Licht aus im Wiesental

Stellenabbau an deutschen Standorten von großem Autozulieferer – Programm begonnen

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Eine Tochter des Autozulieferers Hella plant an zwei deutschen Standorten einen umfassenden Stellenabbau und hat dafür mittlerweile ein Programm gestartet.

Wembach – Der Automobilzulieferer Hella hat Ende März einen Standort in Baden-Württemberg geschlossen. Bei einem unabhängigen Tochterunternehmen des nordrhein-westfälischen Konzerns, der sich nach der Mehrheitsübernahme durch die Forvia SE seit 2022 Forvia Hella nennt, stehen nun am Hauptsitz und an einem weiteren Standort massive Stellenstreichungen bevor, für die bereits ein Programm gestartet wurde. Jüngst hatte auch ein bedeutender Autozulieferer aus Baden-Württemberg den Stellenabbau in Deutschland konkretisiert.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Die Hella Innenleuchten-Systeme GmbH mit Sitz in Wembach (Baden-Württemberg) fertigt mit rund 700 Mitarbeitern radartransparente Abdeckungen (Radome) und Systeme für die Fahrzeuginnenbeleuchtung wie Dachmodule, Innenleseleuchten, ambiente Beleuchtungen und diverse Kleinleuchten. Eben am Stammsitz in Wembach sowie am zweiten Standort im ebenfalls baden-württembergischen Zell im Wiesental sollen aber insgesamt 154 Arbeitsplätze wegfallen, wie der Schwarzwälder Bote berichtet. Dabei setzt das Tochterunternehmen des Forvia-Hella-Konzerns auf Freiwilligkeit.

Hella-Tochter setzt bei Stellenabbau auf doppelte Freiwilligkeit und auf Abfindungen

Da betriebsbedingte Kündigungen oftmals durch Klauseln in den Tarifverträgen temporär ausgeschlossen sind, greifen derzeit viele Unternehmen zu Freiwilligenprogrammen, um Personal abzubauen. Autobauer Mercedes-Benz lockt im Zuge eines Stellenabbaus beispielsweise mit hohen Abfindungen, bei Hella in Wembach und im Zeller Stadtteil Atzenbach sind solche Zahlungen ebenfalls als Anreiz vorgesehen. Wie hoch die Abfindungen ausfallen sollen, ist derzeit noch nicht kommuniziert worden, die Hella-Tochter will damit aber betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden.

Name HELLA Innenleuchten-Systeme GmbH
Gründung 1951 als Metallwerk Todtnau GmbH in Todtnau, Baden-Württemberg
SitzWembach, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Konzern HELLA GmbH & Co. KGaA (FORVIA HELLA)
Mitarbeiter 737

Wie beim Autozulieferer ElringKlinger soll der Stellenabbau bei Hella Innenleuchten-Systeme auf doppelter Freiwilligkeit basieren. Das bedeutet, dass sowohl das Unternehmen als auch der jeweilige Arbeitnehmer einem Abschied zustimmen müssen. Angenommen werden kann demnach, dass die Abfindungen vergleichsweise hoch ausfallen, damit Hella den Abbau von 96 Stellen in Wembach und Zell-Atzenbach wie geplant bis Ende 2026 umsetzen kann. Laut dem Schwarzwälder Boten sollen zudem 58 befristete Verträge nicht verlängert werden.

Der Stellenabbau bei Hella Innenleuchten-Systeme in Wembach (Foto) und in Zell-Atzenbach basiert auf doppelter Freiwilligkeit.

Krise der Automobilindustrie zwingt Hella am Stammsitz zu Stellenabbau

Der Grund dafür, dass die Hella-Tochter in Wembach und Zell im Wiesental – und der Mutterkonzern selbst übrigens auch am Stammsitz in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen) – Personal abbauen muss, ist in der anhaltenden Krise der Automobilindustrie begründet. Die Autobauer und vor allem die zahlreichen Zulieferer kämpfen seit langem mit steigenden Kosten bei zugleich sinkenden Auftragszahlen und mit der schleppenden Transformation zur Elektromobilität. Jüngst hat auch Autobauer Porsche ein neues Sparprogramm angekündigt.

Rubriklistenbild: © HELLA Innenleuchten-Systeme GmbH

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