Nach vier Monaten

Streiks bei der Deutschen Bahn haben ein Ende – Einigung mit GDL erziehlt

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Die GDL und der Deutschen Bahn haben ihren Tarifstreit beendet und einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Es wird keine neuen Streiks geben.

  • Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben ihren Tarifstreit beendet.
  • Beide Parteien einigten sich auf einen gemeinsamen Tarifvertrag für Lokführer und weitere Bahnangestellte.
  • Am Dienstag (26. März) wollen die Bahn und die GDL über weitere Einzelheiten informieren.
  • Dieser Ticker wird laufend aktualisiert.

Update vom 25. März, 20:25 Uhr: Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der GDL ist beendet. Beide Seiten haben sich auf einen neuen, gemeinsamen Tarifvertrag geeinigt. Das teilten die Bahn und die GDL am Montagabend mit. Weitere Details zum Inhalt des Tarifvertrags nannten beide Parteien nicht. Am Dienstag (26. März) wollen sowohl die Bahn als auch die GDL in separaten Pressekonferenzen über weitere Details zur Einigung informieren.

Weselsky zuversichtlich, baldige Einigung mit der Bahn erzielen zu können

Update vom 25. März, 10:55 Uhr: Seit etwas mehr als einer Woche verhandeln die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL nun hinter verschlossenen Türen erneut über einen neuen Tarifvertrag für Lokführer und weitere Bahnangestellte. Beide Parteien zeigten sich dabei optimistisch, eine baldige Einigung erzielen zu können. In einem Video äußerte sich jetzt auch GDL-Chef Claus Weselsky positiv zu den laufenden Verhandlungen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis erreichen“, sagte Weselsky.

Bahnvorstand Lutz optimistisch Verhandlungen mit der GDL bald abschließen zu können

Update vom 22. März, 8 Uhr: Die Tarifgespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL laufen weiterhin. In einem Interview mit dem ZDF äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Bahn, Richard, Lutz am Donnerstagabend (21. März) optimistisch. „Wir sind guter Hoffnung, dass in den nächsten Tagen das auch zu einem guten Ende geführt werden kann“, so Lutz im ZDF „heute journal“. Weitere Details zum genauen Verhandlungsstand wollen Bahn und GDL nicht öffentlich mitteilen. Mit neuen Streiks sei derzeit nicht zu rechnen.

Bahn rechnet mit möglichem Abschluss der Tarifgespräche mit der GDL in den kommenden Tagen

Update vom 21. März, 9 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet nach eigenen Angaben damit, die laufenden Tarifgespräche mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in den kommenden Tagen abschließen zu können. „Die Tarifverhandlungen zwischen DB und GDL befinden sich auf gutem Weg, aber sie sind noch nicht abgeschlossen“, teilte die Bahn am Mittwoch auf Anfrage der dpa mit. „DB und GDL arbeiten konzentriert und wollen in den kommenden Tagen einen Abschluss erzielen. Es versteht sich von selbst, dass es in dieser Zeit keine Streiks geben wird“, so die Bahn weiter.

Bei den Tarifverhandlungen von Bahn und GDL geht es um bessere Arbeitsbedingungen für Lokführer und weitere Bahnangestellte. Die GDL fordert dabei eine 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten. Diese Forderung gilt als der Knackpunkt in den Tarifverhandlungen. Die Bahn hatte eine Herabsenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bislang abgelehnt.

Tarifkonflikt bei der Bahn: Bundesverkehrsminister Wissing hofft auf Lösung vor Ostern

Update vom 20. März, 9:01 Uhr: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hofft, dass es im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL noch vor Ostern zu einer Lösung kommt. Bahn und GDL verhandeln nach mehreren Streiks seit dem 16. März wieder. Zuletzt äußerten sich beide Seiten verhältnismäßig zuversichtlich. Sollte es doch noch zu keiner Einigung kommen, dringt Wissing aber zumindest auf eine klare Zusage für einen Osterfrieden – also keine Streiks über die kommenden Feiertage. „Trotzdem hoffe ich, dass wir vor Ostern nicht nur eine klare Zusage eines Osterfriedens bekommen, sondern auch schon eine Lösung im Tarifkonflikt, das wäre jetzt wirklich angebracht“, sagte der FDP-Politiker am Dienstag bei einer Veranstaltung der Bahn in Berlin.

Bahn und GDL: Ergebnis schon in dieser Woche?

Update vom 19. März, 10:20 Uhr: Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL dauern weiter an. Seit Sonntag verhandeln beide Parteien dazu hinter verschlossenen Türen. Dabei geht es um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für Lokführer und weitere Bahnangestellte. Wie weit die GDL und die Bahn sich in ihren Verhandlungen bereits angenähert haben, ist derzeit unklar. Beide Parteien teilten jedoch zu Beginn der Verhandlungen am Samstag (16. März) mit, dass es bereits erste Verständigungen gebe. Ein Ergebnis könnte es laut Bahn und GDL noch in dieser Woche geben. Neue Bahnstreiks wird es laut GDL nicht geben, solange die Verhandlungen laufen.

Vorerst sollen die Züge der Bahn nicht bestreikt werden (Symbolbild).

Deutsche Bahn und GDL nähern sich an: vorerst keine Streiks

Update vom 17. März, 10:45 Uhr: Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gibt es vorsichtig positive Signale. Am Samstag (16. März) nahmen beide Parteien die Verhandlungen wieder auf. Das teilte die Bahn mit. „Beide Parteien sind zuversichtlich, in der nächsten Woche ein Ergebnis mitteilen zu können“, erklärten die Bahn und die GDL in einer Mitteilung. Bis dahin können Bahnreisende erst einmal durchatmen, denn bis auf Weiteres sollen die Züge der Bahn wie geplant fahren. „Die GDL sieht bis dahin von weiteren Streiks ab“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für Fahrgäste dürfte das eine gute Nachricht sein. Am Montag (18. März) beginnen vielerorts die Osterferien. Diese Zeit nutzen viele Reisende, um in den Urlaub zu fahren oder ihre Familie zu besuchen. Vor diesem Hintergrund hatte auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) Bahn und GDL dazu aufgerufen, einen Osterfrieden einzuhalten. „Es ist wichtig, dass jetzt eine Lösung gefunden wird“, sagte Wissing beim rheinland-pfälzischen Landesparteitag der FDP am Samstag. Solange Bahn und GDL verhandeln, müssen Reisende zunächst einmal nicht mit weiteren Streiks rechnen.

Die GDL will die Züge der Deutschen Bahn zunächst nicht erneut bestreiken (Symbolbild)

Bahn und GDL nehmen Verhandlungen wieder auf – es soll bereits erste Einigungen geben

Nachdem der Tarifstreit zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft zuletzt eskaliert war, überraschten beide Parteien mit der Nachricht, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Zuletzt hatte die GDL während ihrem sechsten Bahnstreik am Dienstag (12. März) die Züge der Bahn für 24 Stunden stillgelegt. Weitere Streiks hatte die GDL nicht ausgeschlossen. Doch nun gehen beide Parteien wieder aufeinander zu. Zu Beginn gab es dabei gleich eine positive Botschaft. „Zu vielen Themen wurde eine Verständigung erreicht“, erklärte die Bahn.

Um welche Themen es dabei genau geht, teilten beide Parteien nicht mit. Und das soll auch erst einmal so bleiben. Denn die Verhandlungen finden komplett hinter verschlossenen Türen statt. Über den Verlauf der Verhandlungen vereinbarten die Bahn und die GDL Stillschweigen. Als Knackpunkt der Verhandlungen gilt allerdings die Herabsenkung der Wochenarbeitszeit. Die GDL fordert von der Bahn dabei eine 35-Stunden-Woche für Lokführer und weitere Bahnangestellte. Bislang lehnte die Bahn das jedoch ab. Eine Einigung ohne die Herabsenkung der Wochenarbeitszeit gilt als unwahrscheinlich. Doch so lange die Verhandlungen laufen, gibt es eines sicher nicht – neue Streiks.

Tarifstreit bei der Deutschen Bahn: Bahn und GDL nehmen Verhandlungen wieder auf

Update vom 16. März, 10:15 Uhr: Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn nehmen beide Seiten wieder die Verhandlungen auf. Der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL seien zuversichtlich, noch in der kommenden Woche eine Einigung zu erzielen, teilte die Bahn am Samstag weiter mit. 

Wie ist der aktuelle Stand bei den Verhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn?

Erstmeldung vom 14. März: Köln – Züge stehen still, Bahnhöfe sind leer und Reisende genervt. Dieses Bild beschreibt seit November 2023 immer wieder die Situation des Bahnverkehrs in Deutschland. Bereits sechs Mal bestreikte die Lokführergewerkschaft GDL seit Beginn der Tarifverhandlungen die Deutsche Bahn. Am Dienstag (12. März) standen dabei während des bislang letzten GDL-Streiks erneut 24 Stunden lang bundesweit die Züge still. Darüber hinaus kündigte die GDL weitere Streiks in Form von „Wellenstreiks“ an. Diese sollen, ähnlich wie beim jüngsten Streik, kurzfristiger angekündigt werden.

Auch unbefristete Streiks sind möglich. Bahnreisende müssen daher mit neuen Streiks und etlichen Zugausfällen rechnen. Der aktuelle Stand der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn im Überblick.

Züge der Deutschen Bahn könnten schon bald bei erneuten Streiks der GDL wieder stillstehen (Symbolbild).

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL sind derzeit festgefahren. Beide Parteien sind weit von einer Einigung entfernt. Die Bahn hatte die GDL zuletzt dazu aufgerufen, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Im Gegenzug forderte die GDL von der Bahn ein verbessertes Angebot, in dem die Bahn eine Herabsenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter auf 35 Stunden zusichern sollte. Die Bahn verzichtete auf ein neues Angebot, was laut GDL zu einer Verschärfung des Konflikts führte. Mit Versuchen, den letzten GDL-Streik gerichtlich zu stoppen, scheiterte die Bahn gleich zweimal.

Die GDL äußerte noch am Streiktag ihr Unverständnis über das Vorgehen der Bahn und hatte einen Gegenvorschlag parat. GDL-Chef Claus Weselsky riet der Bahn davon ab, gegen Streiks gerichtlich vorzugehen. „Stattdessen ist der DB-Vorstand nun gefordert, ein neues, verbessertes schriftliches Angebot zu machen, denn nur das bringt die Konfliktparteien wieder zurück an den Verhandlungstisch und eröffnet die Chance für eine Kompromissfindung“, sagte Weselsky in einer Mitteilung der GDL.

Drohen neue Streiks bei der Deutschen Bahn?

Ja, es kann weitere Streiks der GDL bei der Deutschen Bahn geben. Damit könnte die GDL den Druck auf die Deutsche Bahn weiter erhöhen. Klar ist, dass die Gewerkschaft ihre Streiks nicht mehr, wie zuvor, 48 Stunden im Voraus ankündigen wird. Weitere Maßnahmen – wie etwa die Wellenstreiks – würden mit kürzeren Ansagen folgen, hatte Weselsky dazu erklärt. Solange sich die Bahn und die GDL nicht auf einen gemeinsamen Tarifvertrag einigen können, müssen Bahnreisende daher mit weiteren Streiks rechnen – und diese könnten bereits zeitnah folgen. Denn zwischen den letzten Streiks der GDL verging zuletzt immer weniger Zeit.

Das waren die bisherigen GDL-Streiks im aktuellen Tarifstreit

1. Bahnstreik: Von Mittwoch, 15. November 2023, 22 Uhr bis Donnerstag, 16. November 2023, 18 Uhr. Dauer: 20 Stunden

2. Bahnstreik: Von Donnerstag, 7. Dezember 2023, 22 Uhr bis Freitag 8. Dezmeber 2023, 22 Uhr. Dauer: 24 Stunden

3. Bahnstreik: Von Mittwoch, 10. Januar 2024, 2 Uhr bis Freitag, 12. Januar 2024, 18 Uhr. Dauer: 40 Stunden

4. Bahnstreik: Von Mittwoch, 24. Januar 2024, 2 Uhr bis Montag, 29. Januar, 18 Uhr. Dauer: Knapp 5 Tage

5. Bahnstreik: Von Donnerstag, 7. März 2024, 2 Uhr bis Freitag, 8. März 2024, 13 Uhr. Dauer: 35 Stunden

6. Bahnstreik: Von Dienstag, 12. März 2024, 2 Uhr bis Mittwoch 13. März 2024, 2 Uhr. Dauer: 24 Stunden

Wie lange könnte ein neuer Bahnstreik dauern?

Das lässt sich vorab nur schwer beantworten. Die genaue Dauer eines Streiks wird in der Regel erst mit der Streikankündigung von der GDL bekannt gegeben. Bislang dauerten die Streiks auch unterschiedlich lange. Der erste Streik der GDL legte den Zugverkehr der Bahn im November nur für 20 Stunden lahm. Während des bislang längsten GDL-Streiks standen die Züge der Bahn dagegen knapp fünf Tage still.

Allerdings könnte es für Bahnreisende noch schlimmer kommen. Denn nachdem die GDL-Mitglieder im Dezember bei einer Urabstimmung dafür gestimmt haben, sind auch unbefristete Streiks bei der Deutschen Bahn möglich. Davon machte die GDL in ihren bisherigen Streiks allerdings noch keinen Gebrauch.

Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland

KVB-Bahnen stehen still, dazwischen ein Banner mit „Wir sind es wert“
Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago
Ein leerer Hauptbahnhof München durch den GDL-Bahnstreik am 5. Mai 2015.
Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago
Streikende anlässlich eines Protestes der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr. (21.05.1992)
Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago
Ärzte aus ganz Deutschland demonstrieren in Leipzig für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen
Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago
Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München
Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago
Streikende bei einer Demo der IG Metall.
Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall
Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei
1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild)  © Sven Simon/Imago
Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord.
Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa
DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005).
Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa
Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg.
301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte
Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago
Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen.
Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Könnten Bahn und ÖPNV sogar am selben Tag streiken?

Ja, theoretisch wäre ein zeitgleicher Streik bei der Deutschen Bahn und im ÖPNV in NRW möglich. Auch im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Verkehrsunternehmen in NRW sind die Verhandlungen festgefahren. Verdi erklärte diese am Dienstag sogar für gescheitert. Daher drohen auch im ÖPNV von NRW neue Streiks. Diese könnten auch mit den Streiks der GDL zusammenfallen. Insofern wäre es möglich, dass beispielsweise an einem Tag Busse, Straßenbahnen und Züge der Deutschen Bahn zur gleichen Zeit stillstehen.

Zudem wäre ein gemeinsamer Streik im ÖPNV und bei der Bahn nicht gänzlich neu. Am 27. März 2023 legten Verdi und die GDL-Konkurrenzgewerkschaft EVG mit einem zeitgleichen Streik den Bahnverkehr und den ÖPNV lahm.

Was fordert die GDL von der Deutschen Bahn?

Die GDL verhandelt mit der Deutschen Bahn in den aktuellen Tarifverhandlungen über bessere Arbeitsverhältnisse für Lokführer und weitere Bahnangestellte. Dabei fordert die GDL allerdings nicht nur mehr Geld pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie, sondern auch eine Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn war bislang nicht bereit, die Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden zu reduzieren.

Die Herabsenkung der Wochenarbeitszeit gilt als Hauptstreitpunkt der Verhandlungen. Die GDL hatte dazu bereits immer wieder betont, dass es ohne eine 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten keine Einigung mit der Bahn geben werde. Im Gespräch mit Ippen.Media bezeichnete GDL-Chef Weselsky die Herabsenkung der Wochenarbeitszeit bereits im vergangenen Herbst als „Schwergewicht in dieser Tarifrunde“. Sollte sich die Bahn also sich nicht zu einer Herabsenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche bereiterklären, drohen die Tarifverhandlungen zu scheitern. Die Folge dürften weitere – und vielleicht gar unbefristete –Streiks sein. Bahnreisende werden daher auf eine schnelle Einigung hoffen. (jr)

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

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