Konzern prüft „sämtliche Optionen“

Insolvenz bei Agrar-Riesen möglich – nach jahrelangem Klagen-Kampf

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2018 hatte Bayer den Agrar-Konzern Monsanto gekauft. Dadurch blieben massenhaft Klagen am Konzern hängen. Das könnte jetzt zur Insolvenz führen.

Bangalore – Seit der Übernahme des Agrar- und Chemiekonzerns Monsanto hat Bayer mit massenhaften Klagen zu kämpfen, die US-Käufer des Unkrautvernichters Glyphosat gestartet hatten. Der Vorwurf: Dieses Mittel soll Krebs verursachen. In einem Fall, bei dem auch der jetzige US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy beteiligt war, fiel schon eine Strafzahlung über viele Millionen Dollar ab. Jetzt könnte Bayer die Reißleine ziehen.

Mögliche Insolvenz bei Monsanto? Klagewelle in den USA wegen Glyphosat als Auslöser

Einem Medienbericht zufolge spielt Bayer mit dem Gedanken, einen Schlussstrich unter die Rechtsstreitigkeiten Monsantos zu ziehen. Offenbar schließt der Konzern dabei die Insolvenz des Tochterunternehmens Monsanto nicht mehr aus. Zuvor aber könnte der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern die US-Klagewelle mit einem Vergleich vor einem Gericht im US-Bundesstaat Missouri beilegen. Dort sind laut dem Wall Street Journal die meisten Klagen anhängig. Bei der Berichterstattung bezog sich das WSJ auf mit der Sache vertraute Personen.

Drohnenaufnahmen eines Traktors, der Düngemittel auf einem Feld aufbringt (Symbolfoto). 2018 hatte Bayer den Agrar-Konzern Monsanto gekauft. Dadurch blieben massenhaft Klagen am Konzern hängen. Das könnte jetzt zur Insolvenz führen.

Erst, wenn das scheitert, wolle Bayer die Insolvenz von Monsanto prüfen. Die Agrarchemiesparte verkauft den Wirkstoff Glyphosat als Wirkstoff des Pestizids Roundup.

Mit einem Insolvenzverfahren nach US-Recht (unter Chapter 11) würde sich das Unternehmen vor den Forderungen von Gläubigern schützen. Gegenüber IPPEN.MEDIA sagte ein Sprecher, dass die WSJ-Berichterstattung nicht kommentiert werde. Der Konzern bleibe dabei, dass er „sämtliche Optionen“ prüfe, um die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 „signifikant einzudämmen“.

Klagen wegen Glyphosat – Käufer warfen Mittel Krebserkrankung vor

Der Kauf des Chemieunternehmens Monsanto erfolgte bereits 2018. Damit hatte sich Bayer eine Klagewelle eingekauft, die den Konzern seit Jahren schwer belastet. Inzwischen hat Bayer den Verkauf des Produkts an US-Privatkunden gestoppt, die die überwiegende Mehrheit der Kläger stellen. Industriekunden bauen nach wie vor auf Roundup.

Bei Anlegern kam das mögliche Ende der jahrelangen Querelen mit Glyphosat in den USA gut an: Die Bayer-Aktien setzten sich vorbörslich mit einem Plus von 1,6 Prozent an die Spitze des Dax.

Bayer-Reaktion auf Krebs-Vorwurf – Glyphosat betrifft Menschen angeblich nicht

Der Bayer-Konzern selbst gab gegenüber IPPEN.MEDIA in anderem Kontext an, dass Glyphosat keinesfalls krebserregend sei. „In der Landwirtschaft wird es hauptsächlich eingesetzt, um Felder vor der Aussaat von unerwünschtem Pflanzenbewuchs zu befreien. Nicht nur im Boden baut es sich schnell ab. Auch bei Mensch und Tier werden Rückstände von Glyphosat in kurzer Zeit aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert und mit dem Urin vollständig ausgeschieden. Wichtig zu wissen: Das Herbizid nimmt auf einen Stoffwechselweg Einfluss, der nur in Pflanzen und Mikroorganismen vorkommt“, sagte ein Sprecher dazu.

Es sei „wissenschaftlicher Konsens“, dass dieses Herbizid nicht krebserregend sei. Dies hätten auch führende Aufsichtsbehörden bestätigt, darunter die EPA in den USA und die EU. (Laernie mit Reuters)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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