Mega-Investitionen geplant

Autobauer fordert VW und Toyota: Mit „einzigartiger Kombination“ an die Spitze

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Mit mutigen Plänen und neuen Modellen fordert Hyundai die Konkurrenz aus Deutschland und Japan heraus. So will der Hersteller auf Augenhöhe mit VW und Co. gelangen.

Seoul/München – Die internationale Autoindustrie steht unter Druck: Zollschranken, eine ausbaufähige Nachfrage nach Elektroautos und strengere Vorgaben verändern die Spielregeln für Hersteller. Hinzu kommen Probleme bei Zulieferern und politische Unsicherheiten, die den Markt zusätzlich belasten.

Dazu machen nicht nur chinesische Herausforderer den Platzhirschen wie Volkswagen und Toyota das Leben schwer: Hyundai aus Südkorea beobachtet die Entwicklungen mit Abstand und hält ungeachtet dessen an seiner Wachstumsstrategie fest. Einem Bericht zufolge will sich das Unternehmen nicht länger mit einer Position in den Top Ten der globalen Autobauer zufriedengeben.

Hyundai mit Platz fünf im Absatzrennen: Moderne Zeiten, mutige Ziele

Hyundai zählt schon länger zu den größten Autoherstellern der Welt. Im Jahr 2024 erreichte Hyundai einen Nettoumsatz von rund 123,2 Milliarden US-Dollar und verkaufte weltweit 4,1 Millionen Fahrzeuge – das ist Rang fünf im globalen Vergleich.

Der Name steht für „moderne Zeiten“ und ist Programm, wie die WirtschaftsWoche erläutert: Das Unternehmen setzt auf Technologie-Offenheit und bietet Elektro, Hybrid und sogar ein Brennstoffzellen-Modell an. José Muñoz, CEO der Hyundai Motor Company, betont: „In einer Branche, die vor einem beispiellosen Wandel steht, ist Hyundai dank seiner einzigartigen Kombination aus überzeugenden Produkten, Flexibilität in der Fertigung, Technologieführerschaft, hervorragenden Handelspartnern und globaler Reichweite in einer einzigartigen Position, um erfolgreich zu sein.“ Wie sieht hinter dem euphorischen Marketing-Sprech die Praxis aus?

Hyundai und die Strategie für den europäischen Markt

Bis 2030 will Hyundai allein mit der Kernmarke jährlich über 5,5 Millionen Fahrzeuge verkaufen, davon mehr als die Hälfte elektrifiziert. Europa spiele eine zentrale Rolle in der Wachstumsstrategie: Nach dem Start mit den größeren Elektroautos IONIQ 5, 6 und 9 sollen demnächst kleinere Modelle wie der IONIQ 3 den Markt aufmischen. Der kleine importierte Stromer Hyundai Inster mischt schon seit Jahresbeginn in Deutschland mit.

Hyundai aus Südkorea plant mit drei Marken den Griff nach der Krone unter den internationalen Autobauern.

Die neuen Fahrzeuge sollen laut Hyundai „praktisch, zugänglich und emotional ansprechend“ sein. Neben reinen Elektromodellen sind bis 2027 auch 18 Hybridmodelle sowie Versionen mit Range Extender geplant, die Reichweiten von über 900 Kilometern in Aussicht stellen – vergleichbar also mit Dieselfahrzeugen.

Hyundai-Schwestermarke Kia: Elektro-Offensive aus Zilina

Die Schwestermarke Kia setzt in Europa ebenfalls voll auf Wachstum: Im Werk Zilina in der Slowakei soll die Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) in den nächsten zwei Jahren fast verdreifacht werden.

Konzernchef Ho Sung Song kündigte laut Automotive News Europe (ANE) an, dass die Produktion des neuen Kia EV2 bis 2027 rund 100.000 Einheiten pro Jahr erreichen soll. Auch das bereits erhältliche Kompaktmodell EV4 wird auf über 80.000 Fahrzeuge jährlich steigen – ambitionierte Ziele, die den Markt in Bewegung bringen.

Kia setzt auf gedrosselte Kosten und Vielfalt

Dabei setzt Kia bei neuen Modellen wie dem preisgünstigen „Bulli“-Rivalen PV5 laut der WirtschaftsWoche auch auf bezahlbare Technik. Das elektrische Nutzfahrzeug verzichtet auf teure Schnellladetechnik, um gegenüber Wettbewerbern wie VW, Opel und Ford einen Preisvorteil zwischen 10.000 bis 20.000 Euro zu erzielen.

Größere E-Transporter und kleinere Modelle sollen folgen, denn auch hier sieht Kia nach Angaben der ANE großes Potenzial. Laut Unternehmensangaben sind die geplanten Stückzahlen notwendig, um eine wirtschaftliche Lieferkette aufzubauen und die Modelle profitabel zu machen.

Hyundai Motor will kräftig wachsen – Fokus auf Europa und USA

Der Hyundai-Konzern plant bis 2030 Investitionen von über 45 Milliarden Euro, um den Giganten Toyota und Volkswagen näherzukommen. Die weltweiten Fertigungszahlen sollen gegenüber 2025 um 1,2 Millionen Einheiten steigen.

Hyundai-Offizielle bei der Vergabe einer Auszeichnung in New York: Der koreanische Hersteller hat große Pläne.

Auch auf sensiblen Märkten ist man anpassungsfähig, als Reaktion auf protektionistische Maßnahmen: In den USA will Hyundai die Produktionskapazität im Werk Georgia bis 2028 um 200.000 Einheiten erhöhen. Investitionen von 2,7 Milliarden US-Dollar sollen zudem 3000 neue Arbeitsplätze schaffen und die lokale Fertigung stärken.

Hyundai-Marke Genesis: Luxus mit Anlaufproblemen

Genesis, die Hyundai-Premiummarke aus Südkorea, bleibt bislang allerdings hinter den Erwartungen zurück. Bis Ende des Jahrzehnts sollen dem Bericht zufolge mindestens 350.000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden, darunter viele Elektro- und Hybridmodelle.

Das neue Flaggschiff Genesis GV90 soll mit Luxusdetails der auch deutschen Konkurrenz begegnen. Doch das Markenimage ist nach wie vor schwach – obwohl die Ausstattung und Technik laut Experten zweifellos auf höchstem Niveau sind, kann man es mit Audi, BMW oder Mercedes (noch?) nicht aufnehmen. Einem weiteren Premiumrivalen droht derweil das Aus.

Hyundai und Kia: Mit Optimismus in die Zukunft

Während viele europäische Hersteller angesichts sinkender Gewinne und Renditen Probleme haben, hebt Hyundai seine Finanz- und Absatzprognose an. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzplus von fünf Prozent und eine Gewinnmarge von bis zu sieben Prozent angepeilt.

Ranking: Auf diese Automarken und Modelle fahren Deutsche am meisten ab

Deutschland, das Land der Dichter, Denker und namhafter Automarken. Welche Hersteller liegen in der Gunst des Volkes vorne? Hier kommen die Top Ten sowie die beliebtesten Modelle
Deutschland, das Land der Dichter, Denker und namhafter Automarken. Welche Hersteller liegen in der Gunst des Volkes vorne? Hier kommen die Top Ten sowie die beliebtesten Modelle. © Sven Simon/Imago
Platz zehn der beliebtesten Automarken in Deutschland: Toyota
Platz zehn der beliebtesten Automarken in Deutschland: Toyota mit 87.578 Neuzulassungen. © Thales Antonio/Imago
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Toyota Yaris (und Yaris Cross, im Bild) mit 29.985 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Toyota Yaris (und Yaris Cross, im Bild) mit 29.985 Neuzulassungen. © Pond5 Images/Imago
Platz neun der beliebtesten Automarken in Deutschland: Hyundai mit 93.839 Neuzulassungen
Platz neun der beliebtesten Automarken in Deutschland: Hyundai mit 93.839 Neuzulassungen. © NurPhoto/Imago
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Hyundai Tucson mit 20.907 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Hyundai Tucson mit 20.907 Neuzulassungen. © Hyundai
Platz acht der beliebtesten Automarken in Deutschland: Ford mit 108.299 Neuzulassungen
Platz acht der beliebtesten Automarken in Deutschland: Ford mit 108.299 Neuzulassungen. © Ford
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Ford Transit Custom mit 22.329 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Ford Transit Custom mit 22.329 Neuzulassungen. © Ford
Platz sieben der beliebtesten Automarken in Deutschland: Opel mit 136.189 Neuzulassungen
Platz sieben der beliebtesten Automarken in Deutschland: Opel mit 136.189 Neuzulassungen. © NurPhoto/Imago
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt: Opel Corsa mit 48.581 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt: Opel Corsa mit 48.581 Neuzulassungen. © Opel
Platz sechs der beliebtesten Automarken in Deutschland: Seat mit 162.566 Neuzulassungen
Platz sechs der beliebtesten Automarken in Deutschland: Seat mit 162.566 Neuzulassungen. © NurPhoto/Imago
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Seat Leon mit 38.425 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Seat Leon mit 38.425 Neuzulassungen. © Seat
Platz fünf der beliebtesten Automarken in Deutschland: Audi mit 205.862 Neuzulassungen
Platz fünf der beliebtesten Automarken in Deutschland: Audi mit 205.862 Neuzulassungen. © Audi
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Audi A6 mit 37.505 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Audi A6 mit 37.505 Neuzulassungen. © Audi
Platz vier der beliebtesten Automarken in Deutschland: Skoda mit 226.472 Neuzulassungen
Platz vier der beliebtesten Automarken in Deutschland: Skoda mit 226.472 Neuzulassungen. © Skoda
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Skoda Octavia mit 44.890 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Skoda Octavia mit 44.890 Neuzulassungen. © Skoda
Platz drei der beliebtesten Automarken in Deutschland: BMW mit 253.712 Neuzulassungen
Platz drei der beliebtesten Automarken in Deutschland: BMW mit 253.712 Neuzulassungen. © BMW
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: BMW X1 mit 47.143 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: BMW X1 mit 47.143 Neuzulassungen. © BMW
Platz zwei der beliebtesten Automarken in Deutschland: Mercedes-Benz mit 260.415 Neuzulassungen
Platz zwei der beliebtesten Automarken in Deutschland: Mercedes-Benz mit 260.415 Neuzulassungen. © Mercedes-Benz
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Mercedes GLC/GLK mit 37.146 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: Mercedes GLC/GLK mit 37.146 Neuzulassungen. © Mercedes-Benz
(Traditionell) Platz eins der beliebtesten Automarken in Deutschland: VW mit 560.796 Neuzulassungen
(Traditionell) Platz eins der beliebtesten Automarken in Deutschland: VW mit 560.796 Neuzulassungen. © Volkswagen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: VW Golf mit 85.023 Neuzulassungen
Beliebtestes Herstellermodell im Jahr 2025 laut KBA: VW Golf mit 85.023 Neuzulassungen. © Volkswagen

Bis 2027 soll die operative Gewinnmarge bei der Hyundai Motor Company sogar auf acht Prozent steigen. Möglich soll das eine verbesserte Produktpalette sowie Kosteneinsparungen machen – vor allem bei den Elektroantrieben, deren Herstellungskosten (wie Akkupakete) sukzessive sinken.

Fazit: Südkorea mischt seit Jahren die Autoindustrie auf

Hyundai und Kia zeigen, wie man mit Mut, Innovation und durchdachter Strategie die Herausforderungen der Autoindustrie bewältigt. Während Europa und die USA neben der Heimat die wichtigsten Märkte bleiben, setzt Südkorea auf weltweite Expansion und technologische Vielfalt. Dazu gehört auch China, wo man mit dem Autokonzern BAIC ein Joint-Venture betreibt.

Autofans dürfen gespannt sein, wie Hyundai die Konkurrenz weiter auf Trab hält – und in der Rangliste der weltgrößten Autobauer womöglich weiter nach oben klettert. (PF)

Rubriklistenbild: © Anadolu Agency/Imago

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