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Bittere Nachricht für den Schiffsbauer der Titanic: Der Mutterkonzern musste die Insolvenz anmelden, weshalb auch die Zukunft der Werft noch ungewiss ist.
Belfast – Während in Deutschland die Pleitewelle immer wieder über diverse Traditionsbranchen hinwegrollt, machen auch Nachrichten aus dem internationalen Raum über Insolvenzen immer wieder die Runde. Während hierzulande in den vergangenen Wochen die Insolvenz eines weiteren deutschen Autozulieferers, einer insolventen Immobiliengruppe, eines 200 Jahre alten Traditionsunternehmen oder einem der „größten Ofenbaubetriebe in Deutschland“ für Aufsehen gesorgt hat, droht einer der bekanntesten Werften der Welt möglicherweise das Aus.
„Titanic“-Werft ist insolvent: Bauer des bekanntesten Schiffs der Welt erneut zahlungsunfähig
Denn über 100 Jahre nach dem Sinken der „Titanic“ droht auch der ikonischen Werft, in der das Schiff vom Stapel lief, offenbar das Aus. Der Mutterkonzern von Harland & Wolff ist insolvent. Die H&W Group Holdings PLC aus Belfast (Nordirland) teilte das nach einer Überprüfung aller Beteiligungen des Unternehmens mit. Das Unternehmen war zuletzt von einem US-Kreditgeber abhängig und hoffte vergebens auf staatliche Unterstützung.
Es ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb von fünf Jahren für den Mutterkonzern der „Titanic“-Werft. Allerdings sieht die Zukunft alles andere als hoffnungslos aus. Schließlich betonte der Aufsichtsrat, dass es ein „glaubwürdigen Weg“ gebe, die Werften vor dem Untergang zu retten und sie möglicherweise zu erhalten.
Mutterkonzern der „Titanic“-Werft meldet erneut Insolvenz an: 50 bis 60 Angestellte direkt betroffen
Von der Insolvenz des Mutterkonzerns der „Titanic“-Werft sind 50 bis 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt betroffen. Außen vor bleiben offenbar vorerst die Angestellten, die direkt in den Werften in Nordirland und Großbritannien arbeiten.
Die historische Signifikanz von Harland & Wolff ist keineswegs wegzudiskutieren. Schließlich war in der Werft in Belfast einst der Luxusdampfer „Titanic“ gebaut worden. Das Schiff erlangte 1912 traurige Berühmtheit, als es auf seiner Jungfernfahrt im Nordatlantik gegen einen Eisberg stieß und sank. Heute erinnert ein Museum an der Werft an das Schiff und die Katastrophe mit fast 1.500 Toten.
Mutterkonzern der Titanic-Werft ist erneut insolvent: Auch in Deutschland gerät die Branche in Schieflage
Abseits der erneuten Insolvenz der „Titanic“-Werft und der Tragödie um das Schiff, war der Luxusdämpfer auch in jüngerer Vergangenheit Gegenstand der Nachrichten. Zum einen ist durch neue Bilder vom gesunkenen Luxusdampfer herausgekommen, dass offenbar ein Wrackteil der Titanic fehlt und zum anderen war das touristische „Titan“-U-Boot auf einer Tauchfahrt zum Luxusdampfer im vergangenen Jahr verschwunden und möglicherweise durch den Druck implodiert. Bei dem „Titan“-Unglück kamen nach den Berichten alle Insassen ums Leben. Nun kam bei einer Anhörung zum „Titan“-Unglück heraus, dass ein leitender Ingenieur sich offenbar weigerte, in das U-Boot einzusteigen.
Auch in Deutschland geraten bekannte Werften in finanzielle Schieflage. So versprach Bundeskanzler Olaf Scholz unlängst die Rettung der Meyer Werft. Ein weiteres insolventes Traditionsunternehmen der Branche kann ebenso wie eine insolvente Reederei wohl nicht auf eine Staatsrettung hoffen.
