VonBenjamin Strokaschließen
Ein neuer GDL-Streik droht ab Mittwoch. Gleich für sechs Tage soll dann der Verkehr der Deutschen Bahn lahmgelegt werden.
- Die Bahn will nicht gerichtlich gegen den Streik vorgehen.
- Vom 24. bis zum 29. Januar wird erneut der Verkehr der Deutschen Bahn durch einen GDL-Streik lahmgelegt.
- Zuletzt wurde die Deutsche Bahn vom 10. bis zum 12. Januar von der GDL bestreikt. Rund 80 Prozent aller Züge fielen aus.
- Dieser News-Ticker wird laufend aktualisiert.
Update vom 22. Januar, 16:21 Uhr: Die Deutsche Bahn will nach eigenen Angaben gegen den angekündigten Lokführerstreik ab Mittwoch dieses Mal nicht gerichtlich vorgehen. „Die DB wird gegen den sechstägigen GDL-Streik keine Rechtsmittel einlegen“, teilt die Bahn am Montag mit. Die Bahn hatte vor zwei Wochen noch versucht, einen dreitägigen GDL-Streik vom 10. bis 12. Januar vor Gericht zu verhindern, war aber gescheitert.
Der Streik soll in der Nacht zum Mittwoch (24. Januar) im Personenverkehr beginnen. Es werden massive Auswirkungen im Zugverkehr erwartet. Allein in Nordrhein-Westfalen fallen sehr viele Züge im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr aus.
Bahn kritisiert angekündigten GDL-Streik deutlich
Update vom 22. Januar, 9:19 Uhr: Die Deutsche Bahn hat mit Unverständnis auf die Streik-Ankündigung der GDL reagiert. „Die DB setzt auf Kompromisse, die GDL verschärft maßlos den Konflikt“, sagte ein Sprecher in der Nacht. Die Bahn hatte noch am vergangenen Freitag ein neues Angebot im Tarifstreit vorgelegt. Das wurde von der GDL erneut abgeschmettert. „Mit dem dritten und angeblich verbesserten Angebot hat die Deutsche Bahn AG erneut gezeigt, dass sie ihren bisherige Verweigerungs- und Konfrontationskurs unverdrossen weiter verfolgt – von Einigungswillen keine Spur“, hieß es in einer GDL-Mitteilung am frühen Montagmorgen.
Da die GDL direkt zum sechstägigen Streik aufruft, sieht die Lokführergewerkschaft das neue Angebot der Bahn offenbar nicht mal als Verhandlungsgrundlage an.
Neuer Bahnstreik ab Mittwoch – massive Ausfälle erwartet
Update vom 22. Januar, 7:16 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Beschäftigten der Deutschen Bahn zum nächsten Streik aufgerufen. Dieser werde im Personenverkehr am frühen Mittwochmorgen (24. Januar) um 2 Uhr beginnen und bis Montag (29. Januar), 18 Uhr andauern, teilte die Gewerkschaft in der Nacht zu Montag mit. Die Gewerkschaftsmitglieder bei der für Güterverkehr zuständigen DB Cargo sind bereits ab Dienstag (23. Januar), 18 Uhr zum Streik aufgerufen. Bahnfahrende müssen erneut mit massiven Zugausfällen rechnen.
Bahn legt GDL ein neues Angebot vor – kann ein neuer Streik verhindert werden?
Update vom 19. Januar, 11:26 Uhr: Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gibt es wieder Bewegung. Die Bahn hat der GDL am Freitag (19. Januar) ein neues Angebot vorgelegt. Darin bietet die Bahn der Gewerkschaft laut eigenen Angaben eine Senkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich ab dem 1. Januar 2026. Wer sich gegen die Absenkung entscheide, bekomme 2,7 Prozent mehr Geld.
Zudem solle es 13 Prozent mehr Lohn geben. Das Angebot sei ein „großes Zugeständnis“ teilte die Bahn mit. „Es gibt absolut keinen Grund mehr, sich Gesprächen zu verweigern“, betonte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Das Wahlmodell richtet sich laut Bahn an Lokführer und Zugpersonal.
Das Angebot könnte zu einer Annäherung im festgefahrenen Tarifstreit zwischen Bahn und GDL sorgen. Eine Reaktion der GDL, die Ende November die Verhandlungen für gescheitert erklärt hatte, gab es noch nicht. Vor rund einer Woche hatte GDL-Chef Claus Weselsky mit neuen Streiks gedroht, falls die Bahn kein neues Angebot unterbreitet. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Verhandlungen nun wieder aufgenommen werden und neue Streiks damit erst mal auf Eis liegen.
Die GDL fordert eigentlich eine Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Dennoch ist das Angebot der Bahn ein Entgegenkommen, nachdem das Unternehmen zuvor eine Senkung der Arbeitszeit bei gleichem Gehalt ausgeschlossen hatte.
GDL bekommt Zuspruch aus der Politik
Update vom 17. Januar, 21:10 Uhr: Die GDL um ihren Chef Claus Weselsky bekommt im Tarifstreit mit der Bahn Zuspruch aus der Politik. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht die Schuld am weiterhin ungelösten Tarifkonflikt bei der Bahn. Der Bahn-Vorstand sei „nicht lernfähig“, sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er forderte, dass die Bahn ein „verhandlungsfähiges Angebot“ auf den Tisch lege. Ansonsten rechnet Ramelow mit „einer massiven Streikwelle“. In den vergangenen Tagen wurde es etwas ruhiger im Tarifstreit. Doch die Sorge wächst, dass der nächste GDL-Streik nur noch eine Frage der Zeit ist.
Weselsky will keine Schlichtung im Bahn-Tarifstreit
Update vom 15. Januar, 12:00 Uhr: Die Fronten sind im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL weiterhin verhärtet. Eine Schlichtung könnte eine mögliche Lösung sein. Doch das hat GDL-Chef Claus Weselsky am Wochenende abgelehnt. Über „grundgesetzliche Angelegenheiten“ lasse sich nicht schlichten, sagte er der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Auch das Thema „Tarifvertrag für Fahrdienstleiter“ wolle er nicht in Schlichterhand geben, so Weselsky weiter. Damit scheint eine Annäherung im Tarifkonflikt aus GDL-Sicht derzeit nur über ein neues Angebot der Bahn möglich zu sein. Ansonsten drohen neue Streiks.
Gibt es schon bald den nächsten Bahnstreik? GDL-Chef wird deutlich
Erstmeldung vom 12. Januar 2024: Köln – Kaum ist der fast dreitägige Bahnstreik beendet, bringt die Lokführergewerkschaft GDL schon den nächsten Streik bei der Deutschen Bahn ins Gespräch. Man wolle der Bahn jetzt etwas Zeit geben, „um zur Besinnung zu kommen“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky nach dem Streik-Ende am Freitagabend (12. Januar) in Berlin.
Danach wurde er aber deutlich: „Tun sie das nicht, wird die nächste Arbeitskampfmaßnahme folgen. Sie wird länger sein und sie wird das Unternehmen noch härter treffen.“ Ein mögliches Datum für einen weiteren GDL-Streik nannte der Gewerkschaftsführer nicht. Für Bahnreisende beginnt damit aber schon in den kommenden Wochen wieder das Bangen. Denn sollte es keine Annäherung im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL geben, könnte der nächste Streik sogar vier oder fünf Tage lang dauern.
Steht der längste Bahnstreik noch bevor?
Schon vor dem jüngsten Streik, der fast drei Tage anhielt, sprach Weselsky davon, dass künftige Streiks drei bis fünf Tage lang werden könnten. Im Dezember hatte sich die GDL-Führung mit einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern die Zustimmung für längere Arbeitskämpfe geholt. So scheint es aktuell gut möglich, dass der längste Bahnstreik in diesem Tarifstreit erst noch bevorsteht.
Und das würde vor allem Bahnreisende und Pendler wieder hart treffen. Beim Streik vom 10. bis zum 12. Januar fielen rund 80 Prozent aller Züge im Nah- und Fernverkehr aus. Allein in Nordrhein-Westfalen konnten etliche Linien nicht oder nur mit großen Einschränkungen bedient werden. Nur vereinzelt fuhren Züge in NRW mehr oder weniger regulär. Und auch nach Streik-Ende gibt es Einschränkungen. Laut Bahn soll sich der Fahrplan erst am Samstag wieder im normalen Betrieb einpendeln.
Tarifstreit zwischen Bahn und GDL droht nächste Eskalation
Der Tarifstreit zwischen Bahn und GDL läuft bereits seit Anfang November und hat sich schnell hochgeschaukelt. Knackpunkt ist vor allem die Forderung der GDL, die Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden zu senken – bei vollem Lohnausgleich. Das lehnt die Deutsche Bahn bislang ab. Es gab zwar ein Bahn-Angebot zu einem Wahlmodell für die Arbeitszeit, das watschte die Lokführergewerkschaft aber ab. Denn die Bahn will bislang, dass Beschäftigte finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, wenn sie die Arbeitszeit in einem Wahlmodell reduzieren.
Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten liegen seit Ende November 2023 auf Eis. Damals hatte GDL-Chef Claus Weselsky die Verhandlungen während der zweiten Runde für gescheitert erklärt. Es folgten, nach einem ersten Streik im November, ein Streik Anfang Dezember und nun der fast dreitägige Streik im Januar. Nach einer Einigung sieht es bislang nicht aus, sodass Bahnreisende wohl auch in den kommenden Wochen wieder mit Streiks rechnen müssen. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa


