer Grippeerkrankung oft nur schwer zu unterscheiden, Aufschluss gibt nur ein Test. Schon länger warnen Experten vor den saisonalen Auswirkungen der „Twindemie“.
Corona-Zahlen Deutschland: Krankmeldungen seit September mehr als verdoppelt
Bei den Corona-Zahlen Deutschland gibt es hinsichtlich der Krankmeldungen einen bemerkenswerten Anstieg zu verzeichnen, wie aus den Daten der Barmer Krankenkasse hervorgeht: Seit Anfang September haben sich die Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen mehr als verdoppelt. Während Anfang des Monats September auf 10.000 Beschäftigte noch etwa 200 Krankmeldungen kamen, waren es in der Woche vom zweiten bis zum achten Oktober bereits 410.
Besonders Atemwegserkrankungen wie Corona, Erkältungen, die Grippe oder andere Atemwegsinfekte spielten dabei eine Rolle, etwa ein Drittel der Ausfälle geht auf Corona-Infektionen zurück. Insgesamt hatte die Barmer Krankenkasse die Daten von etwa 3,8 Millionen Versicherten ausgewertet. Die Krankenkasse dokumentiert massive regionale Schwankungen: Während die Zahl der Krankschreibungen in Thüringen besonders hoch war liegt sie etwa in Hamburg deutlich niedriger. Aktuelle Studien hatten zudem ergeben, dass die Lebenserwartung in Deutschland seit Pandemiebeginn um knapp ein halbes Jahr gesunken ist.
Corona aktuell in Deutschland: Viele Menschen gehen auch mit Corona-Infektion zur Arbeit
Mit Blick auf Corona aktuell in Deutschland lässt sich noch ein weiterer Trend beobachten: Viele Arbeitnehmende mit Corona-Infektion gehen trotz Erkrankung zur Arbeit. Eine Studie hatte zuletzt ergeben, dass insgesamt jeder zehnte Arbeitnehmer trotz Erkrankung auf der Arbeit erscheint. Die Zahlen gehen auf eine Analyse der Betriebskrankenkasse Pronova BKK zurück. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, dass die Studie ergeben hatte, dass rund 17 Prozent der Befragten von zu Hause arbeiten würden und weitere 17 solange daheim blieben, bis die stärksten Symptome abgeklungen seien.
Nur insgesamt acht Prozent gaben an, sich erst danach über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Unter den Befragten erklärten lediglich 33 Prozent auch bei einem milden Verlauf zu Hause zu bleiben, bis sie vollständig genesen sind. Unabhängig von der hohen Infektionsgefahr für andere bedeutet das Arbeiten trotz Erkrankung ein hohes gesundheitliches Risiko für die Betroffenen selbst: Eine verschleppte Infektion kann schwere langfristige Folgeschäden verursachen und ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Jeder zweite will bei Herbstwelle von Corona in Deutschland die Maskenpflicht im Büro
Während in der Politik noch über die Isolationspflicht gestritten wird, gibt eine weitere Studie Aufschluss über die Wünsche von Arbeitnehmenden bei der Maskenpflicht. Die Krankenkasse pronova BKK hatte im September 2022 eine Umfrage durchgeführt, die ergeben hatte, dass etwa jeder zweite Arbeitnehmende im Fall einer Herbstwelle von Corona in Deutschland die Maskenpflicht im Büro fordert. Rund 48 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus. Die Krankenkasse hatte insgesamt 1200 Arbeitnehmende ab 18 Jahren befragt. Auch die Krankenhäuser hierzulande hatten erst kürzlich eine Maskenpflicht in Innenräumen gefordert – bisher ohne Erfolg.
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