VonVivian Wergschließen
„Andere Länder, andere Sitten“ – ein berühmtes Sprichwort, das auch in Italien zutrifft. Wer nach Bella Italia reist, sollte unbedingt die Strandregeln kennen.
München – Italien ist seit Jahrzehnten eines der beliebtesten Sommer-Urlaubsziele, nicht nur der Deutschen. Jährlich strömen Millionen Menschen aus aller Welt in das südeuropäische Land, das für seine Traumstrände und köstliche traditionelle Küche bekannt ist. Strahlend blauer Himmel, kristallklares Wasser: Das Land hält, was es verspricht. Trotz extremer Hitzewelle rechnet Italien mit einem Touristen-Ansturm im Sommer. Auf der beliebten Insel Sardinien kann es stellenweise bis zu 48 Grad heiß werden. Das Land erwartet dennoch in der diesjährigen Urlaubssaison bis zu 442 Millionen Übernachtungen.
An den zahlreichen Traumstränden und Buchten dem sanften Meeresrauschen lauschen und den feinen Sand unter den Füßen spüren – schöner kann der Italien-Urlaub eigentlich nicht mehr werden. Doch Vorsicht: wer beim Verlassen des Strandes Sand an den Füßen kleben hat, muss Strafe zahlen. Und bevor der Italien-Urlaub schnell ruiniert wird, sollte man sich an gewisse Gesetze und Regeln halten.
Urlaub in Italien: Auf Sardinien wird Sand an den Füßen abgestraft
Für das perfekte Urlaubsgefühl ist mitunter auch der Traumstrand verantwortlich. Besonders beliebt sind möglichst weißer und feinkörniger Sand. Denn je weißer der Sand ist, umso türkiser schimmert das Wasser. Und dieses wertvolle Gut möchte Italien, insbesondere die Insel Sardinien, die für ihre karibisch-weißen Strände bekannt ist, schützen.
„In Sardinien ist jede Art von Veränderung der Sandstrände oder die Mitnahme von Sand, Kiesel oder Quarzgestein, auch nur in kleinster Menge, gesetzlich verboten“, warnt das Auswärtige Amt. „Bei Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Norm werden Sanktionen in Höhe von 500 bis 3000 Euro verhängt“, heißt es weiter. Medienberichten zufolge wurden an den sardinischen Stränden bereits Kameras installiert, um die Urlauberinnen und Urlauber stets im Blick zu haben. Wie die österreichische Zeitung Heute berichtet, muss der Sand den Füßen vor dem Verlassen des Strandes abgewaschen werden. Wer das vergisst, muss mit einem Bußgeld von bis zu 100 Euro rechnen. Auch ein beliebter Strand-Spaß ist an Italiens Stränden verboten und kann bei einer Missachtung teuer zu stehen kommen.
Regel in Italien: An vielen Stränden gelten begrenzte Besucherzahlen
Um das Müllproblem in den Griff zu bekommen, sind an vielen Stränden nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern erlaubt. Zusätzlich werden Eintrittsgebühren verlangt. Auch auf der beliebten italienischen Insel ist der Zugang zu bestimmten Stränden bereits seit einigen Jahren reglementiert, berichtet der amerikanische Fernsehsender CNN. „Unser Land besteht größtenteils aus zerklüfteten, hohen Klippen und nur einem Dutzend Strände, sodass alle dorthin strömen und diese überfüllen“, sagt Stefano Monni, Bürgermeister von Baunei, gegenüber CNN. „Wir können es uns nicht mehr leisten, dass Tausende von Sonnenanbetern täglich auf einem Fleck zusammengedrängt sind, wie in der Vergangenheit, das ist unhaltbar. Wir müssen dieses Paradies und sein empfindliches Ökosystem schützen“, fügt Monni hinzu.
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Regel in Italien: Striktes Handtuch-Verbot bei Sardiniens beliebtesten Strand
Besonders streng ist man laut dem amerikanischen Fernsehsender am weißen Traumstrand La Pelosa im Nordwesten Sardiniens. Dort ist die Besucherzahl auf 1500 begrenzt, die Eintrittskarte kostet 3,50 Euro. „Buchungen und Zahlungen können über eine autorisierte Website vorgenommen werden“, zitiert der Sender die Bürgermeisterin von Stintino, Rita Limbania Vallebella.
Doch die Regeln enden nicht beim Eintritt. Folgende Verbote sollten Besucher bei La Pelosa und bei einigen anderen Stränden auf Sardinien noch beachten:
- Striktes Handtuch-Verbot, da zu viel Sand an ihnen haften bleibt: „Auf La Pelosa sind nur Matten erlaubt. Im Gegensatz zu Handtüchern, die nass werden, bleibt der Sand nicht an den Matten haften, vorzugsweise wenn sie aus Fasern und Stroh bestehen. Wir haben schon so viel Sand wegen der Strandtücher verloren“, erklärt Vallebella.
- Abfälle hinterlassen: Was eigentlich ohnehin als Selbstverständlichkeit sein sollte, aber dennoch von vielen Strandbesuchern gemacht wird.
- Rauchverbot: Auf dem Strand der Ortschaft Stintino gilt nicht nur ein Rauch-, sondern auch ein Plastikverbot.
- Shampoo oder Seife verboten: Die Verwendung von Shampoo oder Seife ist laut Informationen des österreichischen Magazins Kosmo untersagt.
Im italienischen Badeort an der Andria wurde zusätzlich ein Oben-Ohne-Verbot verhängt – auch für Männer. Touristen drohen für vermeintlich banale Tätigkeiten drastische Strafen. Auch in Spanien und Kroatien gelten zahlreiche neue Urlauber-Regeln. (Vivian Werg)
