Maßnahmen werden konkreter

Daimler-Sparkurs: Betriebsversammlung am größten Standort kann Mitarbeitern Sorgen nicht nehmen

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Nutzfahrzeugriese Daimler Truck will eine Milliarde Euro einsparen. Eine Betriebsversammlung am Standort Wörth am Rhein konnte den Mitarbeitern die Sorgen nicht nehmen.

Wörth am Rhein - Die wirtschaftlichen Probleme belasten auch den weltgrößten Nutzfahrzeughersteller. Daimler Truck, mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg), hat angekündigt, eine Milliarde Euro an Kosten einsparen zu wollen. Konzernchefin Karin Rådström hat bereits bestätigt, dass das nicht ohne Personalabbau möglich sei. Dementsprechend groß ist die Sorge der Mitarbeiter des schwäbischen Weltkonzerns, zumal auch noch nicht direkt bekannt ist, wie und wo die Kosten eingespart werden sollten. Eine Betriebsversammlung am Standort Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz), dem größten Lkw-Montagewerk der Welt, konnte nur bedingt Licht ins Dunkel bringen.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Im Vorfeld der Betriebsversammlung am Dienstag (1. April) hat Daimler Truck die Belegschaft mit einem Schreiben, das der Rheinpfalz vorliegt, über die Maßnahmen informiert. Dort wird zum einen erneut auf die Notwendigkeit der Kostenreduktion verwiesen, zum anderen aber auch direkte Maßnahmen genannt, die das Personal betreffen. Letztendlich konnte die Veranstaltung den Mitarbeitern die Sorge vor der Zukunft aber nicht nehmen. Jüngst hatte der IG Metall-Chef von Mannheim „unfähige Manager“ für den Stellenabbau bei Daimler und Co. verantwortlich gemacht.

Betriebsversammlung bei Daimler Truck in Wörth am Rhein bringt nur etwas Licht ins Dunkel

Das Daimler-Montagewerk Wörth am Rhein ist das größte Werk der Konzernmarke Mercedes-Benz Trucks und beschäftigt nach Konzernangaben zwischen 7.500 und 10.000 Mitarbeiter. Laut der Rheinpfalz war das Interesse an der Betriebsversammlung, der zweiten innerhalb weniger Wochen, derart groß, dass die Veranstaltung auf Leinwänden nach draußen übertragen wurde. Was dort konkret kommuniziert wurde, ist nicht bekannt. Anhand des vorab vom Vorstand verschickten Papiers ist jedoch abzulesen, dass Daimler Truck bei dieser Betriebsversammlung zumindest mehr Details zum Sparprogramm als bei der Veranstaltung Anfang Februar verkündet hat.

Name Daimler Truck Holding AG
Gründung 12. April 2021 (nach Aufspaltung der Daimler AG)
SitzStuttgart/Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
Branche Nutzfahrzeuge, Busse
Mitarbeiter 102.895 (2024)
Umsatz 54,1 Milliarden Euro (2024)

In dem Schreiben werden personelle Maßnahmen wie Einschnitte bei der Vergütung und der Erfolgsbeteiligung sowie den verstärkten Einsatz von Zeitarbeitern genannt. Zudem wird laut dem Bericht aber auch betont, dass ein Abbau von Arbeitsplätzen unausweichlich sei. Auf Anfrage der Rheinpfalz erklärte ein Unternehmenssprecher aber, dass der Zukunftsvertrag – die sogenannte „ZuSi“, die betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 ausschließt – nicht infrage gestellt werde. Die Betriebsräte bei Daimler Truck hatten sich bereits gegen die Sparmaßnahmen gestemmt und erklärt, „Rendite gegen Köpfe“ strikt abzulehnen.

Beim Nutzfahrzeugbauer Daimler Truck soll eine Milliarde Euro an Kosten eingespart werden. Eine Betriebsversammlung konnte den Mitarbeitern die Sorgen nicht nehmen.

Daimler Truck: Betriebsräte fordern, dass Sparmaßnahmen sozial verträglich gestaltet werden

Die neuen Details zum Sparprogramm, die erneut einen Stellenabbau und zudem auch finanzielle Einbußen bestätigen, dürften den Mitarbeitern die Sorgen kaum nehmen können. Die IG Metall-Betriebsräte haben bereits bei der Betriebsversammlung Anfang Februar dem Vorstand von Daimler Truck „sehr laut und deutlich“ ihre Forderungen mitgeteilt, wie es im Mitarbeiter-Informationsblatt TRUX (März 2025) hieß. Konkret fordern sie, dass der Personalabbau sozial verträglich erfolgen soll und tarifliche Sonderzahlungen wie das Weihnachts- und das Urlaubsgeld unangetastet bleiben. Auch beim Schwester-Konzern Mercedes-Benz werden die geplanten Sparmaßnahmen konkreter, die ebenfalls mit einem Personalabbau verbunden sein sollen.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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