Wieso ist die „Titan“ implodiert?

Aufnahmen des „Titan“-Wracks zeigen möglichen Grund für die Implosion

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Rund zwei Wochen ist das tödliche Unglück der „Titan“ mittlerweile her. Ein Experte nennt jetzt den seiner Meinung nach wirklichen Grund der Implosion.

München – Wieso ist das U-Boot „Titan“ auf dem Weg zur Titanic implodiert? Das Unglück riss fünf Menschen in den Tod, die bei dem Unfall sofort gestorben sein sollen. Ein Experte nennt jetzt den wahrscheinlichen Grund der Implosion.

Wieso ist die „Titan“ auf dem Weg zur Titanic implodiert?

Als der Kontakt zur „Titan“ abbrach und das U-Boot verschwand, war der Grund zunächst unklar. Nach wenigen Tagen stand dann fest, dass die „Titan“ kurz nach ihrem Start implodierte und fünf Menschen von der einen auf die andere Sekunde in den Tod riss. In den folgenden Tagen meldeten sich immer mehr ehemalige Mitfahrer und Sicherheitsexperten, die den Betreiber OceanGate und den in der „Titan“ verstorbenen Stockton Rush kritisierten. Der Grund: Die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ sollen ungenügend gewesen sein.

Einige Trümmer der verunglückten „Titan“ konnten geborgen werden – ein Experte will den Grund der Implosion wissen.

Laut Insider soll OceanGate-CEO Stockton Rush davon erzählt haben, dass alte Flugzeugteile in die „Titan“ verbaut wurden. Wie Emails von Rush zeigen, habe er Sicherheitsbedenken als „unbegründeten Aufschrei“ abgetan. Während die offizielle Untersuchung noch andauert, will ein Experte den wahren Grund der Implosion kennen. Als Grundlage nimmt er Fotos der Wrackteile. Die Ursache der Implosion lag demnach bei der Kohlefaserhülle des Schiffes – das berichtet er gegenüber Insider.

Experte gibt den Grund der Implosion der „Titan“ bekannt

Einige Wrackteile wurden mittlerweile aus dem Nordatlantik geborgen und an Land gebracht. Jasper Graham-Jones, Professor für Maschinenbau und Meerestechnik an der Uni Plymouth, analysierte die Fotos davon für Insider. Obwohl der Grund des Unfalls aufgrund der Bilder nicht hundertprozentig sicher aufgezeigt werden kann, ist es wahrscheinlich, dass der Rumpf aus Kohlefasern dem Druck bei über 3000 Metern Tiefe nicht standgehalten hat. Zu diesem Ergebnis kommt Graham-Jones unter anderem, weil die Titanringe, die die Struktur des U-Boots stützten, noch intakt sind.

„Es zeigt, dass Titan das richtige Material war und die Verbindung mit dem Verbundwerkstoff möglicherweise das falsche Material“, zitiert Insider Graham-Jones. Auch das Bullauge im vorderen Teil des Schiffes könnte versagt haben – dieses Bauteil wurde vorher kritisiert. Graham-Jones hält jedoch an seiner Theorie des Versagens des Kohlefaserrumpfes fest. Der Experte gab an, dass keine großen Platten des Rumpfes geborgen wurden. Die Kohlefaser könnte nicht gehalten haben, da es durch viele Fahrten rissig geworden war. Ob der Experte mit seiner Theorie richtig liegt, kann erst nach der vollständigen Inspektion festgestellt werden.

Rubriklistenbild: © ZUMA Press/Imago

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