VonJulian Baumannschließen
Beim Autokonzern Mercedes-Benz sind weitere Details zum Effizienzprogramm „Next Level Performance“ bekannt geworden. An diesen Stellen wollen die Stuttgarter den Rotstift ansetzen.
Stuttgart - Dass in der aktuellen Wirtschaftskrise auch der Autokonzern Mercedes-Benz auf die Kostenbremse drücken muss, war spätestens nach den Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr bekannt. Insider sprechen inzwischen von bis zu 20.000 Stellen, die beim Autobauer vor dem Aus stehen sollen. Fest steht bereits, dass Konzernchef Ola Källenius bis 2027 fünf Milliarden Euro an Kosten einsparen will, die bereits für das Effizienzprogramm mit dem Namen „Next Level Performance“ zurückgelegt wurden.
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Eben zu diesem Programm sickerten am Donnerstag (13. Februar) weitere Details nach draußen. Wie unter anderem die Stuttgarter Zeitung in Bezug auf ein Video von Mercedes-Personalvorständin Sabine Kohleisen und Gesamtbetriebsratschef Ergün Lumali, das im Intranet des Weltkonzerns veröffentlicht wurde, berichtet, müssen die Mitarbeiter mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen. Nachbar Porsche hat dagegen bereits den Abbau von 1.900 Stellen allein in der Region Stuttgart bestätigt.
Effizienzprogramm bei Mercedes-Benz: Konzern will an Sonderzahlungen sparen
In dem gemeinsamen Video im Intranet von Mercedes-Benz haben Sabine Kohleisen und Ergün Lumali konkret über den aktuellen Stand der Verhandlungen berichtet. Dabei wurden noch keine Angaben zu einem Stellenabbau gemacht; fest steht aber, dass dieser aufgrund der Beschäftigungssicherung, der sogenannten Zukunftssicherung (Zusi), auf Freiwilligkeit basieren muss. Daneben soll es aber konkret an eine Reduzierung der Boni gehen, die Mercedes-Benz bereits seit vielen Jahren an die Belegschaft auszahlt oder aber, die in den Tarifverträgen der IG Metall festgeschrieben sind. Sabine Kohleisen nannte diesbezüglich konkrete Punkte.
Zum einen sollen die Zahlungen für betriebliche Jubiläen reduziert und für die freien Tage an Weihnachten (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) ein voller Urlaubstag statt wie bislang nur ein halber abgezogen werden. Zudem plant die Arbeitgeberseite in Bezug auf die tarifliche Sonderzahlung (T-Zug), die einmal im Jahr an die tarifgebundenen Mitarbeiter ausgezahlt wird, eine Änderung der Wahlmöglichkeit. Bislang können die Mitarbeiter entscheiden, ob sie das zusätzliche Entgelt oder aber bis zu acht zusätzliche freie Tage wählen. In Zukunft soll die Wahl eines zusätzlichen Entgelts entfallen.
Mitarbeiterbeteiligung soll bei Mercedes trotz Krise auch 2025 vergleichsweise hoch sein
Ein weiterer Punkt ist die Reduzierung der jährlichen Mitarbeiterbeteiligung. Mercedes-Benz hatte den Mitarbeitern 2023 die höchste Prämie der Firmengeschichte ausgezahlt und auch im vergangenen Jahr lag die Beteiligung bei bis zu 7.300 Euro pro Kopf. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll die Zusatzzahlung für 2024 trotz der aktuellen Probleme noch immer vergleichsweise hoch liegen, in den kommenden Jahren dürfte der Autobauer aber auch dort an der Kostenschraube drehen. Beim Weihnachtsgeld, das Mercedes-Benz ebenfalls jährlich auszahlt, dürfte allerdings nicht so leicht gerüttelt werden.
Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG – Communications

