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Von wegen Dolce Vita: Italien ist nicht nur das Land des süßen Lebens, sondern auch der skurrilen Gesetze. An gewisse Strand-Regeln sollten Sie sich besser halten.
München – Azurblaues Wasser, feiner Sandstrand, strahlend blauer Himmel – Italien gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. In keinem anderen Land wird das „dolce far niente“ (süßes Nichtstun) mehr zelebriert. Hier können Urlauber das süße Leben in vollen Zügen genießen – insofern sie sich an gewisse Gesetze und Regeln halten.
Denn „andere Länder, andere Sitten“ ist nicht nur ein bekanntes Sprichwort, sondern in Italien Realität: Wer sich auf die Stufen eines historischen Monuments setzt, muss mit einer 100-Euro-Geldstrafe rechnen. Im kampanischen Eboli wird sogar das Küssen im Auto mit 500 Euro bestraft. Auch Lässigkeit am Steuer kann in Bella Italia teuer werden. Damit La Dolce Vita beim nächsten Strandurlaub nicht zum teuren Vergnügen wird, sollten Urlauber sich vorher besser über besonderen Regeln und Gepflogenheiten der Urlaubsdestination informieren. Denn Touristen drohen für vermeintlich banale Tätigkeiten drastische Strafen. Auch in Spanien und Kroatien gelten zahlreiche neue Urlauber-Regeln.
Regeln in Italien: Gemeinden erlassen Verbot für Sandburgen
Das Bauen einer Sandburg gehört für viele Urlauber zum Strandurlaub einfach dazu. Besonders für Kinder sind sie ein echtes Highlight. Doch wie die Schweizer Tageszeitung Blick berichtet, gibt es im venezianischen Eraclea mehrere „gesetzliche Spaßbremsen“. Sandburgen, Ballspiel und Löcher in den Sand buddeln sind demnach am Strand verboten. Grund: Die Rettungsdienste könnten stolpern. Wer gegen die Regel verstößt, muss laut The Guardian mit einer Geldstrafe von 250 Euro rechnen. Die Geldbuße kann nach Angaben der Süddeutschen Zeitung aber auch bis 1000 Euro gehen.
Auch in der Gemeinde Cavallino, einem der beliebtesten Strände an der Adria, werden laut der italienische Tageszeitung La Stampa Schaufeln und Eimer vom Strand verbannt. Eine Entscheidung, die Eltern und Großeltern wütend macht, weil kleinen Badegästen die Möglichkeit genommen wird, Sandburgen in der Nähe der Wellen zu bauen, wie es die Tradition vorschreibt. Wie die italienische Tageszeitung weiter berichtet, ist auch das Aufstellen von Sonnenschirmen und Liegestühlen am Strand im Bereich des Strandbades innerhalb der fünf Meter langen Uferlinie verboten.
Urlaub in Italien: Am Strand gelten besondere Regeln
Wie der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet, gilt an einigen Stränden, wie am La Pelosa-Strand, zudem ein striktes Badehandtuch-Verbot, da zu viel Sand an ihnen haften bleibt. „Durch die Strandtücher hätten die Strände viel Sand verloren“, erklärte die zuständige Bürgermeisterin. Generell ist jede Art von Veränderung der Sandstrände oder die Mitnahme von Sand, Muscheln und Steinen von Italiens Stränden streng untersagt. Laut italienischen Tourismusverband (ENIT), straft Sardinien bei Missachtung mit einer Geldbuße zwischen 500 Euro und 3000 Euro ab. Im italienischen Badeort an der Andria wurde zusätzlich ein Oben-Ohne-Verbot verhängt – auch für Männer.
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Und die Liste der skurrilen Gesetze wird laut Süddeutschen Zeitung immer länger. Mehr als 150 „örtliche Anordnungen“ soll dieser Berg der Verbote inzwischen hoch sein. Wer verreist, hat oft viel zu erzählen – besonders Urlauber, die mit den skurrilen Gesetzen in Italien in Berührung kommen. Und dennoch rechnet Italien mit einem Touristen-Ansturm im Sommer. Das Land erwartet in der diesjährigen Urlaubssaison bis zu 442 Millionen Übernachtungen. In dem beliebten Urlaubsland ist es vielerorts bereits extrem heiß. Das berüchtigte Wetterphänomen El Niño ist zurück und sorgt auch in Europa vielerorts für extreme Hitze. In einigen Regionen sollten Urlauber daher Hitzewarnungen besonders ernst nehmen. (Vivian Werg)
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