Neuer Wohnindex

Mieten und Immobilienpreise steigen erneut: „Dach über dem Kopf“ immer teurer

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Immobilienpreise und Mieten in Deutschland steigen weiter an, so neueste Analysen. Vor allem Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser werden immer teurer.

Köln/München – Der Wohnmarkt bleibt angespannt. Neue Analysen zeigen, dass die Immobilienpreise auch im zweiten Quartal des Jahres weiter kletterten. Und auch für Mieter wurde es teuer, und der Anstieg fällt im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar noch höher aus als bei den Immobilienkaufpreisen. Der Kauf von Wohneigentum wird damit wieder teurer, und der Mietmarkt bleibt angespannt – in München wie in fast allen deutschen Städten.

Der neue Wohnindex zeigt: Kaufpreise für Immobilien ziehen wieder an, auch die Mieten bleiben hoch. Vor allem Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser werden immer teurer.

„Dach über dem Kopf“ immer teuer: Kaufpreise steigen wieder – Mieten ebenfalls

Eines der Grundbedürfnisse, nämlich das „Dach über dem Kopf“ – ob gemietet oder im Eigentum – wird damit immer kostspieliger, das zeigt der am Dienstag (30. Juli) veröffentlichte Wohnindex des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW) in Köln. Wer eine Wohnimmobilie kaufen will, zahlt im Schnitt zwei Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus: Hier lag der Zuwachs zum Vorjahr bei drei Prozent.

Nachdem als Folge der Immobilienkrise in Deutschland die Preise zuletzt gefallen waren, vermeldet das Institut der Deutschen Wirtschaft bereits im Mai die Trendwende auf dem Markt für Wohneigentum. Die Analysen des IW zeigten, dass die Immobilienpreise wieder deutlich anzogen – zum ersten Mal seit über zwei Jahren: „Diese Entwicklung ist vor allem auf stabilere Bauzinsen und positive Marktprognosen zurückzuführen“, so der Bericht.

Immobilien- und Mietpreise in Deutschland ziehen weiter an, so neueste Analysen des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Vor allem Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser werden immer teurer.

Immobilienkauf wird wieder teurer, Mieten legen noch mehr zu – Wohnkosten klettern weiter

„Der Immobilienmarkt tritt in eine neue Phase ein“, berichtet IW-Immobilienökonom und Autor des Reports Pekka Sagner. Die Kaufpreise gingen nicht mehr flächendeckend zurück, stattdessen entwickelteten sie sich regional unterschiedlich. Zentrale Lagen in Metropolen gewännen weiter an Wert, während das Umland sich langsam erhole.

Die Mietmärkte bleiben angespannt – getrieben von Angebotsengpässen, demografischem Wandel und zurückhaltender Bautätigkeit.

Deutsches Institut der Wirtschaft 

Den deutlich stärksten Zuwachs der Immobilienpreise in den Städten verzeichnete auf Jahressicht Essen mit einem Anstieg von 7,2 Prozent, gefolgt von Düsseldorf mit 3,5 Prozent und München 2,5 Prozent. Auch Köln mit 2,1 Prozent, Hamburg mit 1,5 Prozent und Leipzig mit 1,1 Prozent zeigen spürbare Preissteigerungen. Stuttgart bildet mit einem Plus von 0,6 Prozent das Schlusslicht.

Haus kaufen und auswandern: Die 10 besten Länder für deutsche Aussteiger

Allein für die atemberaubende Natur lohnt es sich, nach Kanada auszuwandern.
Allein für die atemberaubende Natur lohnt es sich, nach Kanada auszuwandern. Hier zu sehen: Der Banff Nationalpark in der Provinz Alberta, das vor allem für Skifahrer immer eine Attraktion ist. Darüber hinaus ist die Kriminalitätsrate in Kanada niedrig.  © IMAGO/Paul Giamou Photography Ltd.
Leider sind die Lebenshaltungskosten in den Großstädten wie hier Vancouver aber auch Toronto und Québec hoch.
Leider sind die Lebenshaltungskosten in den Großstädten wie hier Vancouver aber auch Toronto und Québec hoch. Doch das liegt auch an der starken Wirtschaft und den gutbezahlten Jobs, die es in Kanada gibt. Es gibt in Kanada auch für Fachkräfte ein Einwanderungssystem, das Global Talent Stream ist ein Programm davon. Außerdem hat Kanada eines der besten Gesundheitssystme der Welt.  © IMAGO/Paul Giamou Photography Ltd.
Auf Platz zwei unserer Liste ist die Schweiz, hier zu sehen die Lorraine Brücke in Bern. Die Schweiz kann bei der Natur auf jeden Fall auch mit Kanada mithalten.
Auf Platz zwei unserer Liste ist die Schweiz, hier zu sehen die Lorraine Brücke in Bern. Die Schweiz kann bei der Natur auf jeden Fall auch mit Kanada mithalten. Und auch das Gesundheitssystem ist verlässlich und modern ausgestattet. Eine private Krankenversicherung kostet etwa 360 Euro im Monat. © IMAGO/Artur Bogacki
Die Schweiz hat auch besondere Steuervorteile zu bieten: Je nach Kanton (hier die Schwyz abgebildet) kann der Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent variieren.
Die Schweiz hat auch besondere Steuervorteile zu bieten: Je nach Kanton (hier die Schwyz abgebildet) kann der Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent variieren. Deutsche Fachkräfte - vor allem hochqualifizierte - werden auch gerne in der Schweiz gesehen, es leben 310.000 Deutsche im Nachbarland. Die gemeinsame Sprache vereinfacht also die Integration.  © IMAGO/Andreas Haas
Wer eher nach günstigen Immobilienpreisen und schönem Wetter sucht, wird in Portugal fündig.
Wer eher nach günstigen Immobilienpreisen und schönem Wetter sucht, wird in Portugal fündig. Besonders im Landesinneren gibt es schöne Häuser zu Spottpreisen im Vergleich zu Deutschland: Ein 80-Quadratmeter-Häuschen in Strandnähe mit 750 Quadratmetern Grundstück gibt es schon für etwa 325.000 Euro. Außerdem genießen auch die Portugiesen eine gute Gesundheitsversorgung.  © IMAGO/Zoonar.com/Juan Jimenez
Portugal lockt auch gezielt Ausländer und vor allem Rentner mit Steuervorteilen. Wer ein Haus in Portugal kauft und seinen Wohnsitz dorthin verlegt, wird steuerlich begünstigt.
Portugal lockt auch gezielt Ausländer und vor allem Rentner mit Steuervorteilen. Wer ein Haus in Portugal kauft und seinen Wohnsitz dorthin verlegt, wird steuerlich begünstigt. Dabei verdient man in Portugal etwas weniger – hat aber auch niedrigere Lebenshaltungskosten zu stemmen.  © IMAGO/Jorge Mantilla
Im Nachbarland Spanien ist es sehr ähnlich wie in Portugal: Ein angenehmes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten und moderate Immobilienpreise, vor allem abseits der Küste und der Metropolen.
Im Nachbarland Spanien ist es sehr ähnlich wie in Portugal: Ein angenehmes Klima, niedrige Lebenshaltungskosten und moderate Immobilienpreise, vor allem abseits der Küste und der Metropolen. In Spanien leben aber mehr Deutsche, als in Portugal, was die Integration einfacher machen kann. Außerdem gibt es ein Golden-Visa-Programm für Immobilienkäufer, die mindestens 500.000 Dollar investieren. © IMAGO
In Norwegen leben die Menschen europaweit am längsten mit einer Lebenserwartung von 83,1 Jahren. Das liegt daran, dass die Norweger das beste Gesundheitssystem in Europa genießen.
In Norwegen leben die Menschen europaweit am längsten mit einer Lebenserwartung von 83,1 Jahren. Das liegt daran, dass die Norweger das beste Gesundheitssystem in Europa genießen. Hier sprechen die Menschen fast immer Englisch, was für Fachkräfte eine Erleichterung ist. Die werden auch überdurchschnittlich gut bezahlt.  © IMAGO/Jakub Porzycki
Norwegen ist bekannt für seine atemberaubende Natur – und für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Die Lebenshaltungskosten mögen hoch sein, die Jobs sind aber auch gut bezahlt.
Norwegen ist bekannt für seine atemberaubende Natur – und für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Die Lebenshaltungskosten mögen hoch sein, die Jobs sind aber auch gut bezahlt.  © IMAGO/Zoonar.com/Fokke Baarssen
Wir verlassen Europa und schauen mal ans andere Ende der Welt: Neuseeland. Auch hier genießen die Menschen eine gute soziale Sicherung – und haben eine starke Willkommenskultur.
Wir verlassen Europa und schauen mal ans andere Ende der Welt: Neuseeland. Auch hier genießen die Menschen eine gute soziale Sicherung – und haben eine starke Willkommenskultur. Für Fachkräfte gibt es Programme wie das Skilled Migrant Category, das die Einwanderung erleichtern soll. Hier profitieren Aussteiger von niedriger Kriminalitätsraten und einem entspannten Lebenstil.  © IMAGO
Und natürlich ist auch die Natur in Neuseeland kaum zu übertreffen.
Und natürlich ist auch die Natur in Neuseeland kaum zu übertreffen. Nicht umsonst wurden hier auch die Herr-der-Ringe-Filme gedreht – das Dorf der Hobbits kann man auch noch besuchen.  © IMAGO
Wir bleiben am anderen Ende der Welt: Singapur ist ebenfalls ganz oben auf der Liste der sichersten und modernsten Länder der Welt.
Wir bleiben am anderen Ende der Welt: Singapur ist ebenfalls ganz oben auf der Liste der sichersten und modernsten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem gehört zu den fortschrittlichsten überhaupt und die Einkommenssteuer ist extrem niedrig bei 8-10 Prozent. Nur die Lebenshaltungskosten sind nicht ganz so niedrig, wie man es von anderen südostasiatischen Ländern kennt – und das trifft auch die Immobilienpreise.  © IMAGO
Zurück nach Europa blicken wir in anderes Nachbarland: Die Niederlande. Hier profitieren Auswanderer von einer kulturellen wie sprachlichen Nähe zu Deutschland.
Zurück nach Europa blicken wir in anderes Nachbarland: Die Niederlande. Hier profitieren Auswanderer von einer kulturellen wie sprachlichen Nähe zu Deutschland. Wer sich am Meer wohlfühlt, wird in der Niederlande besonders glücklich werden. Vor allem die Fahrradfreundlichkeit wird viele Menschen begeistern, die sich eine nachhaltigere Lebensweise wünschen.  © IMAGO/Myron Standret
Leider sind die Immobilienpreise in den größeren Städten wie Amsterdam sehr angespannt.
Leider sind die Immobilienpreise in den größeren Städten wie Amsterdam sehr angespannt. Dafür gibt es ein gutes Gesundheitssystem und eine gut ausgebaute Infrastruktur.  © IMAGO/Stephan Sühling
Ebenfalls beliebt bei deutschen Auswanderern ist Österreich – das in Sachen Natur auch mithalten kann. Für Deutsche ist die Sprache ein Riesenbonus, weshalb es auch eine große deutsche Community vor Ort gibt.
Ebenfalls beliebt bei deutschen Auswanderern ist Österreich – das in Sachen Natur auch mithalten kann. Für Deutsche ist die Sprache ein Riesenbonus, weshalb es auch eine große deutsche Community vor Ort gibt.  © IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Schein
Besonders in Wien aber auch in Salzburg und Innsbruck gibt es eine hohe Lebensqualität.
Besonders in Wien aber auch in Salzburg und Innsbruck gibt es eine hohe Lebensqualität. Fachkräfte werden in den Bereichen Tourismus und Kultur immer gesucht, doch auch in Medizin und Technik wird man schnell fündig.  © IMAGO
Zuletzt auf der Liste: Japan. Tokio ist eine der größten Städte der Welt und zählt auch zu den aufregendsten.
Zuletzt auf der Liste: Japan. Tokio ist eine der größten Städte der Welt und zählt auch zu den aufregendsten. Hier ist immer etwas los. Speziell in Tokio ist aber auch der Wohnungsmarkt angespannt – aufgrund der alternden Bevölkerung werden Fachkräfte aber händeringend gesucht.  © IMAGO/Alfredo Ruiz
Wer noch nicht überzeugt wurde: Japan hat mit 84,4 eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Das liegt an der Gesundheitsversorgung, die nach allen Parametern zu den Spitzenreitern gehört.
Wer noch nicht überzeugt wurde: Japan hat mit 84,4 eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Das liegt an der Gesundheitsversorgung, die nach allen Parametern zu den Spitzenreitern gehört. Und ganz nebenbei beeindruckt auch Japan mit einer wunderschönen Natur.  © IMAGO/Alfredo Ruiz

Angebotsengpässe und kaum Bautätigkeit: Mietmarkt bleibt angespannt

Gleichzeitig bleiben die Mietmärkte angespannt – getrieben von Angebotsengpässen, demografischem Wandel und zurückhaltender Bautätigkeit“, sagt Sagner. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Neuvertragsmieten bundesweit um stolze 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – um 0,8 Prozent allein im zweiten Quartal dieses Jahres. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Großstädte verzeichneten mit 4,6 Prozent den höchsten Anstieg im Jahresvergleich, dicht gefolgt vom Umland dieser Städte, deren Mietpreise um 4,3 Prozent zulegten.

Ohne eine spürbare Ausweitung des Wohnungsangebots dürfte sich an der angespannten Lage kaum etwas ändern.

IW-Wohnindex

Mietpreise in München: Explodierende Preise im innerstädtischen Bereich

Die Mietpreise stiegen in ganz Deutschland deutlich, besonders kräftig jedoch in innenstadtnahen Lagen. Schlechte Nachrichten gibt es darum auch für Mieter in München. Dort explodieren die Mieten – und sind seit Anfang 2022 fast überall hinweg deutlich gestiegen: „Besonders auffällig ist das gleichmäßige und anhaltend kräftige Wachstum im städtischen Bereich innerhalb der drei innersten Ringe“, so die Analyse. Dort stiegen die Mietpreise in den letzten drei Jahren um ganze 17 Prozent.

Experte Sagner warnte angesichts der Entwicklung bereits Anfang des Jahres, dass Wohnen zum Luxus werden könnte. „Ohne eine spürbare Ausweitung des Wohnungsangebots dürfte sich an der angespannten Lage kaum etwas ändern“,, stellt der aktuelle Report fest.

Rubriklistenbild: © Imago/Rolf Poss

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