Unwetter verwüsten Campingplätze in Kroatien – Spektakuläre Wolkenfront über Adria-Küste: “sind abgereist”
VonKathrin Reikowski
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Kroatien wurde von schweren Unwettern getroffen: Blitze, Überflutungen und Stromausfälle verwüsteten einen Campingplatz in der Nacht auf Donnerstag.
Umag - Einen Tag nach der schweren Unwetternacht am Mittelmeer, in der besonders in Kroatien lokal heftigste Gewitter niedergingen, zeigt sich, wo Schwerpunkte des Unwetters lagen. Lokale Behörden hatten von umgestürzten Bäumen und überfluteten Kellern und Straßen berichtet.
Unter anderem erwischte es den Campingpark in Umag heftig - Teile des Platzes waren überschwemmt, Strom und Telefonnetz fielen Wetter – Unwetter Deutschland zufolge teilweise aus. Urlauber müssen sich wohl – so gut es ging – regelrecht verschanzt haben. Wer Urlaub in Kroatien macht, kennt es: Plötzliche Gewitter, heftige Bora-Winde und auch mal ein Platz oder Straßenabschnitt unter Wasser. Nach den Schilderungen von vor Ort hat sich dennoch etwas verändert.
Shelf-Cloud-Formation überzieht Kroatiens Küste - und kündigt Unwetter an
Zunächst zog eine beeindruckende Wolkenformation, bekannt als „Shelf-Cloud“, über die Adriaküste. Die „Shelf-Cloud“, erkennbar als keilförmige Wolkenfront, bot zwar einen spektakulären Anblick, kündigte jedoch gleichzeitig eine gefährliche Wetterlage an. Vom Meer her entlud sich das Unwetter mit voller Wucht über dem Festland, wie heute.atbeschreibt.
Und es brachte eine Reihe von extremen Wetterphänomenen mit sich: Sintflutartigen Regen, orkanartige Böen und zahlreiche Blitzeinschläge. Umag, an der Westküste der kroatischen Halbinsel Istrien gelegen, ist ein beliebtes Urlaubsziel, insbesondere für deutsche Touristen.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Kroatien: Heftige Unwetter als Zeichen für voranschreitenden Klimawandel - was sich geändert hat
Das Unwetter reiht sich ein in eine Serie von Extremwetterereignissen, die in den letzten Jahren vermehrt auftreten. Experten sehen darin Anzeichen des fortschreitenden Klimawandels, der auch beliebte Urlaubsregionen nicht verschont. Das zeigen auch die Beobachtungen von vor Ort: Während eine Nutzerin auf der Facebook-Seite von Reporter 24schreibt, es sei nicht so schlimm gewesen, schreibt eine andere: Also „wir standen mit Wohnwagen auf Campingpark Umag und hatten Stromausfall und der Wohnwagen hat bei jedem Donner vibriert, sind heute früh abgereist.“
User Michael L. meint, großflächige Unwetter von früher seien lokalen, heftigen Ereignissen gewichen: „Ich fahre seit 1979, also 46 Jahre. War ca. 60 Mal zu allen Jahreszeiten im Land. Es hat sich spürbar verändert seit den letzten 20 Jahren. Das Wetter ist extremer geworden, nicht unbedingt die Niederschlagsmenge, sondern eher die kurzfristige Änderung und die lokale Konzentration.“
In diese Beobachtungen reiht sich eine weitere wissenschaftliche Beobachtung zum Fortschreiten des Klimawandels mit seinen lebensbedrohlichen Extremwettereignissen ein: In der Antarktis verschwinden seit 1997 große Mengen an Phytoplankton unter der Meeresoberfläche – die winzigen Organismen produzieren über die Hälfte des Sauerstoffs, den wir zum Atmen brauchen. Nun haben Forscher
Kroatien, Mittelmeerregion: Diese Vorsichtsmaßnahmen können Urlauber treffen
Angesichts der lokal sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels wie Unwetterereignissen im Mittelmeerraum ist es für Urlauber ratsam, sich vor Reiseantritt über die aktuelle Wetterlage zu informieren und die Hinweise lokaler Behörden zu beachten. Im Falle eines Unwetters sollten – lieber zu früh als zu spät – sichere Unterkünfte aufgesucht und offene Flächen gemieden werden.